Business-Coaching-Blogparade „Qualität stärken“

MBS Blogparade QRC

Das Thema „Qualität stärken“ ist für die Munich Business School als Anbieter einer Business-Coach-Ausbildung immanent. Denn Berufsbezeichnungen im Coaching-Bereich sind nicht geschützt, jeder darf sich Coach und Berater nennen, unabhängig von einer angemessenen Ausbildung oder adäquaten Kompetenz.

Um Qualität im Coaching und in der Beratung zu stärken, veranstaltet der Qualitätsring Coaching und Beratung e.V. (QRC) ab 29. September 2016 eine Blogparade: Freuen Sie sich auf eine Reihe von Beiträgen zum Thema Qualität im Coaching von zertifizierten Weiterbildungsanbietern – darunter natürlich auch die MBS!

 

Checkliste zur Auswahl Ihres Top-Coaches

von Prof. Dr. Evelyn Albrecht

Würden Sie Ihr kostbarstes Gut – zum Beispiel Ihr Kind oder Ihr Erbe – jemandem übergeben, ohne zuvor geprüft zu haben, ob er überhaupt die Fähigkeiten besitzt, damit umzugehen? Würden Sie sich einer Operation oder einer Zahnbehandlung unterziehen, bei der der Behandelnde kein Arzt ist, Ihnen aber versichert, dass er medizinische Kenntnisse hat?

Im Coaching steht der Klient bei der Auswahl eines Coaches vor der gleichen Überlegung. Geben Sie es zu: Fast jeder würde (zu Recht) mehr Geld ausgeben, wenn damit sowohl die Qualität höher ist als auch die Erfolgsaussichten!

Wie kann man also bei einem ungeschützten Begriff wie dem „Coach“ (analog zu „Kinderbetreuer“ oder „Finanzberater“) sichergehen, seine persönlichen Fragestellungen im Business- und/oder Privatleben jemandem anzuvertrauen, der auch professionell und zielgerichtet damit umgeht?

Noch kritischer verhält es sich mit „Pseudo-Siegeln“: Mutmaßlich zertifizierte Institutionen oder Personen erscheinen qualifiziert, sind es (meistens) aber nicht. So können Sie außerhalb von Deutschland eine Firma gründen und diese als Universität bezeichnen. Auch die Teilnahme an Rankings und die Verleihung von Gütesiegeln, beispielsweise „Super-Coach 2016“, sind bei genauerem Hinsehen oft hintergründig subjektive, zuweilen sogar bewusste Irreführungen des Kunden zur besseren Vermarktung von Geschäftsfeldern im Coaching.

Welche Kriterien sind zu beachten, um solchen Neppern, Schleppern, Bauernfängern nicht auf dem Leim zu gehen?

MBS QRC Blogparade

Im Folgenden finden Sie eine 12er-Checkliste, geordnet nach den wichtigsten Rubriken, die Ihnen bei der Vorauswahl hilft:

Die Qualifizierung des Coaches

  • Der Coach sollte eine zertifizierte Coaching-Ausbildung genossen haben, die von mindestens einem der 13 Coachingverbände des RTC (Roundtable der Coachingverbände*) zertifiziert ist.
  • Der Coach sollte mindestens eine Personenzertifizierung von einem der 13 Coachingverbände des RTC haben: Erfragen Sie die Zertifizierung Ihres potenziellen Coaches und überprüfen Sie diese anhand der RTC-Mitgliederliste!
  • Sehen Sie sich mindestens drei verschiedene Coaches an und vergleichen Sie neben deren Business-Erfahrung auch Motivation und Weiterbildungswillen!

Kosten einer Coaching-Sitzung

  • Ein Vorgespräch sollte kostenlos sein, kann aber telefonisch erfolgen.
  • Allzu günstige Angebote sind unseriös. Professionelle Coaching-Stunden unter 100 Euro sind mit größter Vorsicht zu genießen. Erfahrene und erfolgreiche Coaches verlangen in der Regel deutlich mehr –sind es aber auch wert! Erfragen Sie den Stundensatz (60 Minuten). Vorsicht: Oft werden 45 Minuten als „Stunde“ verkauft!
  • Blöcke: Wie in der Beratung werden manchmal gerne Blockveranstaltungen verkauft. Einheiten, die länger als zwei Stunden dauern, sind kritisch. Halbtages- oder Ganztages-Sitzungen sind viel zu anstrengend (für beide Seiten!) und unproduktiv. Lehnen Sie solche Vorschläge ab!
  • 10er-Sitzungen: Fragen Sie, wieviel Zeit Ihr Thema ungefähr benötigt. Hüten Sie sich vor Preisrabatten für mehrere Sitzungen und vor Standard-Blockverkäufen! Lassen Sie sich immer erklären, warum Ihr Thema so viel Zeit benötigt!

Ort des Coachings

  • Eine professionelle Coaching-Sitzung findet in einem (vor den Blicken und Ohren anderer) geschützten und professionellen Raum statt (keine Privatwohnung des Klienten oder Coaches, Hotelzimmer o.Ä.).
  • Virtuelles Coaching (Telefon-, Blended-, E-Chat-Coaching) erleichtert es sowohl dem Coach als auch dem Klienten, Zeit (und damit Kosten) einzusparen. Die Körpersprache zur Diagnostik ist sowohl für den Coach als auch für die gemeinsame Vertrauensbasis äußerst wichtig. Wählen Sie diese virtuelle Form nur als Ausnahme, nicht als Standard!

Art des Coachings

  • Wenn der Coach Ihnen anhaltend Ratschläge gibt und von seinen Erfahrungen spricht, werden Sie in Ihrer Entscheidungsfindung beeinflusst oder sogar manipuliert. Überprüfen Sie den Redeanteil einer Coaching-Sitzung: Der Coach sollte weniger als 30 Prozent der Zeit reden! Achten Sie darauf, ob er Fragen stellt, die Sie sich selbst so noch nicht gestellt haben!
  • Ein guter Coach erklärt Ihnen seine Methoden und arbeitet nicht methodisch-manipulativ, also ohne Ihnen die Methodik und den Effekt auf Sie erklärt zu haben. Achten Sie darauf, ob der Coach mit (allgemein anerkannten Coaching-) Methoden arbeitet und Ihnen diese vor der Anwendung auch erklärt!
  • Eine wichtige Komponente des Coachings ist das Nachwirken beim Klienten und die eigene Weitererarbeitung seiner Themen. Diese Zeit ist essenziell und sollte durch komplementäre Fragestellungen unterstützt werden. Achten Sie deshalb darauf, ob der Coach Ihnen „Hausaufgaben“ aufgibt oder solche Aufgaben lieber in der Coaching-Sitzung bearbeiten lässt (das ist dann Zeitschinderei)!

Bei Fragen oder unseriösen Coaching-Praktiken können Sie zusätzlich immer eine Schiedsstelle bei den renommierten Coachingverbänden anrufen und befragen (z.B. DBVC, EMCC, QRC). Diese hilft Ihnen weiter und geht über Verbraucherschutz und Presse gegen solche Machenschaften vor.

Viel Erfolg bei Ihrer Auswahl und ein erfolgreiches Coaching!

 

*Folgende Verbände haben sich im Roundtable der Coachingverbände (RTC) zusammengeschlossen:

  • Berufsverband Dt. Psychologinnen und Psychologen (BDP)
  • Berufsverband für Trainer, Berater und Coaches e.V. (BDVT)
  • Deutscher Bundesverband Coaching e. V. (DBVC)
  • Deutscher Coaching Verband e. V. (DCV)
  • Deutsche Gesellschaft für Coaching e. V. (DGfC)
  • Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF)
  • Deutsche Gesellschaft für Supervision e. V. (DGSv)
  • Deutscher Verband für Coaching und Training e. V. (dvct)
  • European Association for Supervision and Coaching e. V. (EASC)
  • European Mentoring & Coaching Council Deutschland e. V. (EMCC)
  • International Coaching Federation Deutschland e. V. (ICF)
  • Qualitätsring Coaching und Beratung e. V. (QRC)
  • Systemische Gesellschaft e. V. (SG)