Von der MBS an die Elite-Uni: Bachelor-Absolvent Moritz Profanter beginnt Masterstudium an der London School of Economics

© London School of Economics

Nach dem Studium beginnen die Bachelorabsolventen der Munich Business School ihre Karriere in großen, internationalen Konzernen, treten die Nachfolge im Familienunternehmen an oder gründen eigene Start-ups. Die meisten von ihnen entschließen sich jedoch, ihr im Bachelor International Business erworbenes Wissen mit einem Masterstudium weiter zu vertiefen und sich zu spezialisieren.

MBS Moritz ProfanterEiner von ihnen ist Moritz Profanter. Der gebürtige Südtiroler kam 2015 für sein Bachelorstudium an die MBS, beendete es im letzten Jahr erfolgreich und bewarb sich für ein Masterstudium. Allerdings nicht an irgendeiner Hochschule, sondern an einer der renommiertesten überhaupt – an der London School of Economics and Political Science (LSE). Sie ist Teil der University of London und gehört – neben dem Imperial College London, der University of Cambridge, der University of Oxford und dem University College London – zu Englands sogenannten G5 Super-Elite Universities.

Mit Studierenden aus ca. 150 Ländern ist die LSE eine der internationalsten Hochschulen überhaupt, die Liste der Alumni und Dozenten liest sich wie ein Who is Who international bedeutender Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. John F. Kennedy hat hier studiert, ebenso George Soros, David Rockefeller, Mick Jagger und die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen; Dozenten sind bzw. waren Berühmtheiten wie der britisch-österreichische Philosoph Karl Popper oder der amerikanische Ökonom Paul Krugman. Letzterer ist übrigens nur einer von insgesamt 18 Nobelpreisträgern, die an der LSE entweder studiert oder unterrichtet haben.

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Man kann sich ausmalen, wie begehrt ein Studienplatz an der London School of Economics ist: Nur etwa jeder 12. Bewerber darf letztendlich auch an der Elite-Uni studieren. Einer davon ist Moritz, der dort im September sein Masterstudium in Philosophy of the Social Sciences beginnen wird.

Prof. Dr. Patricia Kraft, Studiendekanin und Studiengangsleiterin Bachelor International Business, hat mit ihm über seinen Weg von der MBS an die LSE gesprochen.

Hallo Moritz und Gratulation zu deinem Studienplatz an der LSE. Lass uns von vorne beginnen: Du hast deinen Bachelor hier an der MBS im letzten Jahr abgeschlossen. Warum hast du dich entscheiden, noch ein Masterstudium dranzuhängen?

Durch mein Bachelorstudium konnte ich sehr viele Einblicke in die verschiedenen Bereiche der BWL gewinnen und praktische Erfahrungen sammeln. Da das Fächerspektrum sehr breit ist, reicht ein Bachelorstudium alleine nicht aus, alle Themen im Detail zu behandeln. Deshalb verspürte ich nach meinem Abschluss das Bedürfnis, mein Wissen in speziellen Fächern noch weiter zu vertiefen.

Neben einer soliden Allgemeinbildung, wofür ein Bachelor das Fundament darstellt, ist es mir nämlich auch wichtig, eine fundierte wissenschaftliche Expertise in einzelnen Fachbereichen zu entwickeln. Das ist für mich persönlich eine essenzielle Eigenschaft eines Studierenden. Aus diesem Grund und wegen meiner allgemeinen Wissbegierde und Lust am Studieren habe ich mich entschieden, noch einen Master zu machen.

Wie hast du dich informiert, welches Master-Programm für dich am besten geeignet ist?

Ich habe im Laufe meines Bachelorstudiums immer deutlicher gemerkt, dass ich keine klassische betriebswirtschaftliche „Masterlaufbahn“ eingehen möchte. Ein Master in Management, Marketing oder Finanzen kam für mich also nicht in Frage.

Mein Interesse kumulierte sich vielmehr in der Schnittstelle zwischen Volkswirtschaft und Philosophie. Themen wie Verhaltensökonomie oder Wirtschaftsphilosophie und Rationalität haben mich schon immer interessiert. Die VWL-Fächer und die Module in Wirtschafts- und Kulturgeschichte an der MBS haben mich darin bestärkt. Während des letzten Semesters habe ich dann damit angefangen, im Internet zu recherchieren und mich über verschiedene Hochschulen zu informieren.

Ich habe mir Erfahrungsberichte von Studenten durchgelesen, Info-Veranstaltungen besucht und mich mit einigen Philosophen und Ökonomen beschäftigt. Außerdem habe ich ein paar Freunde, die in England studiert haben, um Rat und Meinung gefragt.

Die Suche ist mir anfangs schwergefallen, da es nicht viele Programme gibt, die VWL und Philosophie kombinieren. Und die Programme, die angeboten werden, sind sehr gefragt, was dazu führt, dass die Zulassungsvoraussetzungen sehr hoch sind. Es stellte sich heraus, dass die Unis in England in meinem gewünschten Studienbereich ein breiteres Angebot haben und ich beschloss, mich primär dort zu bewerben.

Meine erste Wahl fiel auf VWL und Philosophie in London, meine zweite Option war ein reines VWL-Studium an Hochschulen in England oder Italien. Auch wenn an den meisten Unis ein VWL-Bachelor Voraussetzung war, habe ich mich beworben. Mir war es wichtig, an einer guten Hochschule und auf Englisch zu studieren, entweder in England oder in meinem Heimatland Italien.

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Warum hast du dich letztendlich für die London School of Economics entschieden?

Die LSE ist mir schon sehr früh während meiner Suche aufgefallen, da sie sich auf sozialwissenschaftliche Forschung und Studien spezialisiert. Außerdem ist sie in den Schnittstellen zwischen VWL und Philosophie eine der führenden Institutionen weltweit mit sehr guten Professoren und Forschungszentren. Das Masterstudium „Economics and Philosophy“ schien wie gemacht für mich.

VWL-Fächer stehen hier im Vordergrund, zusätzlich kann man noch Kurse aus den Philosophie-Studiengängen wählen. Leider ist das Programm auch eines der gefragtesten überhaupt und man benötigt einen VWL-Bachelor sowie einen sehr guten Notendurchschnitt. Ich habe mich aber trotzdem beworben, da ich sehr motiviert war, und habe sehr viel Aufwand in Motivations- und Empfehlungsschreiben gesteckt.

Zu meinem Erstaunen hat es dann geklappt. Zwar nicht für meine erste Wahl, aber für die zweite, „Philosophy of the Social Sciences”. Hier steht Philosophie im Vordergrund und man wählt individuell VWL-Module als Nebenfächer. Da das Programm meiner ersten Wahl sehr ähnlich ist und ich sehr an Philosophie interessiert bin, habe ich mich dafür entschieden, mich einzuschreiben.

Welche Aspekte aus dem MBS Studium waren für die Bewerbung besonders hilfreich?

Die Inhalte aus „Wirtschaft und Kulturgeschichte“ und die VWL-Fächer haben sicherlich am meisten dazu beigetragen, dass ich den Studienplatz an der LSE bekommen habe. Vor allem das Philosophie-Modul hat mir geholfen, mein Interesse und Wissen bezüglich philosophischer Themen auszuweiten. Außerdem habe ich mich in meiner Bachelorarbeit, die Prof. Dr. Müllich betreut hat, mit philosophischen Fragestellungen und Untersuchungen aus wirtschaftsethischer Perspektive beschäftigt. All diese Aspekte habe ich geschickt in mein Personal Statement eingebaut.

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Welche Tipps hast du für zukünftige Bachelor-Absolventen, die wie du einen Master an einer Elite-Uni machen möchten?

Allem voran muss ich sagen, dass ich beim Auswahlverfahren auf jeden Fall viel Glück hatte. Ich hatte die Zulassungsvoraussetzungen nicht vollständig erfüllt, aber mir wurde trotzdem ein Angebot gemacht. Deshalb hat jeder eine Chance und man sollte sich nicht entmutigen lassen, wenn man die Voraussetzungen nicht zu 100 Prozent erfüllt. Solange man motiviert ist, für das Studienprogramm brennt und dies durch gute Argumente und „Beweise“ aus seinem Studium und durch seine Persönlichkeit zu Papier bringen kann, ist man für jede Hochschule interessant.

Außerdem sollte man sich schon im letzten Bachelorsemester Gedanken über die weitere Studienrichtung machen und anfangen, sich genauer mit interessanten Unis zu befassen und so viel wie möglich über das gewünschte Programm herauszufinden. Einige Unis geben schon Fachlektüre vor, die man gut zur Vorbereitung für die Bewerbung und zum Einlesen in das Fach verwenden kann. Es geht in erster Linie darum, die Denkweise und Sphäre des gewünschten Fachbereiches zu verstehen und sich eine persönliche Meinung zu bilden, wie man selbst dazu steht.

Ein Vorteil ist auch, wenn man sich bereits ein erstes einigermaßen spezifisches Forschungsfeld erarbeitet, das man im Zuge des Masterstudiums vertiefen will und wobei das Programm einem weiterhelfen kann. Gute Unis verlangen nämlich, dass man wirklich Ahnung vom Fach hat und einen persönlichen Bezug – und dies auch rüberbringen kann.

Außerdem ist es Hochschulen wie der LSE wichtig, dass der Bewerber in ihre Forschungsmentalität passt und dem allgemeinen „Spirit” der Universität entspricht. Meiner Meinung nach kann man sich auch überlegen, wie man seine Bachelorarbeit nach dem gewünschten Master ausrichtet und schon daran denkt, wie man sie geschickt in die Bewerbung einbauen kann. Die Bachelorarbeit ist schließlich das einzige relativ große Forschungsprojekt eines Bachelorstudenten und sagt einiges über seine Forschungsambitionen aus.

Wesentliche Faktoren sind natürlich auch ein interessanter und einzigartiger Lebenslauf sowie starke akademische Leistungen in den für den Master relevanten Fächern.

Hast du schon genauere Pläne für deine berufliche Zukunft nach dem Master-Studium?

Ich habe noch wenig konkrete Vorstellungen über meine künftige Berufung. Es würde mich aber interessieren, einmal Erfahrung in Forschungs- oder Entwicklungsinstituten zu machen, z.B. bei der World Bank oder im World Economic Forum. Das steht aber noch sehr unscharf in den Sternen.

Meine akademische Zukunft kann ich mir eher ausmalen. Nach meinem Master könnte ich mir gut vorstellen, noch einen PhD anzuhängen, sofern mich meine Lust am Forschen und Studieren nicht verlässt.

Vielen Dank für das ausführliche Gespräch, Moritz, und alles Gute für dein Masterstudium und die Zeit danach!

Alle Fotos © London School of Economics and Political Science.

Prof. Dr. Patricia Kraft
Über Prof. Dr. Patricia Kraft 21 Artikel
Patricia Kraft studierte BWL mit den Schwerpunkten Marketing, strategischem Management und Statistik und promovierte an der Universität Regensburg und der University of Colorado, USA im Themengebiet internationales Marketing. Während ihrer Promotionszeit wirkte sie in Regensburg maßgeblich am Aufbau von drei neuen Studiengängen im Rahmen des Elitenetzwerkes Bayern mit. Nach langjähriger beruflichen Tätigkeit in den Bereichen des Marketings und des strategischen Managements in der Investitionsgüterindustrie und Finanzdienstleistung lehrt sie an verschiedenen Hochschulen die Themengebiete Strategie, Marketing und Kommunikation. Seit 2014 ist sie Professorin an der Munich Business School und seit 2016 Studiengangsleiterin des Bachelor Programms Internationale Betriebswirtschaft.
MBS Moritz Profanter
Über Moritz Profanter
Moritz Profanter is a 2018 Bachelor International Business graduate of Munich Business School.