{"id":1229,"date":"2015-01-09T23:29:30","date_gmt":"2015-01-09T22:29:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/?p=1229"},"modified":"2016-04-26T18:36:31","modified_gmt":"2016-04-26T16:36:31","slug":"wirtschaftsstandort-deutschland-eine-arbeitswelt-im-wandel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2015\/wirtschaftsstandort-deutschland-eine-arbeitswelt-im-wandel\/","title":{"rendered":"Wirtschaftsstandort Deutschland \u2013 eine Arbeitswelt im Wandel"},"content":{"rendered":"<p>Starkes Qualifikationsniveau, hohe Arbeitsmotivation und zahlreiche Zuwanderungen aus allen Teilen der Welt \u2013 dem Arbeitsmarkt in der Bundesrepublik geht es gut, trotz einiger wirtschaftlicher Unsicherheiten. Welche Auswirkungen haben also neue Formen der Vernetzung sowie eine neu heranwachsende Generation auf die Arbeitswelt?<\/p>\n<p><strong>Aktuelle Entwicklungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt<\/strong><\/p>\n<p>Das deutsche Bildungssystem genie\u00dft international einen sehr guten Ruf. Deutsche Fachkr\u00e4fte sind in aller Welt gefragt. <a href=\"https:\/\/www.gtai.de\/GTAI\/Content\/DE\/Invest\/_SharedDocs\/Downloads\/GTAI\/Sonstiges\/blg-kurzueberblick-wirtschaftsstandort-deutschland-pdf.pdf\" target=\"_blank\">Mehr als 80%<\/a> aller Arbeitskr\u00e4fte haben hierzulande eine Berufsausbildung oder einen Universit\u00e4tsabschluss. Das Qualifikationsniveau ist hoch. Vor allem die Form des dualen Studiums wird weltweit gesch\u00e4tzt und \u00fcbernommen. Qualifizierten Arbeitskr\u00e4ften wird nachgesagt, hochwertige und pr\u00e4zise Arbeit zu leisten \u2013 Kriterien, die f\u00fcr Unternehmen entscheidend sind. Die Nachfrage nach Arbeitskr\u00e4ften befindet sich deshalb auf einem guten Niveau, zahlreiche offene Stellen locken Jobsuchende an. Es gibt <a href=\"http:\/\/statistik.arbeitsagentur.de\/Statistikdaten\/Detail\/201410\/arbeitsmarktberichte\/monatsbericht-monatsbericht\/monatsbericht-d-0-201410-pdf.pdf\" target=\"_blank\">51.000<\/a> mehr freie Stellen als im Jahr zuvor. Besonders in den Bereichen Metall, Verkehr, Logistik, Hotel und Gastronomie suchen Unternehmer motivierte Mitarbeiter. All diese Stellen zu besetzen ist bei dem vorherrschenden Fachkr\u00e4ftemangel in einigen Bereichen schwierig. Beispielsweise gilt der Beruf des Ingenieurs als der Mangelberuf Nummer 1 am Technologiestandort Deutschland. Gleichzeitig ergibt sich daraus aber eine gute Chance f\u00fcr internationale Fachkr\u00e4fte, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fu\u00df zu fassen.<\/p>\n<p><strong>Internationale Arbeitskr\u00e4fte beeinflussen die Arbeitsmarktsituation<\/strong><\/p>\n<p>Deutschland erleichtert den Zugang zum Arbeitsmarkt f\u00fcr internationale Fachkr\u00e4fte zunehmend. Mit der \u201eBlauen Karte EU\u201c\u00a0 wird ausl\u00e4ndischen Akademikern mit anerkanntem Hochschulabschluss der Eintritt in den deutschen Arbeitsmarkt vereinfacht. Allerdings ist die Beantragung der Blauen Karte EU an ein Bruttojahresgehalt von 47.600 Euro gekn\u00fcpft. Somit profitieren viel mehr hochverdienende Fachkr\u00e4fte aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik und Medizin davon. Vielleicht ein Grund, weshalb der Erfolg bislang ausbleibt. Von den erweiterten rechtlichen Zuwanderungsm\u00f6glichkeiten machen hochqualifizierte Fachkr\u00e4fte nur wenig Gebrauch. Laut Bundesinnenministerium nutzten nur <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/politik\/deutschland\/arbeitsmarkt-rheinische-post-nur-wenig-fachkraefte-zuwanderung_id_4206811.html\" target=\"_blank\">475 Akademiker<\/a> die M\u00f6glichkeit, ein Sechs-Monats-Visum f\u00fcr die Arbeitsplatzsuche in Deutschland zu ergattern. Grund: Deutschland ist f\u00fcr viele ausl\u00e4ndische Arbeiter nicht attraktiv genug. Einige H\u00fcrden m\u00fcssen n\u00e4mlich von internationalen Fachkr\u00e4ften zun\u00e4chst \u00fcberwunden werden. Die Sprachbarrieren und Vorurteile gegen\u00fcber den verschiedenen Ausbildungsformen sind hier nur zwei Gr\u00fcnde. Erschreckenderweise ist die Zahl der Wissenschaftler, die nach Deutschland einwandern sogar r\u00fcckl\u00e4ufig. Aufenthaltstitel f\u00fcr qualifizierte ausl\u00e4ndische Mitarbeiter werden weiterhin an die Ausl\u00e4nder verteilt, die bereits in Deutschland leben. Erfahrungen zeigen, dass beispielsweise Fachkr\u00e4fte aus osteurop\u00e4ischen EU-Mitgliedsstaaten weitestgehend problemlos im Arbeitsmarkt Fu\u00df fassen.<\/p>\n<p>Trotzdem bleibt der Wirtschaftsstandort Deutschland f\u00fcr viele Migranten und Migrantinnen eine gute Alternative. Hohe Wachstums- und Innovationspotenziale zeichnen zum Beispiel die Mehrheit von Gr\u00fcnderunternehmen aus. Und dabei hat knapp jeder Dritte Gr\u00fcnder einen Zuwanderungshintergrund. Internationale Arbeitskr\u00e4fte tragen zur Vielfalt des Wirtschaftsstandorts Deutschland bei. Die Bundesrepublik muss dementsprechend mehr tun, um attraktiv f\u00fcr internationale Fachkr\u00e4fte zu werden \u2013 zum Beispiel durch die Erm\u00f6glichung einer fundierten Ausbildung oder einer verbesserten Integration in die hiesige Arbeitskultur.<\/p>\n<p><strong>Die Generation Y\u00a0 \u2012 Arbeitspl\u00e4tze m\u00fcssen sich anpassen<\/strong><\/p>\n<p>Nicht nur der Fachkr\u00e4ftemangel ist ein Grund, warum viele freie Stellen unbesetzt bleiben m\u00fcssen. Die deutsche Bev\u00f6lkerung wird\u00a0 immer \u00e4lter, immer weniger junge Menschen r\u00fccken nach. Das ist nicht nur ein Gesellschaftsproblem, nein, es nimmt auch Einfluss auf den Arbeitsmarkt. In den n\u00e4chsten zehn bis 20 Jahren werden zahlreiche Stellen unbesetzt bleiben. Die neu heranwachsende Generation stellt v\u00f6llig andere Anforderungen an den Arbeitgeber als Generationen vor ihr. Das A und O f\u00fcr den Erfolg eines Unternehmens ist es, die GenY und die damit einhergehenden Bed\u00fcrfnisse und Erwartungen zu verstehen. Nur so kann sich ein Unternehmen vor k\u00fcnftigem Personalmangel sch\u00fctzen. Unternehmer m\u00fcssen sich weiter Nachwuchskr\u00e4fte sichern, indem sie konkrete \u00c4nderungen vornehmen. Die GenY legt hohen Wert auf Weiterbildung, Teamarbeit, ein gutes Betriebsklima, Gestaltungsfreiraum und die M\u00f6glichkeit zur Selbstverwirklichung. Es gilt all diese Faktoren zu ber\u00fccksichtigen und in die Unternehmensstruktur aufzunehmen. Die Arbeits- und F\u00fchrungskultur sollte dementsprechend in diesen Bereichen neu \u00fcberdacht werden.<\/p>\n<p><strong>Vernetzung in der Arbeitswelt<\/strong><\/p>\n<p>Die Arbeitswelt befindet sich auch im technologischen Wandel. Mit den neuen Kommunikations- und Informationstechnologien entsteht eine v\u00f6llig neue Form der Zusammenarbeit. Die sozialen Netzwerke sind das Schlagwort der Stunde. Ein Gro\u00dfteil der Arbeit wird \u00fcber das Internet und seine Netzwerke organisiert. Weltweit arbeiten an den unterschiedlichsten Orten Teams online zusammen, treffen gemeinsam Entscheidungen und finden Probleml\u00f6sungen \u2013 ohne sich jemals pers\u00f6nlich zu Gesicht zu bekommen. Social Media dominiert die allt\u00e4gliche Kommunikation. Menschen sind \u00fcber diese mobilen Kan\u00e4le permanent online und erreichbar. Diese Vernetzung wird das Prinzip der hierarchiefreien Selbstorganisation bef\u00f6rdern. Nicht nur Mitarbeiter profitieren davon, auch die Kunden werden \u00fcber Twitter, Xing, Facebook oder Google+ enger miteinander vernetzt sein. Sie stehen in st\u00e4ndigem Kontakt mit ihren Projektbeteiligten. Die r\u00e4umliche Trennung stellt l\u00e4ngst kein Hindernis mehr da. Wissen, Information und K\u00f6nnen kann durch diese Form der Vernetzung unmittelbar an den Kunden weitergegeben werden. \u00a0Das f\u00fchrende IT-Unternehmen IBM ist ein Paradebeispiel f\u00fcr diese neuen Formen der Vernetzung. Mit dem \u201eBeLiquid\u201c- Programm haben sie ihr Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis auf eine Kernbelegschaft reduziert\u00a0 und erg\u00e4nzen diese mit einem gro\u00dfen Heer an freien Spezialisten, die global verteilt sind.\u00a0 Das System ist an die sozialen Netzwerke gebunden. Prozesse k\u00f6nnen effizienter gestaltet werden und Unternehmen profitieren \u00a0von einem\u00a0 gr\u00f6\u00dferen Wissensnetzwerk.<\/p>\n<p>Der technologische Wandel des deutschen Arbeitsmarktes ist auch eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr internationale Fachkr\u00e4fte. Doch, um Deutschland als Arbeitswelt f\u00fcr internationale Mitarbeiter attraktiver zu machen, muss die Struktur des Arbeitsplatzes, sowie die F\u00fchrung und die Verteilung der Aufgaben neu \u00fcberdacht werden, sodass am Ende beide Parteien davon profitieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Starkes Qualifikationsniveau, hohe Arbeitsmotivation und zahlreiche Zuwanderungen aus allen Teilen der Welt \u2013 dem Arbeitsmarkt in der Bundesrepublik geht es gut, trotz einiger wirtschaftlicher Unsicherheiten. 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