{"id":4385,"date":"2016-07-01T15:28:31","date_gmt":"2016-07-01T13:28:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/?p=4385"},"modified":"2023-07-01T13:47:09","modified_gmt":"2023-07-01T11:47:09","slug":"das-gegenseitigkeitsprinzip-neu-betrachtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2016\/das-gegenseitigkeitsprinzip-neu-betrachtet\/","title":{"rendered":"Das Gegenseitigkeitsprinzip \u2013 neu betrachtet im Verhandlungskontext"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Verhandlungsexperte Prof. Dr. Jack Nasher untersucht, wie man das Gegenseitigkeitsprinzip in Verhandlungen effektiv und gewinnbringend einsetzen kann, indem man praktische Verhandlungstaktiken mit psyschologischen Ph\u00e4nomenen kombiniert<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist das Gegenseitigkeitsprinzip?<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Gegenseitigkeitsprinzip ist eine Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit menschlichen Verhaltens, die sich in allen Kulturen findet. Denn es war die Verl\u00e4sslichkeit anderer, sich f\u00fcr unsere Handlungen zu revanchieren, die Zivilisationen begr\u00fcndete und nach der Ansicht von Entwicklungspsycholog*innen sogar unser \u00dcberleben sicherte.<a name=\"_ftnref3\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In China ist das Gegenseitigkeitsprinzip als <em>Guanxi <\/em>regelrecht institutionalisiert und zieht sich durch die gesamte Gesellschaft.<a name=\"_ftnref4\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> Wird ein Gefallen erwiesen, so wird damit ein Faden in einem riesigen Guanxi-Netzwerk gesponnen. Es gibt j\u00e4hrliche Guanxi-Listen, in denen alle im Netzwerk aufgef\u00fchrt sind, denen die meisten Gefallen geschuldet werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Gegenseitigkeitsprinzip &#8211; ein pers\u00f6nliches Beispiel vom Gro\u00dfen Basar in Istanbul<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich habe eine schwarze Lederjacke, in der ich wie ein Rausschmei\u00dfer aussehe. Aber das wei\u00df niemand, weil ich mich mit ihr nicht aus dem Haus traue. Ob ich sie geschenkt bekommen oder vor vielen Jahren gekauft habe, als die Mode noch anderen \u00e4sthetischen Gesetzen folgte? Keineswegs. Ich habe sie vor nicht allzu langer Zeit im Gro\u00dfen Basar von Istanbul erworben, nachdem mir ein freundlicher H\u00e4ndler eine winzige Tasse Tee offerierte, die weniger als einen Euro wert war. Und ich mag Tee nicht einmal besonders.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem h\u00e4tte ich mich erb\u00e4rmlich gef\u00fchlt, w\u00e4re ich einfach weggegangen, ohne etwas zu kaufen. Das \u00dcberraschende an diesem Ereignis ist die enorme Wirkungskraft des Gegenseitigkeitsprinzips.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Enorm deshalb, weil es bei mir trotzdem wirkt \u2013 obwohl ich \u00fcber das Thema Verhandeln schreibe und lehre. Es passiert selten, dass ein psychologisches Prinzip so wirksam ist, dass es nicht zu einem Widerstand, einer Gegenreaktion f\u00fchrt; sondern dass es erfolgreich funktioniert, obwohl wir uns seiner Nutzung bewusst sind und auch dar\u00fcber, dass unser Gegen\u00fcber es zweckm\u00e4\u00dfig auf uns anwendet.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Sie haben wahrscheinlich schon \u00c4hnliches erlebt \u2013 am Marktstand ein St\u00fcck K\u00e4se probiert und dann zwei Kilo gekauft, obwohl Sie am n\u00e4chsten Tag in die Sommerferien aufbrechen wollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie kann man das m\u00e4chtige Gegenseitigkeitsprinzip bei Verhandlungen effektiv einsetzen?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Gegenseitigkeitsprinzip bei Verhandlungen <\/h2>\n\n\n\n<p>Fr\u00fchere Forschungen zur Anwendung des Gegenseitigkeitsprinzips im Business-Kontext konzentrierten sich in erster Linie darauf, sich nicht in das Gef\u00fchl dr\u00e4ngen zu lassen, jemandem verpflichtet zu sein.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Doch kann das Prinzip durch strategische Zugest\u00e4ndnisse sehr einfach proaktiv angewendet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wert eines Zugest\u00e4ndnisses h\u00e4ngt von der Wahrnehmung ab: &#8222;Reaktive Abwertung&#8220; bezieht sich auf die in erster Linie durch Misstrauen bedingte Tendenz von Verhandlungspartner*innen, Zugest\u00e4ndnisse des jeweils anderen geringer einzusch\u00e4tzen, als sie tats\u00e4chlich sind.<a name=\"_ftnref6\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> Dar\u00fcber hinaus gilt: Erfolgen Zugest\u00e4ndnisse zu bereitwillig, k\u00f6nnte die andere Partei dies als Schw\u00e4che interpretieren und infolgedessen dazu neigen, mehr zu verlangen, statt ihrerseits etwas anzubieten. Schnelle Zugest\u00e4ndnisse k\u00f6nnen also den Verdacht erwecken, das urspr\u00fcngliche Angebot sei als &#8222;unehrlicher Anker&#8220; gesetzt worden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn sofortiger Gewinn als wertlos erachtet wird und der wahrgenommene Nutzen als gering, so wird andererseits der wahrgenommene Wert durch langsames Vorgehen gesteigert. Von daher ist es ratsam, bei Zugest\u00e4ndnissen z\u00f6gerlich und knauserig zu verfahren, statt mit einem gro\u00dfz\u00fcgigen Angebot anzufangen und sich dann pl\u00f6tzlich stur zu stellen.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Selbst wenn ein Verhandlungspunkt f\u00fcr eine Partei unbedeutend ist, sollte man ihn nicht zu leicht aufgeben. Was f\u00fcr den*die eine*n Verhandlungspartner*in irrelevant ist, kann f\u00fcr den anderen \u00e4u\u00dferst wichtig sein. Dem*Der Verk\u00e4ufer*in mag es zum Beispiel egal sein, ob er ein Auto mit Umsatzsteuer verkauft oder nicht; f\u00fcr den*die potenzielle*n K\u00e4ufer*in aber kann dies von entscheidender Bedeutung sein. Gibt der*die Verk\u00e4ufer*in sofort nach, wird der*die K\u00e4ufer*in dieses Entgegenkommen nicht anerkennen. Besteht der*die Verk\u00e4ufer*in sp\u00e4ter auf sofortiger Zahlung, ist er*sie damit vielleicht nicht erfolgreich, da er nichts Wertvolles daf\u00fcr &#8222;einzutauschen&#8220; hat.<a name=\"_ftnref8\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Niemals sollte ein Zugest\u00e4ndnis erfolgen, bevor der*die Gegenspieler*in nicht etwas zur\u00fcckgegeben hat. Das Gegenseitigkeitsprinzip l\u00e4sst sich in zwei Worten zusammenfassen: &#8222;Wenn\u2026 dann\u2026&#8220;:<a name=\"_ftnref9\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8222;Wenn Sie 10 Prozent Rabatt wollen, dann bestellen Sie 100 Einheiten.&#8220;<\/li>\n\n\n\n<li>&#8222;Wenn nach Indien geliefert werden soll, erwarten wir eine Versicherung.&#8220;<\/li>\n\n\n\n<li>&#8222;Wenn Sie bereits am 22. einziehen wollen, m\u00fcssen Sie die R\u00e4ume selbst streichen.&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Dieser Ansatz eignet sich auch f\u00fcr komplexe Verhandlungen<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a>: &#8222;Wenn Sie Aktien statt Geld akzeptieren, k\u00f6nnen wir Ihnen 5 Prozent mehr bezahlen und bieten Ihnen auch weiterhin einen Beratungsvertrag f\u00fcr das kommende Jahr.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Bei diesem Ansatz wird die jeweils andere Partei darauf konditioniert, immer etwas anzubieten, bevor sie etwas verlangt. Es ist allerdings von entscheidender Bedeutung, im Gegenzug wiederum etwas zu verlangen, da dieser Effekt schnell verpufft.<a name=\"_ftnref11\" href=\"#_ftn11\">[11]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Im Folgenden werde ich eine Reihe praktischer Verhandlungstaktiken (\u201eGuter Bulle \u2013 b\u00f6ser Bulle&#8220;, \u201eBogey- und Decoy-Effekt\u201c) gemeinsam mit den psychologischen Ph\u00e4nomenen des \u201eHyperbolic Discounting\u201c (\u201e\u00fcbertriebenes Abrechnen\u201c) und der \u201eProspect Theory\u201c (\u201eNeue Erwartungstheorie\u201c) unter die Lupe nehmen \u2013 mit dem Ziel, die Wirkung des Gegenseitigkeitsprinzips zu maximieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Guter Bulle \u2013 b\u00f6ser Bulle <\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Eine subtile Variante, sich das Gegenseitigkeitsprinzip zunutze zu machen, ist das &#8222;Guter Bulle \u2013 b\u00f6ser Bulle&#8220;-Spiel, das aus Krimis bestens bekannt ist und darauf abzielt, beim Gegen\u00fcber eine Dankesschuld zu erzeugen: Ein Polizeibeamter verh\u00e4lt sich \u00e4u\u00dferst grob, schl\u00e4gt auf den Tisch und wird beim Verh\u00f6r fast handgreiflich. Der &#8222;gute Bulle&#8220; bremst seinen Kollegen und schl\u00e4gt ihm sogar vor, einmal um den Block zu gehen, um wieder runterzukommen. Er wendet sich dann dem Verh\u00f6rten zu, bietet ihm einen Kaffee und eine Zigarette an und entschuldigt sich f\u00fcr seinen aggressiven Kollegen. Der Verh\u00f6rte unterliegt jetzt dem Gegenseitigkeitsprinzip: Er f\u00fchlt sich dem guten Bullen gegen\u00fcber in der Pflicht, der ihn so h\u00f6flich behandelt und dabei sogar die Beziehung zu seinem Kollegen aufs Spiel setzt.<a name=\"_ftnref12\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Methode ist zwar alt, aber wirksam, und sie f\u00fchrt zu messbaren Erfolgen.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Man kann sie in Verhandlungen, bei denen Teams von jeweils mindestens zwei Personen beteiligt sind, leicht einsetzen. Der &#8222;b\u00f6se Bulle&#8220; stellt haarstr\u00e4ubende Forderungen und setzt extreme Anker. Dann verl\u00e4sst er das Meeting, w\u00e4hrend der &#8222;gute Bulle&#8220; bleibt. Wenn der \u201eb\u00f6se Bulle\u201c von der anderen Partei beim Verlassen des Raumes zur\u00fcckgehalten wird, ist der Trick unn\u00f6tig. Wenn nicht, liegt es am &#8222;guten Bullen&#8220;, den Deal abzuschlie\u00dfen, ohne dass irgendjemand an den Verhandlungstisch zur\u00fcckkehren muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Der &#8222;gute Bulle&#8220; kann jetzt sagen: &#8222;Entschuldigung, er*sie ist wirklich ein Hitzkopf. Aber ich glaube, wir k\u00f6nnten uns einigen, wenn Sie uns im Preis etwas entgegenkommen w\u00fcrden.&#8220;<a name=\"_ftnref14\" href=\"#_ftn14\">[14]<\/a> Seine Forderungen erscheinen jetzt \u2013 im Vergleich \u2013 vern\u00fcnftiger. Zudem ist ihm die andere Verhandlungspartei jetzt dankbar und f\u00fchlt sich verpflichtet zu kooperieren.<a name=\"_ftnref15\" href=\"#_ftn15\">[15]<\/a> Um langfristige Beziehungen zu Verhandlungspartner*innen nicht zu zerst\u00f6ren, ist es sinnvoll, die Rolle des &#8222;b\u00f6sen Bullen&#8220; mit leicht ersetzbaren Verhandlungsf\u00fchrer*innen zu besetzen, etwa mit einem*einer Anwalt*Anw\u00e4ltin oder einem*einer Berater*in.<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00f6nigsweg bei der Maximierung des Gegenseitigkeitsprinzips ist es, mehr zu nehmen als zu geben. Dazu eignen sich die zwei H\u00e4ndlertricks, &#8222;Bogey&#8220; und &#8222;Decoy&#8220; sowie die psychologischen Ph\u00e4nomene &#8222;Hyperbolic Disounting&#8220; und die &#8222;Prospect Theory&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bogey und Decoy <\/h3>\n\n\n\n<p>Der &#8222;Bogey&#8220; ist ein alter H\u00e4ndlertrick, der davon ausgeht, dass kein Zugest\u00e4ndnis erfolgen sollte, ohne daf\u00fcr etwas zur\u00fcckzubekommen. Man gibt vor, dass etwas tats\u00e4chlich v\u00f6llig Unbedeutendes von gro\u00dfem Gewicht ist.<a name=\"_ftnref16\" href=\"#_ftn16\">[16]<\/a> Es wird jedes noch so geringe Zugest\u00e4ndnis zu einem Ereignis, um das Maximale herauszubekommen: Ist das Vorratslager des Verk\u00e4ufers bis unter das Dach gef\u00fcllt und w\u00e4re sofortige Lieferung ein echter Vorteil, w\u00fcrde der &#8222;Bogey-Verk\u00e4ufer&#8220; etwa sagen: &#8222;Oh, das ist nicht so einfach, aber ich werde mein Bestes tun, damit es klappt.&#8220; Er w\u00e4re dann in der besten Position, um im Gegenzug ein Entgegenkommen zu verlangen, etwa eine Erh\u00f6hung der St\u00fcckzahlen oder bessere Zahlungsbedingungen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Decoy&#8220; ist ein anderer alter Trick, bei dem man sogar noch einen Schritt weiter geht: Als Gene Hackman den Schurken Lex Luthor im ersten Superman-Film spielte, weigerte er sich, seinen Schnurrbart abzurasieren. Regisseur Richard Donner suchte ihn in seiner Garderobe auf und schlug ihm einen Deal vor: Wenn sich Hackman seinen Bart abrasierte, w\u00fcrde er das auch tun \u2013 1978 ein wahrhaft gro\u00dfes Opfer. Hackman lie\u00df sich sofort vom Visagisten rasieren, w\u00e4hrend Donner seinen Schnurrbart einfach abzog \u2013 er hatte ihn sich am Morgen extra f\u00fcr das Verhandlungsgespr\u00e4ch aufgeklebt. Beim &#8222;Decoy&#8220; \u00fcbertreibt man also nicht nur, sondern erfindet sogar ein Zugest\u00e4ndnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass ein*e erfolgreiche*r Verhandlungsf\u00fchrer*in f\u00fcr einen geringen Einsatz einen gro\u00dfen Nutzwert bekommt. Von daher z\u00e4hlt nicht der objektive Wert von Zugest\u00e4ndnissen, sondern die Art, wie diese gew\u00e4hrt werden.<a name=\"_ftnref17\" href=\"#_ftn17\">[17]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hyperbolic Discounting <\/h3>\n\n\n\n<p>Vor einigen Jahren sorgte der sogenannte Marshmallow-Test f\u00fcr Aufsehen: Vierj\u00e4hrige Kinder wurden mit einem Marshmallow vor ihnen in einem Raum alleingelassen. Wenn sie dem Marshmallow ein paar Minuten widerstehen konnten, w\u00fcrden sie ein zweites bekommen.<a name=\"_ftnref18\" href=\"#_ftn18\">[18]<\/a> Die Kinder wurden durch einseitig verspiegelte Fenster gefilmt: die meisten von ihnen litten sichtlich, manche weinten sogar. Einige konnten nicht widerstehen; wieder andere leckten am Marshmallow und legten ihn zur\u00fcck. Ein M\u00e4dchen a\u00df das Innere auf und legte die leere H\u00fclle zur\u00fcck auf den Tisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Effekt funktioniert bei Kindern nicht, aber Menschen neigen im Allgemeinen dazu, sofortigen Nutzen zu \u00fcber- und zuk\u00fcnftigen Nutzen zu untersch\u00e4tzen. In einer Studie wurden die Teilnehmer*innen befragt, was ihnen lieber w\u00e4re: Heute 100 USD oder morgen 200 USD zu bekommen.<a name=\"_ftnref19\" href=\"#_ftn19\">[19]<\/a> Die meisten konnten einen Tag abwarten. Aber danach befragt, ob es ihnen lieber w\u00e4re, heute 1.000 USD oder in einem Monat 1.100 USD zu bekommen, zogen die meisten von ihnen die sofortigen 1.000 USD vor, und das trotz der beachtlichen Zinssatzes von monatlich 10 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies legt nahe, dass Verhandlungsf\u00fchrer*innen, die willens sind, ihre Zugest\u00e4ndnisse sofort zu leisten und geduldig eine zuk\u00fcnftige Gegenleistung zu erwarten, einen h\u00f6heren Gewinn erzielen. Der Autor dieser Zeilen hat sich mit vielen Gebrauchtwarenh\u00e4ndlern unterhalten, die sich alle sicher sind, dass Bargeld einen hohen Nimbus hat und Kaufpreise durch Sofortzahlung drastisch gesenkt werden. Dies kann dem Effekt des &#8222;Hyperbolic Discounting&#8220; zugeschrieben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Verhandlungsf\u00fchrer*innen sollten sorgsam darauf achten, zuk\u00fcnftige Zugest\u00e4ndnisse nicht zu untersch\u00e4tzen. Nur weil sie keine unmittelbare Bedrohung darstellen, sind sie nicht irrelevant. Der Marshmallow-Test enth\u00fcllte etwas \u00e4u\u00dferst Interessantes: Als man die Kinder nach mehreren Jahrzehnten erneut aufsuchte, stellte sich heraus, dass diejenigen, die damals Selbstbeherrschung bewiesen hatten, im sp\u00e4teren Leben erfolgreicher waren. Die Wirkungsweise zu verstehen und sich entsprechend zu verhalten, f\u00fchrt also zu konkreten Vorteilen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Prospect Theory <\/h3>\n\n\n\n<p>Teilnehmer*innen einer Studie wurden befragt: &#8222;Bei welchem Szenario w\u00e4ren Sie gl\u00fccklicher?&#8220;<a name=\"_ftnref20\" href=\"#_ftn20\">[20]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Szenario A: &#8222;Sie gehen spazieren und finden einen 10-Euro-Schein. Am n\u00e4chsten Tag sind Sie woanders und finden einen weiteren 10-Euro-Schein.&#8220;<br>Szenario B: &#8222;Sie gehen spazieren und finden einen 20-Euro-Schein.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ergebnis: Die meisten Leute sind bei Szenario A gl\u00fccklicher. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei welchem Szenario w\u00e4ren Sie ungl\u00fccklicher?<\/p>\n\n\n\n<p>Szenario Y: &#8222;Beim \u00d6ffnen Ihrer Brieftasche stellen Sie fest, dass Sie einen 10-Euro-Schein verloren haben. Am n\u00e4chsten Tag verlieren Sie noch einen 10-Euro-Schein.&#8220;<br>Szenario X: &#8222;Beim \u00d6ffnen Ihrer Brieftasche stellen Sie fest, dass Sie einen 20-Euro-Schein verloren haben.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Ergebnis: Die meisten Leute sind bei Szenario Y ungl\u00fccklicher. <\/p>\n\n\n\n<p>Menschen ziehen es vor, wenn ihnen angenehme Dinge schrittweise widerfahren. Deshalb sind sie mit zweimal mal 10 Euro gl\u00fccklicher als mit einmal 20 Euro, selbst wenn das Ergebnis dasselbe ist. Der Schmerz des Verlustes ist schlimmer, wenn er zweimal erlebt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Was dies f\u00fcr Verhandlungen bedeutet, ist ziemlich klar: Wenn Zugest\u00e4ndnisse in kleine Teile segmentiert werden, werden sie von der anderen Partei als wertvoller betrachtet, als wenn sie geb\u00fcndelt erfolgen. Statt ein &#8222;Servicepaket&#8220; zu schn\u00fcren, sollte jeder einzelne Vorteil separat aufgelistet werden. Schlechte Nachrichten oder Nachteile sollten hingegen als Ganzes im Verbund pr\u00e4sentiert werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Gegenseitigkeitsprinzip in Verhandlungen: Schlussfolgerung und Zusammenfassung <\/h3>\n\n\n\n<p>Geschickte Verhandlungsf\u00fchrer*innen werden das Gegenseitigkeitsprinzip einzusetzen wissen. Um die Auswirkungen zu neutralisieren, muss man den Effekt kennen.<a name=\"_ftnref21\" href=\"#_ftn21\">[21]<\/a> Da der Effekt jedoch trotzdem funktionieren kann, ist aktive Intervention unter Umst\u00e4nden n\u00fctzlicher: Sobald einem ein &#8222;Geschenk&#8220; offeriert wird, sollte man es entweder ablehnen oder umgehend etwas Gleichwertiges anbieten. Zur\u00fcck zum Anfang zu meinem Basarbeispiel: Ich h\u00e4tte entweder den Tee ablehnen oder darauf bestehen sollen, ihn zu bezahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gekonnte Anwendung des Gegenseitigkeitsprinzips ist jedoch ein Schl\u00fcssel zu erfolgreichem Verhandeln, selbst wenn sehr viel auf dem Spiel steht. W\u00e4hrend des Kalten Kriegs entwickelte der US-Amerikaner Charles Osgood das GRIT-Konzept (Graduated and Reciprocated Initiatives in Tension Reduction; in etwa &#8222;Gradualistische und reziproke Ans\u00e4tze im Spannungsabbau&#8220;) zur Deeskalation von Konflikten.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a> Wenn Verhandlungen zu scheitern drohen, macht eine Seite unter Umst\u00e4nden ein Zugest\u00e4ndnis, um ihren guten Willen zu beweisen \u2013 und erh\u00f6ht damit die Chancen, ein Zugest\u00e4ndnis der anderen Partei zu erlangen. Statt einer Abw\u00e4rtsspirale wird so eine Aufw\u00e4rtsspirale in Richtung einer Einigung in Gang gesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der fr\u00fchere \u00e4gyptische Premierminister Anwar as-Sadat flog am 19. November 1977 nach Jerusalem zu einem Treffen mit seinem israelischen Amtskollegen Menachem Begin. Bei seinem von den Israelis \u00fcberschw\u00e4nglich begr\u00fc\u00dften Besuch erkannte er als erstes arabisches Staatsoberhaupt \u00fcberhaupt die Existenz Israels an. Der historische Besuch f\u00fchrte zum Friedensabkommen von Camp David.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a> Zugest\u00e4ndnisse k\u00f6nnen auf vielfache Weise erfolgen \u2013 wesentlich dabei ist, dass sie strategisch angewendet werden, um ein Verhandlungsziel zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar wurde jedes dieser Ph\u00e4nomene in der Vergangenheit bereits erforscht, doch ist es durchaus gewinnbringend, sie im Rahmen von Verhandlungen kombiniert anzuwenden.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Grenzen der Forschung und Richtungsweisung f\u00fcr zuk\u00fcnftige Forschungsarbeit zum Thema Gegenseitigkeitsprinzip<\/h2>\n\n\n\n<p>&#8222;Bogey&#8220; und &#8222;Decoy&#8220; sollten durch wissenschaftliche Experimente n\u00e4her untersucht und die erforderlichen Faktoren n\u00e4her eingegrenzt werden. Das &#8222;Hyperbolic Discounting&#8220; und die &#8222;Prospect Theory&#8220; sind best\u00e4tigte Modelle, jedoch sollten die Auswirkungen der Interaktion beider Ph\u00e4nomene  im Bezug auf das Gegenseitigkeitsprinzip untersucht werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a name=\"_ftn1\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Blau, P. M. (1964). Exchange and Power in Social Life. New York: John Wiley. <br><a name=\"_ftn2\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Brehm, J. W. (1966). A theory of psychological reactance. Academic Press.; Brehm, S. S., &amp; Brehm, J. W. (1981). Psychological Reactance: A Theory of Freedom and Control. Academic Press..<br><a name=\"_ftn3\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Aronson, W. A. (2007). Social Psychology 6th Edition. New Jersey: Pearson Education, Inc.; Axelrod, R. (2006). The Evolution of Cooperation. Revised edition. New York: Basic Books. <br><a name=\"_ftn4\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Shell, G.R. (2000). Bargaining for Advantage: Negotiation Strategies for Reasonable People. New York: Penguin Books, S. 71f. Das japanische <em>Kashi<\/em> ist ein \u00e4hnliches, wenngleich weniger formalisiertes Konzept.<br><a name=\"_ftn5\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Besonders erw\u00e4hnenswert ist hier die Arbeit vono Robert Cialdinis, z. B.: Cialdini, R.B. (1984). Influence: The Psychology of Persuasion. New York: William Morrow. <br><a name=\"_ftn6\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Stillenger, C., Epelbaum, M., Keltner, D., &amp; Ross, L. (1990). The &#8222;reactive devaluation&#8220; barrier to conflict resolution. Working paper, Stanford University, Palo Alto.; Lewicki, R. J., Barry, B., &amp; Saunders, D. M. (2010). Negotiation. International Edition. 6th edition. New York: McGraw Hill, S. 160; Neale, M. A., &amp; Bazerman, M. H. (1992). Negotiator cognition and rationality: A behavioral decision theory perspective. Organizational Behavior and Human Decision Processes, 51, 157-175. <br><a name=\"_ftn7\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Kwon, S., &amp; Weingart, L. R. (2004). Unilateral Concessions From the Other Party: Concession Behavior, Attributions, and Negotiation Judgments. Journal of Applied Psychology, 89(2), 263-278.<br><a name=\"_ftn8\" href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Lax, D., &amp; Sebenius, J. K. (2006). 3-d Negotiation: Powerful tools to change the game in your most important deals. Boston, Mass.: Harvard Business School Publishing.<br><a name=\"_ftn9\" href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Kennedy, G. (2008). Everything is Negotiable. How to get best deal every time. 4th edition. London: Random House Business Books, S. 140; auch: Kennedy, G., Benson, J., &amp; McMillian, J. (1982). Managing Negotiations. Englewood Cliffs, N.J.: Prentice-Hall; Shell, G.R. (2000). Bargaining for Advantage: Negotiation Strategies for Reasonable People. New York: Penguin Books., S. 169.<br><a name=\"_ftn10\" href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Shell, G.R. (2000). Bargaining for Advantage: Negotiation Strategies for Reasonable People. New York: Penguin Books, S. 170.<br><a name=\"_ftn11\" href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Dawson, R. (1995). Secrets of Power Negotiating. Inside secrets from a master negotiator. Second edition. Franklin Lakes, NJ: Career Press, S. 61.<br><a name=\"_ftn12\" href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Hier kommen noch weitere Effekte ins Spiel, z. B. die Angst, mit dem &#8222;b\u00f6sen Bullen&#8220; verhandeln zu m\u00fcssen, und der Kontrasteffekt, der den &#8222;guten Bullen&#8220; fast engelsgleich erscheinen l\u00e4sst.<br><a name=\"_ftn13\" href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> Brodt &amp; Tuchinsky (2000); Hilty, J. A., &amp; Carnevale, P. J. (1993). Black-hat\/white-hat strategy in bilateral negotiation. Organizational Behavior and Human Decision Processes, 55, 444-469. .<br><a name=\"_ftn14\" href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> Dawson, R. (1995). Secrets of Power Negotiating. Inside secrets from a master negotiator. Second edition. Franklin Lakes, NJ: Career Press, S. 196.<br><a name=\"_ftn15\" href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> Shell, G.R. (2000). Bargaining for Advantage: Negotiation Strategies for Reasonable People. New York: Penguin Books, S. 173.<br><a name=\"_ftn16\" href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> Lewicki, R. J., Barry, B., &amp; Saunders, D. M. (2010). Negotiation. International Edition. 6th edition. New York: McGraw Hill, S. 65.<br><a name=\"_ftn17\" href=\"#_ftnref17\">[17]<\/a> Lewicki, R. J., Barry, B., &amp; Saunders, D. M. (2010). Negotiation. International Edition. 6th edition. New York: McGraw Hill., S. 241.<br><a name=\"_ftn18\" href=\"#_ftnref18\">[18]<\/a> Mischel, W., &amp; Ayduk, O. (2004). Willpower in a cognitive-affective processing system: The dynamics of delay of gratification. R. F. Baumeister &amp; K. D. Vohs (Hrsg.): Handbook of self-regulation: Research, Theory, and Applications (S. 99-129). New York: Guilford. <br><a name=\"_ftn19\" href=\"#_ftnref19\">[19]<\/a> Loewenstein, G.; Prelec, D. (1992). Anomalies in Intertemporal Choice: Evidence and an Interpretation. The Quarterly Journal of Economics, Vol. 107(2), S. 573-597.<br><a name=\"_ftn20\" href=\"#_ftnref20\">[20]<\/a> Thaler, R.H. (1992). The Winner\u2019s Curse: Paradoxes and Anomalies of Economic Life. New York: Free Press; Kahneman, D., &amp; Tversky, A. (1979). Prospect Theory: An Analysis of Decision Risk. Econometrica, 47, 2, 263-291.); Malhotra, Deepak K. and Bazerman, Max H. (2008). Psychological Influence in Negotiation: An Introduction Long Overdue, Working Paper, 28. Januar.<br><a name=\"_ftn21\" href=\"#_ftnref21\">[21]<\/a> Lewicki, R. J., Barry, B., &amp; Saunders, D. M. (2010). Negotiation. International Edition. 6th edition. New York: McGraw Hill., S. 241.<br><a name=\"_ftn22\" href=\"#_ftnref22\">[22]<\/a> Osgood, C. E. (1962). Reciprocal Initiative. The Liberal Papers, New York: Doubleday Anchor.<br><a name=\"_ftn23\" href=\"#_ftnref23\">[23]<\/a> Shell, G.R. (2000). Bargaining for Advantage: Negotiation Strategies for Reasonable People. New York: Penguin Books, S. 189 f.<br><a name=\"_ftn24\" href=\"#_ftnref24\">[24]<\/a> Kennedy, G. (2008). Everything is Negotiable. How to get best deal every time. 4th edition. London: Random House Business Books., S. 291.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">F\u00fcr Inhalt und Form dieses Beitrags ist der Autor verantwortlich.<\/pre>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/?mtm_campaign=Insights_Banner_Startseite-DE&amp;mtm_source=Blog&amp;mtm_medium=Banner-Blog\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/mbs-insights-billdbord-web-1.jpg\" alt=\"Banner &quot;Studiere Wirtschaft in M\u00fcnchen&quot;\" class=\"wp-image-20910\" style=\"width:1400px;height:236px\" width=\"1400\" height=\"236\" srcset=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/mbs-insights-billdbord-web-1.jpg 950w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/mbs-insights-billdbord-web-1-800x135.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 1400px) 100vw, 1400px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><br><strong>Du interessierst dich f\u00fcr Wirtschaft und m\u00f6chtest umfassendes Business Know-How erwerben?<\/strong><br>Dann sind die internationalen BWL-Studieng\u00e4nge an der Munich Business School (MBS) genau das Richtige f\u00fcr dich! 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Nach dem Studium in an der Oxford University und in Frankfurt\/Main, wurde Jack Nasher an der Universit\u00e4t Wien \u00fcber eine wissenschafstheoretische Arbeit promoviert. Professor Nasher ist laut Forbes \u201eeiner der weltweit f\u00fchrenden Verhandlungsberater\u201c und f\u00fchrt das NASHER Verhandlungsinstitut, das regelm\u00e4\u00dfig Trainings und Beratungen f\u00fcr Fortune 500 Unternehmen, Banken und Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaften durchf\u00fchrt. Jack Nashers B\u00fccher standen monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste und erschienen u.a. in den USA, Russland, Indien, China, Japan und Korea. Er spendete 100 % seines Autorenhonorars seines Buches \u201eDie Staatstheorie Karl Poppers\u201c an Human Rights Watch Germany. Artikel von und \u00fcber Jack Nasher erschienen bereits in der Harvard Business Review, dem Handelsblatt, Capital, der ZEIT, der FAZ, der China Times, Business Insider und dem Wallstreet Journal. Jack Nasher stellt seine Forschungsergebnisse regelm\u00e4\u00dfig bei wissenschaftlichen Konferenzen vor und lehrte u.a. an der Oxford University, der Universit\u00e4t Liechtenstein, der TU M\u00fcnchen und an der INSEEC Paris. Seit 2018 lehrt Jack Nasher als Gastdozent im BING Overseas Program der Stanford University. 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Jack Nasher stellt seine Forschungsergebnisse regelm\u00e4\u00dfig bei wissenschaftlichen Konferenzen vor und lehrte u.a. an der Oxford University, der Universit\u00e4t Liechtenstein, der TU M\u00fcnchen und an der INSEEC Paris. Seit 2018 lehrt Jack Nasher als Gastdozent im BING Overseas Program der Stanford University. 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