{"id":7020,"date":"2017-05-31T18:01:08","date_gmt":"2017-05-31T16:01:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/?p=7020"},"modified":"2017-10-04T15:43:53","modified_gmt":"2017-10-04T13:43:53","slug":"wissenschaftliches-arbeiten-teil-3-wissenschaftssprache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2017\/wissenschaftliches-arbeiten-teil-3-wissenschaftssprache\/","title":{"rendered":"Wissenschaftliches Arbeiten (Teil 3): Wissenschaftssprache"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>\n<p class=\"entry-title\"><em><a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2016\/wissenschaftliches-arbeiten-teil-1\/\">Wissenschaftliches Arbeiten (Teil 1): Was ist Wahrheit?<\/a><\/em><\/p>\n<\/li>\n<li class=\"entry-title\"><em><a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2017\/wissenschaftliches-arbeiten-teil-2-recherche\/\">Wissenschaftliches Arbeiten (Teil 2): Die Recherche<\/a><\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>\u201e[Die traditionelle Unternehmensbudgetierung] ermutigt F\u00fchrungskr\u00e4fte zu l\u00fcgen und zu betr\u00fcgen [\u2026].\u201c<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> Ein solcher Satz ist ein starkes St\u00fcck mit drastischen Vorw\u00fcrfen und selbstverst\u00e4ndlich nicht f\u00fcr einen wirtschaftswissenschaftlichen Text geeignet. Zum einen liegt dies an den Vorw\u00fcrfen selbst, die in dieser Generalisierung nicht belegt werden k\u00f6nnen. Ist es jedoch auch der Stil, der die Arbeit damit disqualifiziert?<\/p>\n<p>Der Gebrauch von Sprache hat viele Wirkungen. Einige werden angestrebt und ganz oder teilweise\u00a0 erreicht. Andere sind den Sprechern nicht bewusst oder werden erst durch Reaktionen des Publikums deutlich.<\/p>\n<p>Texte \u2013 gesprochen oder geschrieben \u2013 k\u00f6nnen einnehmen durch die Klarheit ihrer Argumente oder durch kunstvolle \u00dcberredung. Sie k\u00f6nnen absto\u00dfen durch r\u00fcden Ton, Ausdr\u00fccke von Aggression und Intoleranz. Sie k\u00f6nnen langweilen durch umst\u00e4ndliche Satzkonstruktionen, verwirren durch unklare Bezeichnungen, ver\u00e4rgern durch misslungene Schlussfolgerungen.<\/p>\n<p>Wer also durch Sprache positive Wirkungen erzielen m\u00f6chte, muss nicht nur die Inhalte gut bedenken, nein, die gew\u00e4hlte Sprache spielt ebenso eine gro\u00dfe Rolle. Und so wie man im Lauf des Lebens Lifestyle entwickelt (den kann man schlie\u00dflich nicht kaufen), sollte man auch eigenen Sprachstil ausformen und \u201estilsicher\u201c verschiedenen Situationen der sprachlichen Auseinandersetzung mit anderen Menschen anpassen k\u00f6nnen. Wissenschaftler sprechen gemeinhin n\u00fcchterner als Poeten und Romanciers, Journalisten nicht so spr\u00f6de wie Juristen, Verliebte z\u00e4rtlicher als Verheiratete (Vorsicht: Klischee!).<\/p>\n<h2>Worin besteht guter Sprachstil?<\/h2>\n<p>Grundvoraussetzungen f\u00fcr einen guten Sprachstil sind nat\u00fcrlich der Satzbau und die Grammatik, die standardsprachlichen Regeln, die der Norm entsprechen m\u00fcssen. Verst\u00e4ndliche Formulierungen (sein Zielpublikum muss man hierf\u00fcr genau ins Auge nehmen) und logische Argumentation in m\u00f6glichst eleganter Wortwahl kommen hinzu. Die Kunst ist, Kompliziertes einfach auszudr\u00fccken, Einfaches sowieso. Wenn der Grad der Einfachheit dem anzusprechenden Publikum und der Situation entspricht, ist viel gewonnen, wobei ein homogenes, leicht einzusch\u00e4tzendes Publikum nat\u00fcrlich eine Idealvorstellung ist.<\/p>\n<h3>Wie sprechen bestimmte Berufsgruppen?<\/h3>\n<p>Sprache als Medium im Beruf eingesetzt soll \u2013 neben dem \u00dcbermitteln von Botschaften \u2013 beeindrucken, wenn nicht gar \u00fcberzeugen. Gute und logische Argumentation, unterst\u00fctzt durch rhetorische K\u00fcnste und einnehmendes Auftreten, hilft, in Politik, Medienbetrieb und Wirtschaft erfolgreich zu sein. Marketing-\u201eSprech\u201c soll in der Psyche von potenziellen Kunden Anker werfen, Juristendeutsch soll absichern, keine Anhaltspunkte f\u00fcr argumentative Aushebelung der eigenen Thesen bieten. In Kabarett und Schauspiel soll dagegen oft die Mehrdeutigkeit von Sprache die gew\u00fcnschte Wirkung erzielen. Wohin geh\u00f6re denn nun ich, der wissenschaftlich t\u00e4tige Mensch?<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/MBS-academicwriting-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-mh-magazine-content wp-image-7021\" src=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/MBS-academicwriting-2-678x381.jpg\" alt=\"MBS Academic Writing \" width=\"678\" height=\"381\" srcset=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/MBS-academicwriting-2-678x381.jpg 678w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/MBS-academicwriting-2-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/MBS-academicwriting-2.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 678px) 100vw, 678px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das einnehmende Auftreten von Personen ist im Wissenschaftsbetrieb allenfalls in der Lehre ein Aktivum. Wissenschaftliche Ausarbeitungen m\u00fcssen keine rhetorischen Glanzst\u00fccke darstellen, in denen kunstvolle Sprache den Inhalt in den Hintergrund dr\u00e4ngt. Mehrdeutigkeiten m\u00fcssen in der Wissenschaft ausgeschlossen, lernpsychologische Wirkungstreffer dagegen sollen durchaus erzielt werden (Steigerung von Merkf\u00e4higkeit durch Gliederung und Verwendung von Schl\u00fcsselw\u00f6rtern, Veranschaulichung durch Beispiele, Konkretisierung von Vorschl\u00e4gen, \u2026). Auch Parallelen zur Sprache von Juristen oder Medizinern kann man finden: Die Verwendung wissenschaftlicher Fachbegriffe und die klare Definition gew\u00e4hlter Begriffe sowie eine strikte Themenbegrenzung zielen auf die Absicherung gegen Missverst\u00e4ndnisse und Unvollst\u00e4ndigkeit durch Verwendung eindeutig bestimmter oder unbestimmter Rechtsbegriffe oder medizinischer Fachsprache.<\/p>\n<h3>Welche Sprache ist wissenschaftlichen Arbeiten angemessen?<\/h3>\n<p>Wissenschaftssprache ist nicht parteinehmend, sondern m\u00f6glichst objektiv. Wer versucht, Wissen zu vermitteln oder sogar Wahrheit zu erforschen, spricht oder schreibt klar, folgerichtig und widerspruchsfrei. Wert gelegt wird auf Vollst\u00e4ndigkeit und Genauigkeit bei der Behandlung des gew\u00e4hlten Themas.<\/p>\n<p>Der darzustellenden wissenschaftlichen Vorgehensweise angemessen ist eine sachliche Sprache. Man wendet sich an ein Fachpublikum, das mit Fachtermini vertraut ist, und schreibt und spricht in einer Sprache, die vorhandenes Fachwissen oder zu verallgemeinernde Sachverhalte in Begriffen zusammenfasst, die in der allgemeinen Sprache durchaus andere Bedeutungen haben oder nicht verstanden werden k\u00f6nnen. F\u00fcr die eigene Argumentation wichtige Begriffe m\u00fcssen pr\u00e4zise definiert und mit einheitlicher Bedeutung verwendet werden. Die konsequente Verwendung einheitlicher Begriffe ist ein bedeutsames Merkmal von Fachsprache \u2013 anders als in der Literatursprache, in der gerade die Abwechslung attraktiv ist und ein wichtiges Stilmerkmal darstellt.<\/p>\n<p>Um komplizierte, in Handw\u00f6rterb\u00fcchern der jeweiligen Fachdisziplin ausf\u00fchrlich beschriebene Fachtermini kommt man i.d.R. nicht herum. Trotzdem kann man verst\u00e4ndlich bleiben durch Erl\u00e4uterung der Begriffe in Fu\u00dfnoten oder Nebens\u00e4tzen, Glossaren oder Texteinsch\u00fcben. Vorsicht jedoch mit Erkl\u00e4rungen von in der Disziplin allgemein bekannten Fachbegriffen: Der Leser eines betriebswirtschaftlichen Artikels kommt sich nicht ernst genommen vor, wenn etwa die Abk\u00fcrzung <em>GmbH <\/em>im Glossar erkl\u00e4rt wird. Die Logik der Gedankenf\u00fchrung gilt es durch gel\u00e4ufige, eindeutige und rein sachlich ausgerichtete Formulierungen herauszuarbeiten. Die Person des Autors ist im wissenschaftlichen Text fast immer anonym, pers\u00f6nliche \u00dcberzeugungen oder Erlebnisse sind als nicht sachgem\u00e4\u00df zu betrachten.<\/p>\n<h3>Welche Regeln gibt es f\u00fcr gute Wissenschaftssprache?<\/h3>\n<p>Einfache Sprache verwendet meist kurze S\u00e4tze. Thomas Mann ist ber\u00fchmt f\u00fcr kunstvoll verschachtelte, lange S\u00e4tze, aber er schrieb Romane. Klarer werden S\u00e4tze durch das Weglassen von F\u00fcllw\u00f6rtern. \u201eN\u00e4mlich\u201c, \u201eselbstverst\u00e4ndlich\u201c, \u201enat\u00fcrlich\u201c oder \u201esozusagen\u201c sind fast immer \u00fcberfl\u00fcssig, zus\u00e4tzlich sollen sie den Lesern die Stimmigkeit von Argumenten vorspiegeln. \u201eImmer, \u201ealle, \u201estets\u201c verallgemeinern und das oft unzul\u00e4ssig. Bei Zitaten hilft es, sich vom Text der Quelle zu distanzieren, indem man den Inhalt des Quellentextes mit eigenen Worten auf das Wesentliche zusammenfasst. Viele Adjektive plustern einen Text oft auf, pr\u00e4zisieren die Aussagen aber nicht unbedingt. Der Einsatz von S\u00e4tzen ohne neue Aussage sollte auf die notwendigen Funktionen wie Einleitungen, \u00dcberleitungen, Zusammenfassungen beschr\u00e4nkt werden.<\/p>\n<p>Ein guter Text l\u00e4dt ein zum Lesen, er macht neugierig. Sprechende \u00dcberschriften, in Schlagworten zusammengefasste zentrale Aussagen und anschauliche Beispiele oder Berechnungen machen einen Text lebendig und steigern die Merkf\u00e4higkeit. Der Nominalstil dagegen (&#8230; es wurde eine Untersuchung durchgef\u00fchrt &#8230;) wirkt umst\u00e4ndlich und b\u00fcrokratisch, ebenso sollten mehrfach zusammengesetzte Substantive vermieden werden (Migrationsprobleml\u00f6sung).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/MBS-academicwriting-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-mh-magazine-content wp-image-7023\" src=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/MBS-academicwriting-3-678x381.jpg\" alt=\"MBS Academic Writing\" width=\"678\" height=\"381\" srcset=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/MBS-academicwriting-3-678x381.jpg 678w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/MBS-academicwriting-3-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/MBS-academicwriting-3.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 678px) 100vw, 678px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Fremdw\u00f6rter benutzt man nur, wenn sie etwas besser beschreiben als ein deutscher Begriff. Nat\u00fcrlich kommen in wissenschaftlichen Fachbereichen auch Fachbegriffe aus anderen Sprachen vor, meist aus dem Englischen. Niemand muss \u201eCashflow\u201c durch \u201eZahlungs\u00fcberschuss\u201c ersetzen. Aber man kann es mit dem Englischen auch \u00fcbertreiben, besonders bei der \u00dcbernahme englischer W\u00f6rter ins Deutsche (z.B. <em>supporten):<\/em><\/p>\n<p>\u201eMein Leben ist eine <em>giving-story<\/em>. Ich habe verstanden, dass man <em>contemporary<\/em> sein muss, das <em>future<\/em>-Denken haben muss. Meine Idee war, die <em>hand-tailored<\/em>-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und f\u00fcr den Erfolg war mein <em>coordinated concept<\/em> entscheidend, die Idee, dass man viele Teile einer <em>collection<\/em> miteinander <em>combinen<\/em> kann. Aber die <em>audience<\/em> hat das alles von Anfang an auch <em>supported<\/em>. Der problembewusste Mensch von heute kann diese Sachen, diese <em>refined<\/em> Qualit\u00e4ten mit <em>spirit<\/em> eben auch <em>appreciaten<\/em>. Allerdings geht unser <em>voice<\/em> auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer <em>Ladyisches<\/em> will, <em>searcht<\/em> nicht bei Jil Sander. Man muss Sinn haben f\u00fcr das <em>effortless<\/em>, das <em>magic<\/em> meines Stils.\u201c (Jil Sander, zitiert nach FAZ vom 22. M\u00e4rz 1996).<\/p>\n<p>In die geschriebene Sprache sollten sich keinesfalls Modebegriffe oder -ausdr\u00fccke (Erwartungshaltung, auf Augenh\u00f6he, \u2026) Umgangssprache (cool), schiefe Metaphern (das soziale Netz wird weiter durchl\u00f6chert \u2026) und Grammatikfehler (in 2016, in keinster Weise, \u2026) einschleichen.<\/p>\n<p>Der Autor als Person sollte in wissenschaftlichen Arbeiten, speziell hochschulinternen, nur auf dem Titelblatt und in der eidesstattlichen Versicherung vorkommen. Etablierte Wissenschaftler dagegen formulieren schon einmal ihre pers\u00f6nlichen \u00dcberlegungen zu ihrer Methodik als Forscher-Ich. Die angebrachte Vermeidung der Ich-Form bringt allerdings die Schwierigkeit mit sich, dass man manchmal schwerf\u00e4llig klingende Passivformen unvermeidlich finden wird (\u201ees wurde untersucht\u201c statt \u201eich habe untersucht\u201c).<\/p>\n<p>Eine begrenzte Seitenzahl zwingt dazu, Wesentliches m\u00f6glichst klar und kurz zu formulieren. Verk\u00fcrzen kann man Texte sehr einfach,<em> indem<\/em> man<em> etwas wegl\u00e4sst<\/em> oder \u2013 k\u00fcrzer \u2013 <em>durch Weglassen. <\/em>Das kann ohne inhaltliche Verk\u00fcrzung oder Bedeutungsverlust geschehen, indem man einen Nebensatz in ein Nomen umformt \u2013 durch Nominalisierung. Sie ist ein typisches Merkmal von Fachsprachen: Die Aktion wird von Verben in Nomen verlagert, dadurch wirkt der Stil distanzierter, n\u00fcchterner, unpers\u00f6nlicher \u2013 und leider oft auch schwerer verst\u00e4ndlich!<\/p>\n<p>Nominalisierung als auch Passivierung f\u00fchren schnell zu einer Sprache, die man oft in der \u00f6ffentlichen Verwaltung findet und als leblos und b\u00fcrgerfern kritisiert. Solche Sprache l\u00e4sst sich leicht parodieren, wie z.B. in \u201eRotk\u00e4ppchen auf Amtsdeutsch\u201c von Thadd\u00e4us Troll: \u201eIm Kinderanfall unserer Stadtgemeinde ist eine hierorts wohnhafte, noch unbeschulte Minderj\u00e4hrige aktenkundig, welche durch ihre un\u00fcbliche Kopfbekleidung gewohnheitsm\u00e4\u00dfig Rotk\u00e4ppchen genannt zu werden pflegt. Der Mutter besagter R. wurde seitens deren Mutter ein Schreiben zugestellt, in welchem dieselbe Mitteilung ihrer Krankheit und Pflegebed\u00fcrftigkeit machte und selbiger R. die Auflage machte, der G. eine Sendung von Nahrungs- und Genu\u00dfmitteln zu Genesungszwecken zuzustellen.\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Die Knappheit und Lesbarkeit eines Textes sind begr\u00fc\u00dfenswerte Eigenschaften, nicht nur in der Wissenschaft. Allerdings sind sie manchmal nur schwer vereinbar mit den Anforderungen der Vollst\u00e4ndigkeit und Pr\u00e4zision. Wo ein ge\u00fcbter Artikelschreiber ihn st\u00f6rende Fakten oder Argumente ausl\u00e4sst oder rhetorisch abschw\u00e4cht und damit einen griffigen, kurzen Kommentar oder eine Glosse schreibt, ist das in einer Abschlussarbeit unzul\u00e4ssig. Wissenschaftspublikum will nicht \u00fcberredet, sondern von der \u201eWahrheit\u201c des Textes \u00fcberzeugt werden. Die Verfasser von Abschlussarbeiten an Hochschulen haben genau diesen Spagat zu leisten: ein Thema vollst\u00e4ndig und genau, aber in einem im Umfang strikt begrenzten Format abzuhandeln. \u201eWissenschaftliche Prosa ist <em>genau<\/em>, also unbequem f\u00fcr den <em>Autor<\/em>, und <em>einfach<\/em>, also bequem f\u00fcr den <em>Ben\u00fctzer <\/em>(\u2026)\u201c (Hempel, dt. Historiker und Tr\u00e4ger des Sigmund-Freud-Preises f\u00fcr wissenschaftliche Prosa 1985).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Aus der Seminararbeit eines anonymen Studenten 2017.<br \/>\n<a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Troll, Thadd\u00e4us (1984). Rotk\u00e4ppchen auf Amtsdeutsch, in: Die Zeit vom 21.12.1984, Ausgabe 52. abgerufen von: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/1984\/52\/rotkaeppchen-auf-amtsdeutsch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.zeit.de\/1984\/52\/rotkaeppchen-auf-amtsdeutsch<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2017\/wissenschaftliches-arbeiten-plagiat\/\">Wissenschaftliches Arbeiten (Teil 4): Plagiat<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Literatur:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>Deml, Isabell (2015). Gebrauchsnormen der Wissenschaftssprache und ihre Entwicklung vom 18. bis zu 21. Jahrhundert. Dissertation. Regensburg. <\/em><\/li>\n<li><em>Jackob, Nikolaus: Die Kunst des Einfachen: Zehn Vorschl\u00e4ge f\u00fcr einen guten wissenschaftlichen Schreibstil, in: Fachjournalist, Heft 2, 2010, S. 16-21. <\/em><\/li>\n<li><em>Schneider, Wolf (1987). Deutsch f\u00fcr Kenner. Hamburg.<br \/>\n<\/em><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Wissenschaftliches Arbeiten (Teil 1): Was ist Wahrheit? Wissenschaftliches Arbeiten (Teil 2): Die Recherche \u201e[Die traditionelle Unternehmensbudgetierung] ermutigt F\u00fchrungskr\u00e4fte zu l\u00fcgen und zu betr\u00fcgen [\u2026].\u201c[1] Ein solcher Satz ist ein starkes St\u00fcck mit drastischen Vorw\u00fcrfen und <a class=\"mh-excerpt-more\" href=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2017\/wissenschaftliches-arbeiten-teil-3-wissenschaftssprache\/\" title=\"Wissenschaftliches Arbeiten (Teil 3): Wissenschaftssprache\">[&#8230;]<\/a><\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":21,"featured_media":7022,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10430,10432],"tags":[5374,4130,5372],"coauthors":[2310,2929],"class_list":["post-7020","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-archiv","category-archive","tag-stil","tag-wissenschaftliches-arbeiten","tag-wissenschaftssprache"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.1.1 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Blog Munich Business School<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Blog Munich Business School\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" 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