{"id":7719,"date":"2017-09-19T13:45:45","date_gmt":"2017-09-19T11:45:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/?p=7719"},"modified":"2023-07-01T12:12:44","modified_gmt":"2023-07-01T10:12:44","slug":"wirtschaftsethik-steuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2017\/wirtschaftsethik-steuer\/","title":{"rendered":"Wirtschaftsethik \u2013 Anspruch und Wirklichkeit (Teil 4): Steuer"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Im viertel Teil unserer Reihe <em>Wirtschaftsethik \u2013 Anspruch und Wirklichkeit<\/em> besch\u00e4ftigt sich Prof. Sch\u00e4ffner mit dem wirtschaftsethisch diskussionsw\u00fcrdigen Sachverhalt der Steuern. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Der Sachverhalt der Steuer bildet eine Schnittmenge mit dem in Teil 3 diskutierten Sachverhalt der <a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2017\/wirtschaftsethik-fallbeispiele\/\">Staatlichen Marktinterventionen<\/a>. Die besondere Bedeutung beim Sachverhalt Steuern liegt darin, dass hier eine Interdependenz zwischen Individual-, Unternehmens- und Rahmenethik besteht<a name=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a>, wodurch die Komplexit\u00e4t einer wirtschaftsethischen Analyse und Bewertung erheblich ist. Dies spiegelt sich nicht nur darin, dass dieses Thema zentraler Bestandteil eines jeden Wahlkampfes ist, sondern auch medialer, rechtlicher und wirtschaftswissenschaftlicher Brennpunkt. Man erinnere sich z. B. an die \u201eBierdeckelsteuererkl\u00e4rung\u201c des Friedrich Merz<a name=\"_ftnref2\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a>, den Steuerrechtsreformvorschlag von Paul Kirchhof<a name=\"_ftnref3\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> oder verfolge die aktuelle Steuerpolitik von Donald Trump<a name=\"_ftnref4\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a>, die sich alle reduzieren lassen auf<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Steuerentlastung (Stimmenfang oder Gerechtigkeit)<\/li>\n\n\n\n<li>Steuervereinfachung (B\u00fcrokratieabbau und\/oder Kontrolle)<\/li>\n\n\n\n<li>Steuermoral (Gesetzestreue)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Dies korrespondiert mit unserer Abgabenordnung (AO<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>), die regelt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>wie Steuern erhoben werden,<\/li>\n\n\n\n<li>wann sie abzuf\u00fchren sind und <\/li>\n\n\n\n<li>welche Strafen und Sanktionen bei einem Steuerdelikt angewandt werden<a name=\"_ftnref6\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a>. <\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Die Sehnsucht nach dem Bierdeckel ist vergeblich. Das Steuersystem in Deutschland wird kompliziert bleiben. Warum? Eine Polemik sondergleichen, Politiker*innen unterwerfen sich regelm\u00e4\u00dfig den Lobbyist*innen und geben gleichzeitig vor, Umverteilung f\u00fcr notwendig und richtig zu halten. <strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Aspekte-des-Steuerzahlerverhaltens.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"644\" height=\"426\" src=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Aspekte-des-Steuerzahlerverhaltens.png\" alt=\"MBS Wirtschaftsethik\" class=\"wp-image-7720\" srcset=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Aspekte-des-Steuerzahlerverhaltens.png 644w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Aspekte-des-Steuerzahlerverhaltens-300x198.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbildung 1: Aspekte des Steuerzahlerverhaltens<a name=\"_ftnref7\" href=\"#_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Steuergerechtigkeit<\/h2>\n\n\n\n<p>Die B\u00fcrger*innen empfinden die pers\u00f6nliche Steuerlast meist als unangemessen hoch und sind der Meinung, dass die Belastung durch die Vielzahl der Steuerarten und den ansteigenden Steuersatz ungerecht verteilt ist. Dies f\u00fchrt dazu, dass nicht wenige B\u00fcrger*innen individuell eine Steuersenkung auf einen ihrer Ansicht nach \u201egerechten\u201c Betrag vollziehen wollen. Hierbei befinden sie sich jedoch in einem sozialen Dilemma (Gefangenendilemma<a name=\"_ftnref8\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a>), da es gilt, die eigenen Interessen und das Gemeinwohl gegeneinander abzuw\u00e4gen. Der eigene Nutzen k\u00f6nnte durch Steuerverk\u00fcrzung\/-hinterziehung maximiert werden. Ziel einer \u00fcberf\u00e4lligen Steuerreform muss es sein, dass Betroffene die beiden M\u00f6glichkeiten <em>zahlen<\/em> und <em>nicht zahlen<\/em> abw\u00e4gen und unabh\u00e4ngig voneinander sich entschlie\u00dfen zu zahlen, sodass es (spieltheoretisch) zum Nash-Gleichgewicht<a name=\"_ftnref9\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> kommt. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Entscheidungsprozess-Steuerzahlung.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"561\" height=\"350\" src=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Entscheidungsprozess-Steuerzahlung.png\" alt=\"MBS Wirtschaftsethik\" class=\"wp-image-7721\" srcset=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Entscheidungsprozess-Steuerzahlung.png 561w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Entscheidungsprozess-Steuerzahlung-300x187.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 561px) 100vw, 561px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbildung 2: Entscheidungsprozess Steuerzahlung<a href=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-admin\/post.php?post=7719&amp;action=edit#_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Steuermoral<\/h2>\n\n\n\n<p>Schm\u00f6lders definiert Steuermoral als die \u201eEinstellung des Steuerzahlers zum Steuerdelikt\u201c<a name=\"_ftnref11\" href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> und Steuermentalit\u00e4t als die \u201eallgemein herrschende Attit\u00fcde oder Einstellung zur Steuer und zur Besteuerung im Allgemeinen\u201c.<a name=\"_ftnref12\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a> Zusammen finden sie ihren Ausdruck im Steuerwiderstand.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Entstehung-des-Steuerwiderstandes.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"839\" height=\"431\" src=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Entstehung-des-Steuerwiderstandes.png\" alt=\"MBS Wirtschaftsethik\" class=\"wp-image-7722\" srcset=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Entstehung-des-Steuerwiderstandes.png 839w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Entstehung-des-Steuerwiderstandes-300x154.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 839px) 100vw, 839px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbildung 3: Entstehung des Steuerwiderstandes<a name=\"_ftnref13\" href=\"#_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ursachen f\u00fcr eine sinkende Steuermoral sind das eben erw\u00e4hnte Ungerechtigkeitsgef\u00fchl sowie mangelndes Vertrauen in ein vern\u00fcnftiges Wirtschaften seitens des Staates. Ein weiterer Punkt ist, dass Steuervergehen eher toleriert werden als andere Verm\u00f6gensdelikte wie z. B. Betrug und Untreue. Kleinere Korrekturen bei der Steuerentrichtung treffen bei vielen Menschen sogar auf Verst\u00e4ndnis, wodurch Steuerbetr\u00fcger*innen vermittelt wird, dass sie kein schlechtes Gewissen haben m\u00fcssen. Durch eine sinkende Steuermoral steigt die Bereitschaft zur Steuerhinterziehung, was dazu f\u00fchrt, dass dem Staat wichtige Gelder zur Bereitstellung \u00f6ffentlicher G\u00fcter fehlen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Steuerehrlichkeit<\/h2>\n\n\n\n<p>Steuerehrlichkeit ist die Handlung der gewissenhaften Erf\u00fcllung der Steuerpflicht. Sie ist eng mit der Steuermoral verbunden: Sinkt die Steuermoral, so sinkt die Steuerehrlichkeit ebenfalls. Es geht dabei vor allem um das Abw\u00e4gen der Risiken und Chancen. Abschreckend wirken die Aufdeckung der Straftat sowie die darauffolgende Strafe an sich, wohingegen die Nutzen-\/Gewinnoptimierung durch Steuerflucht \u2013 da nicht illegal \u2013 attraktiv bleibt und auch die Zusammenarbeit des Kollektivs f\u00fcr den gemeinsamen gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Nutzen (\u00f6ffentliche G\u00fcter f\u00fcr das Gemeinwohl) nicht zwingend als Chance begriffen wird.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Steuermoral-BRD-2016.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"566\" height=\"276\" src=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Steuermoral-BRD-2016.png\" alt=\"MBS Wirtschaftsethik\" class=\"wp-image-7723\" srcset=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Steuermoral-BRD-2016.png 566w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Steuermoral-BRD-2016-300x146.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 566px) 100vw, 566px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbildung 4: Steuermoral BRD 2016<a href=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-admin\/post.php?post=7719&amp;action=edit#_ftn14\">[14]<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Steuerflucht\/-oasen\/-hinterziehung<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Werteanspruch<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eInsgesamt gilt f\u00fcr das Steuerrecht, dass es nicht an den Steuerzahlern vorbei Rechtsvorstellungen durchsetzen kann, sondern auf deren Akzeptanz angewiesen ist. Gutes Recht nutzt die freiwillige Leistungsbereitschaft und st\u00e4rkt sie, indem es mit einfachen Regeln verl\u00e4ssliche Pflichten vermittelt und die Anreizsituation des Normadressaten nicht aus den Augen verliert. Das ist beim Steuerrecht insgesamt und der Besteuerung von Kapitaleink\u00fcnften im Besonderen derzeit nicht gegeben.\u201c<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\"><sup>[15]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der eigentliche Grund, weshalb es Steuerflucht\/-hinterziehung gibt, ist, dass Steuern f\u00fcr die B\u00fcrger*innen\/Unternehmen einen materiellen Verlust darstellen. Dies ruft Widerstreben hervor und ist f\u00fcr die Unbeliebtheit von Steuern bzw. der Steuers\u00e4tze verantwortlich. Zudem kommt insbesondere in Deutschland ein sehr un\u00fcbersichtliches und \u00e4u\u00dferst kompliziert aufgebautes Steuersystem, welches mit einer schwer nachvollziehbaren Steuerverwendung verbunden ist. Durch diese Un\u00fcbersichtlichkeit mag sich die Frage der Steuerverschwendung stellen.<a name=\"_ftnref16\" href=\"#_ftn16\">[16]<\/a><sup>,<\/sup><a name=\"_ftnref17\" href=\"#_ftn17\">[17]<\/a> Das Problem f\u00fcr Steuerflucht\/-hinterziehung liegt in einem \u201egest\u00f6rten\u201c Verh\u00e4ltnis zwischen den B\u00fcrger*innen\/Unternehmen und dem Staat, wobei der Staat als \u201eGegner\u201c gesehen wird. Die rasante \u00f6konomische Entwicklung, die Globalisierung, die Krisenherde mit der Fl\u00fcchtlingsproblematik und nicht zuletzt die derivaten Finanzm\u00e4rkte f\u00fchren zur zunehmenden Verschuldung der Staaten, welcher diese durch die Einf\u00fchrung neuer bzw. die Erh\u00f6hung bestehender Steuern entgegenzuwirken versuchen. Den Steuerpflichtigen erschlie\u00dft sich daraus jedoch kein erh\u00f6hter Nutzen, insbesondere weil die Wirksamkeit der Ausgabenerh\u00f6hung als Probleml\u00f6sung durchaus in Frage gestellt werden kann. Der Anreiz zur Steuerumgehung steigt, da die Steuern als eine Art Zwangsabgabe ohne ausreichende Gegenleistung empfunden werden. Hinzu kommt, dass das Gemeinschaftsinteresse nur bei wenigen B\u00fcrger*innen\/Unternehmen \u00fcber dem Eigenwohl steht.<a name=\"_ftnref18\" href=\"#_ftn18\">[18]<\/a> \u201eJede Interessen- und Lobbygruppe sucht ihren eigenen Vorteil. Das ist demokratisch und legitim, l\u00e4sst aber gleichzeitig den Paragrafendschungel wuchern. Ein kleiner Sondervorteil z\u00e4hlt f\u00fcr viele W\u00e4hlergruppen nach wie vor mehr als eine gro\u00dfe, allgemeine Systemvereinfachung. \u201eZielgruppengerechte Ansprache\u201c nennen Politiker das.\u201c<a name=\"_ftnref19\" href=\"#_ftn19\">[19]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Steuerflucht und Steuerhinterziehung bedeuten eine Umverteilung vom Ehrlichen zum Unehrlichen. Zudem werden nicht nur die \u00f6ffentlichen Haushalte und somit die Allgemeinheit gesch\u00e4digt, sondern speziell auch die Wirtschaft. Denn Steuerflucht und Steuerhinterziehung verzerren den unternehmerischen Wettbewerb zu Lasten der gro\u00dfen Mehrheit der steuerehrlichen Unternehmen. Diese Wettbewerbsverzerrungen resultieren<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>im Falle der Steuerflucht in erheblich h\u00f6heren Gewinnen.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> \u201eDeutsche Konzerne haben in den vergangenen Jahren nur rund 21 Prozent Steuern auf ihre Gewinne gezahlt und dem Fiskus damit etwa 92 Mrd. Euro vorenthalten. Zu diesem Fazit kommt das <em>Deutsche Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung<\/em> (<a href=\"http:\/\/diw.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DIW<\/a>) in einer Untersuchung, die sich auf den Zeitraum von 2001 bis 2008 bezieht. Zwar sind die von den Unternehmen get\u00e4tigten Ma\u00dfnahmen legal, Experten sehen sie jedoch als sozial bedenklich.\u201c<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>im Falle der Steuerhinterziehung durch niedrigere Kosten aufgrund Betr\u00fcgereien bei der Umsatzsteuer, der Kapitalertragssteuer (<em>Cum-Ex-Aktiengesch\u00e4fte<\/em>) und aus der immer mehr ausufernden Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Steuerhinterziehung und Steuermoral weisen im internationalen Vergleich deutliche Unterschiede auf. Seit den siebziger Jahren wurden aber keine wissenschaftlich fundierten Untersuchungen mehr vorgenommen, was die einschl\u00e4gigen Ursachen sind und wie Verwaltungshandeln und Normbefolgung korrelieren. Ein Erkl\u00e4rungsansatz muss auf jeden Fall \u00fcber das rein \u00f6konomische Kalk\u00fcl von Kosten und Nutzen hinausgehen, um Steuermoral und -mentalit\u00e4t situationsad\u00e4quat zu beschreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine gute Steuermoral beinhaltet, dass Steuerhinterziehung nicht mehr als Kavaliersdelikt gesehen wird. Hierbei w\u00e4re es wichtig, dass ein Glaube an einen gemeinschaftlichen Nutzen, gestiftet durch Steuern, existiert und die Steuerzahlungen dadurch auch unterst\u00fctzt. Zudem muss eine h\u00f6here Steuergerechtigkeit hegestellt werden. Dies bedeutet vor allem, dass das Verh\u00e4ltnis von gezahlten und gef\u00fchlt gezahlten Steuern nicht au\u00dferordentlich differiert.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Einflussfaktoren-subjektive-Steuerbelastung.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"614\" height=\"348\" src=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Einflussfaktoren-subjektive-Steuerbelastung.png\" alt=\"MBS Wirtschaftsethik\" class=\"wp-image-7728\" srcset=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Einflussfaktoren-subjektive-Steuerbelastung.png 614w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Einflussfaktoren-subjektive-Steuerbelastung-300x170.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 614px) 100vw, 614px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbildung 5: Einflussfaktoren f\u00fcr subjektive Steuerbelastung<a href=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-admin\/post.php?post=7719&amp;action=edit#_ftn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Dabei ist es vor allem sehr wichtig, dass entsprechend der Leistung besteuert wird und somit das Leistungsprinzip (&#8222;Wer mehr arbeitet, bekommt auch mehr&#8220;) nicht angegriffen wird (vgl. Kalte Progression). Eine weitere S\u00e4ule, auf der ein geeignetes Konzept beruhen sollte, w\u00e4re das der Steuerehrlichkeit, unterst\u00fctzt durch hohe, abschreckende Strafen, die auch verh\u00e4ngt werden, der Gleichbehandlung abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigter mit Selbstst\u00e4ndigen und der Gleichheit der steuerpflichtigen Standorte f\u00fcr nat\u00fcrliche und juristische Personen.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> Generell muss der Nutzen durch das Zahlen von Steuern f\u00fcr das Individuum h\u00f6her sein als durch eine Steuerverk\u00fcrzung\/-hinterziehung. Dies setzt nat\u00fcrlich einen verantwortungsvollen und transparenten Umgang mit den Steuergeldern im Staatsapparat voraus.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Menschen verstehen ihre Eink\u00fcnfte als Eigentum, das ihnen, weil selbst erwirtschaftet, zusteht, \u00fcbersehen dabei, dass Eigentum in einem Rechtsstaat verpflichtet und deshalb Besteuerung nicht als eine Art Diebstahl angesehen werden kann. Sie verkennen dabei nicht nur, dass es \u00f6ffentliche Leistungen gibt, zu deren Finanzierung jeder heranzuziehen ist, auch wenn er davon nicht im Ma\u00dfe seiner Zahlung profitiert. Es gibt aber auch wenige Wohlhabende, etwa Warren Buffett, die sagen: \u201ebesteuert uns endlich anst\u00e4ndig.\u201c<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Absolute-gefuehlte-Steuerbelastung-in-Deutschland-2008.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"524\" height=\"335\" src=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Absolute-gefuehlte-Steuerbelastung-in-Deutschland-2008.png\" alt=\"MBS Wirtschaftsethik\" class=\"wp-image-7729\" srcset=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Absolute-gefuehlte-Steuerbelastung-in-Deutschland-2008.png 524w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Absolute-gefuehlte-Steuerbelastung-in-Deutschland-2008-300x192.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 524px) 100vw, 524px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbildung 6: Absolute gef\u00fchlte Steuerbelastung in Deutschland 2008<a name=\"_ftnref25\" href=\"#_ftn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Nicht nur in Deutschland ist Steuerhinterziehung anscheinend \u201eBreitensport\u201c, hat den Charakter eines Kavalierdelikts und vielfach das Stigma des Rechtsbruchs verloren.<a name=\"_ftnref26\" href=\"#_ftn26\">[26]<\/a> Abgesehen von den aktuellen Extremf\u00e4llen hegt der*die B\u00fcrger*in eher Sympathie als Groll f\u00fcr Steuerhinterzieher*innen und -hinterziehung.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mehrheit allerdings ist die Dimension anscheinend nicht bewusst:<br>Deutsche haben im Ausland angeblich knapp 500 Milliarden Euro schwarz angelegt. Bei einem mittleren Steuersatz von 33 % fehlen der Staatskasse somit mindestens 167 Milliarden Euro. Niedrig gerechnet entgehen durch dieses Schwarzgeld bei f\u00fcnf Prozent Verzinsung und bei 25 Prozent Abgeltungsteuer dem Fiskus ungef\u00e4hr sechs Milliarden Einnahmen im Jahr.<a name=\"_ftnref27\" href=\"#_ftn27\">[27]<\/a> Weiterhin entstehen Mindereinnahmen von ca. 30 Milliarden Euro\/Jahr, weil die Finanz\u00e4mter aufgrund Personalmangels Steuererkl\u00e4rungen nicht pr\u00fcfen k\u00f6nnen und damit aufgrund von Falschangaben f\u00e4llige Steuern gar nicht erhoben werden. Addiert man noch die vermutete Steuerverschwendung, die Verluste durch Betrug in den Sozialkassen sowie im Gesundheitswesen, so w\u00e4re rechnerisch sicher keine Nettokreditaufnahme erforderlich und es k\u00f6nnten j\u00e4hrlich einige Milliarden Euro der Schuldentilgung, dem Investitionsstau und\/oder Steuersenkung zugef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Steuerehrliche sollten aber nicht \u201edie Dummen\u201c sein.<a name=\"_ftnref28\" href=\"#_ftn28\">[28]<\/a> Steuerzahlungen dienen dem Gemeinwesen und finanzieren damit alle \u00f6ffentlichen Ausgaben. Dabei sollten sich Sozialkassen ausschlie\u00dflich aus den daf\u00fcr erhobenen Beitr\u00e4gen finanzieren ohne dass Quersubventionen vorgenommen werden, welche aus Sicht des*der B\u00fcrger*in eine fehlerhafte Ausgabenpolitik der Regierung darstellen. Dies wird durch die regelm\u00e4\u00dfige Kritik des Bund der Steuerzahler Deutschland e.V., der durchschnittlich die j\u00e4hrliche Steuerverschwendung auf ca. 30 Milliarden Euro veranschlagt, angeprangert.<a name=\"_ftnref29\" href=\"#_ftn29\">[29]<\/a> Auch die oft kaum nachvollziehbare Subventionspolitik<a name=\"_ftnref30\" href=\"#_ftn30\">[30]<\/a> mit j\u00e4hrlich ca. 44 Milliarden Euro, die Kuriosit\u00e4ten wie Entwicklungszusch\u00fcsse f\u00fcr Kamillenpfl\u00fcckmaschinen (355.000 \u20ac) oder Torflippenstifte umfasst<a name=\"_ftnref31\" href=\"#_ftn31\">[31]<\/a>, f\u00f6rdert die Steuerverdrossenheit. Dar\u00fcber hinaus nimmt die Staatsverschuldung entgegen der Planungen immer mehr zu. Vor jeder Bundestagswahl versprochene Steuersenkungen werden nicht realisiert, stattdessen sind Steuererh\u00f6hungen an der Tagesordnung. Die Reaktion ist zumindest Verst\u00e4ndnislosigkeit, wenngleich Umfragen belegen, dass die Mehrheit der B\u00fcrger*innen der Haushaltskonsolidierung den Vorrang vor Steuersenkungen gibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur bisherigen Regelung, dass es einen gesetzlichen Ablass gibt, wenn \u201eSteuerbeichten\u201c beim Finanzamt eingegangen und die Steuerschulden mit Zinsen gezahlt sind, hat der Bundesgerichtshof 2010 (BGH Az.: StR 1 577\/09) in einem Grundsatzurteil zur Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung klargestellt, dass eine Strafbefreiung nur dann eintreten kann, wenn der*die T\u00e4ter*in vollst\u00e4ndig zur Steuerehrlichkeit zur\u00fcckkehrt: \u201eEr m\u00fcsse reinen Tisch machen und beispielsweise ausnahmslos alle verheimlichten Auslandskonten offenbaren.\u201c Es reiche nicht aus, nur die Konten anzugeben, deren Entdeckung der*die Steuerzahler*in bef\u00fcrchtet. Zudem m\u00fcsse die Anzeige aus freien St\u00fccken erfolgen \u2013 also nicht nur, weil die Straftat aufgedeckt wird. Wenn also die Fahnder*innen Ermittlungen begonnen und z. B. die Wohnung durchsucht haben, kommt eine Selbstanzeige ganz klar zu sp\u00e4t.<a name=\"_ftnref32\" href=\"#_ftn32\">[32]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Werterealit\u00e4t<\/h3>\n\n\n\n<p>Laut Nietzsche ist der Staat das \u2018\u2018k\u00e4lteste aller kalten Ungeheuer\u2019\u2019.<a name=\"_ftnref33\" href=\"#_ftn33\">[33]<\/a> Nach dieser Philosophie kann der Staat als nat\u00fcrlicher und gr\u00f6\u00dfter Feind der B\u00fcrger*innen gesehen werden und somit m\u00fcssen die Steuerpflichtigen keine moralischen Bedenken haben, wenn sie weniger oder keine Steuern an den Staat abf\u00fchren m\u00f6chten. Daher sind viele B\u00fcrger*innen\/Unternehmen bereit, die Steuersenkung selbst in die Hand zu nehmen und ihr Geld in Steueroasen anzulegen. Die Steuerflucht ist zum einen recht einfach, da es gen\u00fcgend Steueroasen gibt, und zum anderen nur dann dauerhaft und effektiv zu beheben, wenn eine europa- oder weltweite Harmonisierung des Steuerrechtes eingef\u00fchrt w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Einkommensteuersatz-BRD.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"389\" height=\"255\" src=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Einkommensteuersatz-BRD.png\" alt=\"MBS Wirtschaftsethik\" class=\"wp-image-7730\" srcset=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Einkommensteuersatz-BRD.png 389w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Einkommensteuersatz-BRD-300x197.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 389px) 100vw, 389px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbildung 7: Einkommensteuersatz BRD<a name=\"_ftnref34\" href=\"#_ftn34\">[34]<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Einkommensteuer-Schweiz-Kanton-Zuerich.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"221\" height=\"264\" src=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Einkommensteuer-Schweiz-Kanton-Zuerich.png\" alt=\"MBS Wirtschaftsethik\" class=\"wp-image-7732\" srcset=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Einkommensteuer-Schweiz-Kanton-Zuerich.png 221w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Einkommensteuer-Schweiz-Kanton-Zuerich-167x200.png 167w\" sizes=\"auto, (max-width: 221px) 100vw, 221px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Abbildung 8: Einkommensteuer Schweiz \u2013 Kanton Z\u00fcrich<a name=\"_ftnref35\" href=\"#_ftn35\">[35]<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Vergegenw\u00e4rtigt man sich z. B. die Grenzbelastung von 42 % in der BRD, die schon bei einem zu versteuernden Einkommen von \u2265 110.000 \u20ac erreicht wird, mit derjenigen des Kantons Z\u00fcrich\/Schweiz in H\u00f6he von 9 %, f\u00e4llig erst ab \u2265 254.900 sfr, betr\u00e4gt die Belastung das 7-Fache.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch au\u00dferordentliche Steuern, wie beispielsweise die Einf\u00fchrung einer 75-prozentigen Reichensteuer in Frankreich kann dazu f\u00fchren, dass Geld vor dem Staat \u201eversteckt\u201c wird.<a name=\"_ftnref36\" href=\"#_ftn36\">[36]<\/a> Auch tats\u00e4chlich \u201egrundlose\u201c Steuern wie der Soli-Zuschlag (derzeit 5,5 % des steuerpflichtigen Einkommens), der urspr\u00fcnglich auf Grund der Sonderbelastung durch den Zweiten Golfkrieg erhoben wurde (zun\u00e4chst befristet vom 1. Juli 1991 bis 30. Juni 1992 mit 7,5 % p. a.), dann als Finanzierung des Aufbau Ost \u201everargumentiert\u201c wurde, wird nach derzeitigem Stand erst ab dem Jahr 2030, also nach 40 Jahren, aufgehoben. Das besondere Problem dabei ist zudem, dass diese Einnahmen nicht zweckgebunden sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Steueroasen\/Steuerflucht<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Begriff Steueroase wird bereits seit den 50er Jahren benutzt und bezeichnet grunds\u00e4tzlich einen Staat, ein Land oder Gebiet, in dem keine oder vergleichsweise niedrige Steuern erhoben werden.<a name=\"_ftnref37\" href=\"#_ftn37\">[37]<\/a> Als Synonym f\u00fcr Steueroase werden auch Begriffe wie Steuerparadies, Regulierungsoase, Offshore Finanzplatz verwendet. In der Regel beschreiben alle die Methodik Steuern zu sparen, es liegen jedoch einige Unterschiede vor.<a name=\"_ftnref38\" href=\"#_ftn38\">[38]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Eine einheitliche Definition existiert nicht, sodass jedes Land seine Nachbarstaaten als Steueroase bezeichnen kann, wenn diese niedrigere Steuers\u00e4tze festlegt.<a name=\"_ftnref39\" href=\"#_ftn39\">[39]<\/a> Anhand von Kriterien, die ein Land erf\u00fcllen muss, um als Steueroase zu gelten, kann mehr Klarheit in den Begriff gebracht werden. Eine Steueroase kennzeichnet sich durch die Gew\u00e4hrleistung von uneingeschr\u00e4nktem Verkehr von ausl\u00e4ndischem Kapital und es gilt ein strenges bis absolutes Bankgeheimnis. Des Weiteren ist es m\u00f6glich, schnell und unb\u00fcrokratisch Unternehmen zu gr\u00fcnden sowie Ausl\u00e4nder*innen ein gewisses Steuerprivileg zuzubilligen. Auch verf\u00fcgen Steueroasen \u00fcber eine politische und wirtschaftliche Stabilit\u00e4t und erhalten Unterst\u00fctzung von gro\u00dfen Finanzpl\u00e4tzen wie London, New York, Paris, Tokio und Shanghai, die als Schnittstelle zwischen konventionellen Finanzm\u00e4rkten und deregulierter Finanzwelt agieren.<a name=\"_ftnref40\" href=\"#_ftn40\">[40]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Steueroasen sind meist kleine Zwergstaaten oder Inseln, die sich auf Tourismus und Finanzgesch\u00e4fte konzentrieren und durch ein vielf\u00e4ltiges Angebot an Finanzprodukten und Bankdienstleistungen sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen anlocken.<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>In einer Zusammenarbeit von drei internationalen Institutionen f\u00fcr Bewertung und Regulierung, der Organisation f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dem Forum f\u00fcr Finanzstabilit\u00e4t (FSB) und der Financial Action Task Force (FATF-GAFI), konnten im Jahr 2000 52 Staaten und Gebiete als Steueroasen aufgelistet werden. Die Zahl der Steueroasen schwankt, angesichts der fehlenden einheitlichen Definition und der Tatsache, dass verschiedene Organisationen mit unterschiedlichen Kriterien arbeiten. So kommt es, dass die Organisation der Net Justice Network auf eine Zahl von 60 Steueroasen kommt.<a name=\"_ftnref42\" href=\"#_ftn42\">[42]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Steueroasen f\u00fcr Privatpersonen<\/h4>\n\n\n\n<p>Privatpersonen haben zwei M\u00f6glichkeiten, eine Steueroase zu nutzen. Entweder durch Auswanderung bzw. Verlegung des ersten Wohnsitzes<a name=\"_ftnref43\" href=\"#_ftn43\">[43]<\/a> in eine Steueroase oder indirekt \u00fcber Privatstiftungen.<a name=\"_ftnref44\" href=\"#_ftn44\">[44]<\/a> Bei beiden Varianten stellt sich ein doppelter Vorteil heraus, da die Steuern auf Eink\u00fcnfte aus Kapital und Arbeit in Steueroasen niedriger sind und meist keine Steuern oder Geb\u00fchren im Fall einer Erbschaft oder Scheidung anfallen.<a name=\"_ftnref45\" href=\"#_ftn45\">[45]<\/a> Bei der zweiten Variante k\u00f6nnen Privatpersonen eine Summe Geld einer Stiftung spenden, die Spende im Heimatland von den Steuern absetzen und danach die gespendete Summe f\u00fcr private Zwecke nutzen. Sch\u00e4tzungen zu Folge befinden sich weltweit 13 Trillionen (10<sup>18<\/sup>) US-Dollar Privatverm\u00f6gen in Steueroasen.<a name=\"_ftnref46\" href=\"#_ftn46\">[46]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Steueroasen f\u00fcr Unternehmen<\/h4>\n\n\n\n<p>Unternehmen k\u00f6nnen \u00fcber Tochterunternehmen Steuern sparen, indem sie Gewinne aus Hochsteuerl\u00e4nder in Niedrigsteuerl\u00e4nder durch Scheingesch\u00e4fte verschieben.<a name=\"_ftnref47\" href=\"#_ftn47\">[47]<\/a> Notwendige Voraussetzung ist das Prinzip des Doppelbesteuerungsabkommens, sodass die Mutter-Tochter-Richtlinie im Sinne der Gruppenbesteuerung durchgef\u00fchrt werden kann. Die 50 gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Unternehmen sind alle \u00fcber Tochtergesellschaften in Steueroasen vertreten.<a name=\"_ftnref48\" href=\"#_ftn48\">[48]<\/a> Weltweit haben rund 2 Millionen Aktiengesellschaften offiziell ihren Sitz an einer Steueroase, davon sind die H\u00e4lfte international t\u00e4tige Banken.<a name=\"_ftnref49\" href=\"#_ftn49\">[49]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Liechtenstein beherbergt ca. 76.000 Stiftungen bei ca. 32.000 Einwohnern.<\/p>\n\n\n\n<p>Der*Die Steuerhinterzieher*in l\u00e4sst durch einen Treuh\u00e4nder eine Stiftung gr\u00fcnden, die ihr Verm\u00f6gen in der Schweiz anlegt. Von dort gelangt das Geld an ihn zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorteile einer solchen Stiftung im FL sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>anonym, d.h. Verschleierung des Eigent\u00fcmers<\/li>\n\n\n\n<li>jederzeit aufl\u00f6sbar<\/li>\n\n\n\n<li>bisher keine Rechtshilfe aus dem FL<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Das Land hat allerdings inzwischen die Regeln der internationalen Wirtschafts-organisation <em>OECD<\/em> zur Amtshilfe bei Steuerhinterziehung anerkannt.<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\">[50]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Steuerhinterziehung<\/h3>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zum oben dargestellten Sachverhalt, der meist legal ist, geht es hier um eine strafbare, da illegale Handlung.<\/p>\n\n\n\n<p>Publikumswirksam begann ein Reigen prominenter Steuerhinterzieher*innen mit der Festnahme von Klaus Zumwinkel am 14. Februar 2008, so unter anderem dem Fu\u00dfballboss Uli Hoene\u00df, der Frauenrechtsaktivistin Alice Schwarzer, dem ehemaligen Profi-Tennisspieler Boris Becker und dem Formel-1-Boss Flavio Briatore.<\/p>\n\n\n\n<p>Der langj\u00e4hrige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post hat nach der Verurteilung zu zwei Jahren auf Bew\u00e4hrung wegen Steuerhinterziehung fast alle Aufsichtsratsposten abgelegt. Bei Arcandor ist er kurz nach seiner Verurteilung allerdings erneut in den Aufsichtsrat gew\u00e4hlt worden. J\u00fcngst wurden sein Schloss am Gardasee und seine Villa in K\u00f6ln wegen der Telekom-Bespitzelungsaff\u00e4re, in die er auch verwickelt sein soll, erneut durchsucht.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEine Vielzahl von mutma\u00dflichen Steuerhinterziehern aus <em>Deutschland<\/em> flog auf, nachdem deutsche Beh\u00f6rden von ihren Konten bei der Lichtensteiner LGT-Bank Wind bekamen. Die Quelle: Eine gestohlene Daten-CD. Nun \u00fcberziehen die Steuers\u00fcnder das Institut mit einer Klageflut.\u201c<a name=\"_ftnref51\" href=\"#_ftn51\">[51]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>J\u00fcngst tauchten die sog. Panama-Papers auf, die vertraulichen Daten des panamaischen Offshore-Dienstleisters Mossack Fonseca, die durch den gr\u00f6\u00dften Datenleak mit einer Gr\u00f6\u00dfe von 2,6 Terabyte und 11 Millionen Daten am 3. April 2016 von der S\u00fcddeutschen Zeitung an die \u00d6ffentlichkeit gelangten. Die Unterlagen beinhalten Strategien der Steuervermeidung, Steuer- und Geldw\u00e4schedelikte, den Bruch von UN-Sanktionen als auch andere Straftaten die durch die Kunden von Mossack Fonseca begangen wurden. Mossack Fonseca ist eine global t\u00e4tige Anwaltskanzlei mit Sitz in Panama-City in Panama, die f\u00fcr ihre Kund*inneen \u00fcber 214.000 Briefkastenfirmen er\u00f6ffnete. Unter den Betroffenen sind 140 Politiker*innen und \u00fcber 50 verschiedene Firmen, die ihre Offshore-Firmen unter Mossack Fonseca hielten. Insgesamt tauchen 28 deutsche Geldinstitute in verschiedenen Zusammenh\u00e4ngen in den Panama-Papers auf, weltweit sind es sogar mehr als 500 Banken, mitunter auch die Big Player im heutigen Bankwesen, von der Deutschen Bank \u00fcber UBS bis hin zur Royal Bank of Canada. Von den deutschen Banken wurden mehr als 1200 Briefkastenfirmen gegr\u00fcndet oder f\u00fcr ihre Kund*innen verwaltet. Allein die Deutsche Bank setzte bis 2007 mehr als 400 Offshore-Firmen auf. Lange Zeit berief man sich auf den verstorbenen Nobelpreistr\u00e4ger f\u00fcr Wirtschaft Milton Friedman, der gesagt hatte, die \u201eEthik des Unternehmens besteht darin, den Profit zu steigern\u201c. Untergegangen ist dabei sein sp\u00e4terer Hinweis, dass soziale Verantwortung f\u00fcr Unternehmen, die in einem Markt auftreten, in dem es auf Reputation ankomme, vern\u00fcnftig sein kann. Gier ist unvern\u00fcnftig. Beim Leak waren mehr als 400 Investigativ-Reporter*innen aus 80 L\u00e4ndern beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Konklusionen<\/h2>\n\n\n\n<p>Seit Jahren ist es anscheinend eine nicht konsensf\u00e4hige Aufgabe der Koalitionsregierungen, Umverteilungen und Leistungsstimuli steuerlich auszubalancieren.<a name=\"_ftnref52\" href=\"#_ftn52\">[52]<\/a> Das w\u00e4re wahrscheinlich aufkommensneutral relativ einfach darzustellen, indem etwa Eink\u00fcnfte bis 12.000 \u20ac\/p.a. gar nicht besteuert w\u00fcrden (angenommenes Existenzminimum), Grundnahrungsmittel von der <em>MwSt<\/em> ausgenommen, alle anderen G\u00fcter mit MwSt <u>&lt;<\/u> 23 % beaufschlagt w\u00fcrden, der Spitzensteuersatz auf <u>&lt;<\/u> 40 % beschr\u00e4nkt, die Steuerflucht drastisch geahndet und die Steuerverschwendung ebenso drastisch gesenkt w\u00fcrde. In etwa geht dies in Richtung des Kirchhof-Bundessteuergesetzbuches (s.o.).<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Ma\u00dfnahmen gegen Steueroasen sind vor allem zwischenstaatliche Initiativen in Form von rechtlichen Bestimmungen zu nennen. Dazu z\u00e4hlt unter anderem die sog. EU-Richtlinie zur Zinsbesteuerung<a name=\"_ftnref53\" href=\"#_ftn53\">[53]<\/a><sup>, <a name=\"_ftnref54\" href=\"#_ftn54\">[54]<\/a><\/sup>. Diese Richtlinie umfasst die Einrichtung einer Kapitalertragssteuer, die in Form einer Quellsteuer, direkt an der Quelle der Kapitalertr\u00e4ge abgezogen wird und somit weniger Raum f\u00fcr Steuerhinterziehung schafft. Die Steuer findet dabei Anwendung auf Zinsen, die an nat\u00fcrliche Personen gezahlt werden, die in einem anderen EU-Mitgliedstaat ans\u00e4ssig sind als dem Mitgliedsstaat, in dem die Zinsen ausgezahlt werden. Teil der staatlichen Initiativen ist auch das Gesetz zur F\u00f6rderung der Steuerehrlichkeit<a name=\"_ftnref55\" href=\"#_ftn55\">[55]<\/a>, welches gem\u00e4\u00df Artikel 1 Steuers\u00fcnder*innen nach dem 31.12.2003 und vor dem 01.04.2005 die M\u00f6glichkeit gab, eine Erkl\u00e4rung \u00fcber verk\u00fcrzte Steuer abzugeben und dabei eine sog. Steueramnestie zu erfahren, also strafbefreit zu werden. Ziel des Gesetzes war es, Steuers\u00fcnder*innen zu ermutigen, Steuerhinterziehung selbst anzuzeigen und dadurch Steuereinnahmen zu generieren. Artikel 2 des Gesetztes erlaubt Finanz\u00e4mtern, Daten bei Kreditinstituten abzurufen, wenn dies zur Feststellung und Erhebung von Steuern erforderlich ist und dient dabei vor allem der Kontrolle bzgl. Angaben zur Steuererkl\u00e4rung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die aktuelle Debatte um den Erwerb illegal beschaffter Steuerdaten zeigt ihre Wirkung. Auch wenn der deutsche Finanzminister wie bei der Aff\u00e4re Liechtenstein argumentiert, dass kein Gericht verboten habe, solche \u2013 obwohl widerrechtlich erlangten Daten \u2013 als Beweismittel zu verwerten, besteht keine Rechtssicherheit. Das BVG hat eine Beschwerde bzgl. Liechtenstein zur Entscheidung angenommen, um zu kl\u00e4ren, ob gestohlene Daten zur Strafverfolgung genutzt werden d\u00fcrfen.<a name=\"_ftnref56\" href=\"#_ftn56\">[56]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die G20-Staaten haben sich 2016 verpflichtet und in Folge der Panama-Papiere beschlossen, die Ma\u00dfnahmen gegen Steuerverlagerung und Gewinnverschiebung rasch umzusetzen sowie Steuertransparenz und Identifikation wirtschaftlich Berechtigter von Unternehmen herzustellen. Noch f\u00fcr dieses Jahr ist vorgesehen, eine Liste nicht-kooperativer Staaten und entsprechende Sanktionsm\u00f6glichkeiten festzulegen.<a name=\"_ftnref57\" href=\"#_ftn57\">[57]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>weiter zu: <a href=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2017\/wirtschaftsethik-korruption\/\">Teil 5 \u2013 Korruption<\/a> <\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\"><strong>Weiter zu: <\/strong><a href=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2017\/wirtschaftsethik-korruption\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Teil 5<\/strong> - Korruption<\/a>\n\nAlle Teile der Reihe <em>Wirtschaftsethik - Anspruch und Wirklichkeit<\/em> im \u00dcberblick: \n\nTeil 1: <a href=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2016\/09\/wirtschaftsethik-wertedebatte\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die Wertedebatte in der BWL<\/a>\nTeil 2: <a href=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2016\/wirtschaftsethik-aktuell\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die aktuelle Situation<\/a>\nTeil 3: <a href=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2017\/wirtschaftsethik-fallbeispiele\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Staatliche Marktinterventionen <\/a><\/pre>\n\n\n\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. Sch\u00e4ffner, G.J., Wirtschaftsethik \u2013 Anspruch und Wirklichkeit Teil I, <a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2016\/wirtschaftsethik-wertedebatte\/\">http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2016\/wirtschaftsethik-wertedebatte\/<\/a><br><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> 2003 erregte er breites \u00f6ffentliches Aufsehen mit seinen Vorschl\u00e4gen, nur noch 3 Steuers\u00e4tze (12, 24 und 36 %) vorzusehen und das Steuerrecht so einfach und transparent zu machen, dass jeder B\u00fcrger seine Steuererkl\u00e4rung auf einem Bierdeckel fertigen kann. Dabei orientierte er sich an dem Kirchhof-Modell.<br><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Kirchhof ver\u00f6ffentlichte 2011 seine Vorschl\u00e4ge zur Reform des Bundessteuergesetzes mit den Kernpunkten, dass es lediglich 3 Steuers\u00e4tze (15, 20 und 25 %) gibt und Eink\u00fcnfte unter 13.000 \u20ac (Summe der Freibetr\u00e4ge) steuerfrei sind; Kirchhof, P., Bundessteuergesetzbuch \u2013 Ein Reformentwurf zur Erneuerung des Steuerrechts, ISBN-13: 978-3811454293<br><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Trump will auch nur noch 3 Steuers\u00e4tze (10, 15 und 35 %) und f\u00fcr ein Ehepaar Steuerfreiheit bei einem Gesamteinkommen von unter 24.000 USD.<br><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/ao_1977\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/ao_1977\/index.html<\/a>; 04.05.17<br><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Die AO unterscheidet bei Steuerdelikten grunds\u00e4tzlich in Steuerstraftaten und Steuerordnungswidrigkeiten. Diese haben verschiedene Merkmale, welche sich im Tatbestand sowie in den Strafen und Sanktionen unterscheiden, die angewendet werden, wenn das eine oder andere vorliegt.<br>Steuerstraftaten werden im \u00a7 370 AO geregelt. Schwere F\u00e4lle der Steuerhinterziehung werden im \u00a7 370 Abs. 3 AO definiert. Demnach liegt eine Steuerstraftat mit besonderer Massivit\u00e4t vor, wenn der T\u00e4ter<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>aus groben Eigennutz in gro\u00dfem Ausma\u00df Steuern verk\u00fcrzt oder nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt,<\/li>\n\n\n\n<li>seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtstr\u00e4ger missbraucht, die Mithilfe eines Amtstr\u00e4gers ausnutzt, der seine Befugnisse oder seine Stellung missbraucht oder<\/li>\n\n\n\n<li>unter Verwendung nachgemachter oder verf\u00e4lschter Belege fortgesetzt Steuern verk\u00fcrzt oder nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Auch Z\u00f6lle sind Abgaben im Sinne der AO. Sollte der Steuerzahler dem Staat Eingangsabgaben vorenthalten liegt ebenfalls eine strafbare Steuerhinterziehung vor. Auch hier kann dieses Steuerdelikt entweder als Straftat in schweren F\u00e4llen (z.B. Steuerhehlerei, Einf\u00fchrung von Schmuggelware und Einf\u00fchrung von verbotenen Gegenst\u00e4nden, wie Drogen) oder als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Steuerordnungswidrigkeiten im Allgemeinen umfassen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>grob fahrl\u00e4ssige Steuerverk\u00fcrzung (gem. \u00a7 378 AO),<\/li>\n\n\n\n<li>vors\u00e4tzliche oder leichtfertige Steuergef\u00e4hrdung (gem. \u00a7 379 AO),<\/li>\n\n\n\n<li>vors\u00e4tzliche oder leichtfertige Gef\u00e4hrdung von Abzugssteuern (gem. 380 AP), beispielsweise durch Nichtabfuhr von Lohnsteuer,<\/li>\n\n\n\n<li>vors\u00e4tzliche oder leichtfertige Verbrauchssteuergef\u00e4hrdung (gem. \u00a7 381 AO),<\/li>\n\n\n\n<li>vors\u00e4tzliche oder fahrl\u00e4ssige Gef\u00e4hrdung von Eingangsabgaben (gem. \u00a7 382 AO),<\/li>\n\n\n\n<li>vors\u00e4tzlicher unzul\u00e4ssiger Erwerb von Steuererstattungs- und Steuerverg\u00fctungsanspr\u00fcchen (gem. \u00a7 383 AO).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Das zentrale Delikt in der AO ist jedoch die vors\u00e4tzliche Steuerhinterziehung gem\u00e4\u00df \u00a7 370 Abs. 1 AO, der besagt, dass jeder \u201e&#8230;mit einer Freiheitsstrafe bis zu f\u00fcnf Jahren oder einer Geldstrafe bestraft wird, wer<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>den Finanzbeh\u00f6rden oder anderen Beh\u00f6rden \u00fcber steuerlich erhebliche Tatsachen unrichtige oder unvollst\u00e4ndige Angaben macht,<\/li>\n\n\n\n<li>die Finanzbeh\u00f6rden pflichtwidrig \u00fcber steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis l\u00e4sst oder<\/li>\n\n\n\n<li>pflichtwidrig die Verwendung von Steuerzeichen oder Steuertemplern unterl\u00e4sst und dadurch Steuern verk\u00fcrzt oder f\u00fcr sich oder einen anderen nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><a name=\"_ftn7\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Hofmann, Ph., Steuermoral \u2013 Eine wirtschaftspsychologische Analyse, Hamburg 2009, S. 7<br><a name=\"_ftn8\" href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Vgl. Pies, I., Methodologischer Hobbesianismus und das Theorieprogramm einer interessen-basierten Moralbegr\u00fcndung; WiWi-Online.de, Hamburg, Deutschland, 2006;\u00a0<a href=\"http:\/\/www.wiwi-online.de\/start.php?a_title=531&amp;ar=319\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.wiwi-online.de\/start.php?a_title=531&amp;ar=319<\/a><br><a name=\"_ftn9\" href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Situation, in der keiner der Beteiligten sich durch eine \u00c4nderung seiner Wahl verbessern kann<br><a name=\"_ftn10\" href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Eigene Darstellung in Anlehnung an Elffers (2000), S. 186<br><a name=\"_ftn11\" href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Schm\u00f6lders, G., \u201eDas Irrationale in der \u00f6ffentlichen Finanzwirtschaft \u2013 Probleme der Finanzpsychologie\u201c, Rowohlt Taschenbuch GmbH, Hamburg 1960, S. 101<br><a name=\"_ftn12\" href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> ebd., S. 69-70<br><a name=\"_ftn13\" href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> Schm\u00f6lders, G.; Hansmeyer, K.-H.: Allgemeine Steuerlehre, 5. Auflage, Berlin 1980, S.102<br><a name=\"_ftn14\" href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> Handelsblatt Morning Briefing <a href=\"mailto:news@morningbriefingmail.handelsblatt.com\">news@morningbriefingmail.handelsblatt.com<\/a>; 30.08.17<br><a name=\"_ftn15\" href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> Wirtschafts- und sozialpolitisches Forschungs- und Beratungszentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung Abt. Wirtschaftspolitik Reihe \u201eWIRTSCHAFTSPOLITISCHE DISKURSE\u201c Nr. 153 Volkssport Steuerhinterziehung?<br><a name=\"_ftn16\" href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> Heuel, Ingo (o. J.): Gr\u00fcnde f\u00fcr Steuerhinterziehungen, Anmerkungen zur Steuermoral, Steuerehrlichkeit, abgerufen von <a href=\"https:\/\/www.lhp-rechtsanwaelte.de\/themen\/rechtsplitter\/gruende-fuer-steuerhinterziehungen-anmerkungen-zur-steuermoral-und-steuerehrlichkeit\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.lhp-rechtsanwaelte.de\/themen\/rechtsplitter\/gruende-fuer-steuerhinterziehungen-anmerkungen-zur-steuermoral-und-steuerehrlichkeit\/<\/a> (29.12.2014).<br><a name=\"_ftn17\" href=\"#_ftnref17\">[17]<\/a> Steuerverschwendung Hier schmei\u00dft der Staat das Geld zum Fenster raus <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/politik\/deutschland\/steuerverschwendung-hier-schmeisst-der-staat-das-geld-zum-fenster-raus\/8946686.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.wiwo.de\/politik\/deutschland\/steuerverschwendung-hier-schmeisst-der-staat-das-geld-zum-fenster-raus\/8946686.html<\/a>; 19.11.14<br><a name=\"_ftn18\" href=\"#_ftnref18\">[18]<\/a> Aschauer, Robert (o. J.): Steuerhinterziehung: Wann liegt Sie vor und welche Strafe droht, <a href=\"http:\/\/www.einfach-rente.de\/finanzmagazin\/steuerhinterziehung.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.einfach-rente.de\/finanzmagazin\/steuerhinterziehung.php<\/a> (10.12.2014).<br><a name=\"_ftn19\" href=\"#_ftnref19\">[19]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/finanzen\/steuern-recht\/steuern-in-deutschland-warum-es-nie-ein-einfaches-steuersystem-geben-wird\/19994580-all.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.wiwo.de\/finanzen\/steuern-recht\/steuern-in-deutschland-warum-es-nie-ein-einfaches-steuersystem-geben-wird\/19994580-all.html<\/a>; 03.07.17<br><a name=\"_ftn20\" href=\"#_ftnref20\">[20]<\/a> Als markantestes Beispiel ist Apple anzuf\u00fchren. Irland besteuert den iPhone-Konzern seit Jahren minimal (max. \u2264 1 %; im Heimatland USA w\u00e4ren es \u2264 38,6 %) und weigert sich bislang, die Steuern einzutreiben. Die EU-Kommission beharrt darauf, dass der US-Konzern Apple in Irland 13 Milliarden Euro Steuern nachzahlt.<br><a name=\"_ftn21\" href=\"#_ftnref21\">[21]<\/a> Deutsche Konzerne bringen Fiskus um 92 Mrd. Euro Gravierende Gesetzesl\u00fccken \u2013 Steuervermeidungsmodelle im Trend; <a href=\"http:\/\/www.pressetext.com\/news\/20130528018\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.pressetext.com\/news\/20130528018<\/a>; 28.05.13<br><a name=\"_ftn22\" href=\"#_ftnref22\">[22]<\/a> Wirtschafts- und sozialpolitisches Forschungs- und Beratungszentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung Abt. Wirtschaftspolitik Reihe \u201eWIRTSCHAFTSPOLITISCHE DISKURSE\u201c Nr. 153 Volkssport Steuerhinterziehung?<br><a name=\"_ftn23\" href=\"#_ftnref23\">[23]<\/a> Forschungsstelle f\u00fcr empirische Sozial\u00f6konomik e.V., (2009), S. 49<br><a name=\"_ftn24\" href=\"#_ftnref24\">[24]<\/a> Vgl., o.V., \u201eSteuerflucht ist kein ziviler Ungehorsam\u201c, <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/wirtschaftsethiker-thielemann-steuerflucht-ist-kein-ziviler-ungehorsam;2522348;0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.handelsblatt.com\/politik\/deutschland\/wirtschaftsethiker-thielemann-steuerflucht-ist-kein-ziviler-ungehorsam;2522348;0<\/a>; 25.02.10<br>Vgl. Dams, J., Schweizer wollen von Deutschen Steuern kassieren, <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article6562569\/Schweizer-wollen-von-Deutschen-Steuern-kassieren.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article6562569\/Schweizer-wollen-von-Deutschen-Steuern-kassieren.html<\/a>; 26.02.10<br>Nach den Grunds\u00e4tzen der OECD sollen L\u00e4nder das Wohnsitzprinzip bei der Besteuerung respektieren. Steueroasen, die fiskalischen Informationsaustausch verweigern oder nur unzureichend gew\u00e4hren, leisten faktisch Beihilfe zur Steuerhinterziehung<br><a name=\"_ftn25\" href=\"#_ftnref25\">[25]<\/a> Franzen, W., Steuerpsychologie und Steuerpolitik, Teil 1: Steuerliches Entscheiden und Verhalten, Forschungsstelle f\u00fcr empirische Sozial\u00f6konomik e.V., 2010, S. 11; <a href=\"http:\/\/www.fores-koeln.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.fores-koeln.de<\/a><br><a name=\"_ftn26\" href=\"#_ftnref26\">[26]<\/a> \u201eSteuerhinterziehung h\u00e4uft sich: 2010 haben die Berliner Finanz\u00e4mter und die Staatsanwaltschaft rund 7150 Strafverfahren eingeleitet oder noch aus dem Vorjahr bearbeitet. Im Vergleich dazu nimmt sich die Zahl der rechtskr\u00e4ftig verurteilten Steuers\u00fcnder bescheiden aus. 2010 waren es 909 Personen. In 1748 der mehr als 7000 Strafverfahren erh\u00e4rtete sich der Anfangsverdacht nicht. 251 Verfahren wurden wegen Geringf\u00fcgigkeit eingestellt.\u201c<br>o.V., B\u00fcrger zahlen 82 Millionen Euro nach, <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/regionales\/berlin\/article13483429\/Buerger-zahlen-82-Millionen-Euro-nach.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.welt.de\/regionales\/berlin\/article13483429\/Buerger-zahlen-82-Millionen-Euro-nach.html<\/a>; 13.07.11<br><a name=\"_ftn27\" href=\"#_ftnref27\"><sup>[27]<\/sup><\/a> Vgl. Dunsch, J., Verschwiegene Finanzpl\u00e4tze, Die fl\u00fcchtigen Milliarden, <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/verschwiegene-finanzplaetze-die-fluechtigen-milliarden-1879802.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/wirtschaft\/verschwiegene-finanzplaetze-die-fluechtigen-milliarden-1879802.html<\/a><strong>; <\/strong>09.03.10<br>\u201eSteuers\u00fcnder haben zu Recht keine Lobby. In den zwischenstaatlichen Beziehungen versuchen die Hochsteuerl\u00e4nder den Takt vorzugeben. So zielte die fr\u00fchere Bundesregierung auf die Auslieferung aller m\u00f6glichen Daten, unbeschadet der von der OECD verlangten Steuerrelevanz. Und wer Steuers\u00fcnder f\u00fcr das Wohl oder Wehe eines Staatshaushalts verantwortlich macht, st\u00f6\u00dft sich wohl bald auch an F\u00e4llen vermeintlichen Steuerdumpings, etwa bei Einkommen in Monaco. Bis zur Forderung nach vergleichbaren Steuers\u00e4tzen ist es dann nicht mehr weit; der Wettbewerb sparsamer Haushaltspolitik w\u00fcrde abgew\u00fcrgt.\u201c<br><a name=\"_ftn28\" href=\"#_ftnref28\">[28]<\/a> Vgl. o.V., Wirtschafts- und sozialpolitisches Forschungs- und Beratungszentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung, a.a.O.<br><a name=\"_ftn29\" href=\"#_ftnref29\">[29]<\/a> Vgl. o.V. \u201eRechnungshof: Milliarden-Verschwendung von Steuergeldern angeprangert\u201c, <a href=\"http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/rechnungshof-milliarden-verschwendung-von-steuergeldern-angeprangert_aid_572703.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.focus.de\/finanzen\/news\/rechnungshof-milliarden-verschwendung-von-steuergeldern-angeprangert_aid_572703.html<\/a>; 05.12.10<br><a name=\"_ftn30\" href=\"#_ftnref30\">[30]<\/a> Vgl. o.V., Einsparpotential im Bundeshaushalt, <a href=\"http:\/\/www.steuerzahler.de\/wcsite.php?wc_b=4026\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.steuerzahler.de\/wcsite.php?wc_b=4026<\/a>, 30.05.11<br><a name=\"_ftn31\" href=\"#_ftnref31\">[31]<\/a> Vgl. Hildebrand, J., Subventionen F\u00fcr Kamillebl\u00fcten hat der Staat noch Geld \u00fcbrig, <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article13401350\/Fuer-Kamillenblueten-hat-der-Staat-noch-Geld-uebrig.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article13401350\/Fuer-Kamillenblueten-hat-der-Staat-noch-Geld-uebrig.html<\/a>, 30.05.11<br><a name=\"_ftn32\" href=\"#_ftnref32\">[32]<\/a> Beck, A, Immer \u00c4rger mit Schwarzgeld<em>, Institut f\u00fcr Verm\u00f6gensaufbau<\/em>, <a href=\"http:\/\/www.n-tv.de\/ratgeber\/steuernrecht\/Immer-Aerger-mit-Schwarzgeld-article712283.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.n-tv.de\/ratgeber\/steuernrecht\/Immer-Aerger-mit-Schwarzgeld-article712283.html<\/a>; 10.02.10<br><a name=\"_ftn33\" href=\"#_ftnref33\">[33]<\/a> <a href=\"http:\/\/ef-magazin.de\/2012\/07\/12\/3603-eu--und-staatskritik-staat-heisst-das-kaelteste-aller-kalten-ungeheuer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/ef-magazin.de\/2012\/07\/12\/3603-eu&#8211;und-staatskritik-staat-heisst-das-kaelteste-aller-kalten-ungeheuer<\/a><br><a name=\"_ftn34\" href=\"#_ftnref34\">[34]<\/a> Handelsblatt, 11.05.17, S. 5<br>Bert R\u00fcrup: \u201eSelbst wenn man die der Inflation geschuldeten Steuererh\u00f6hungen herausrechnet, f\u00fchrten und f\u00fchren die durch den allgemeinen Produktivit\u00e4tszuwachs steigenden Realeinkommen dazu, dass immer mehr Steuerzahler im Steuertarif nach oben wandern, obgleich ihre relative Einkommens-position in der Gesellschaft und damit ihre relative Leistungsf\u00e4higkeit unver\u00e4ndert bleibt. Die gesellschaftliche Steuerlastverteilung wird auf diese Weise gestaucht. Mehr und mehr Bezieher unterer und mittlerer Einkommen \u201erutschen\u201c in den Bereich hoher, aber kaum noch steigender Grenzsteuers\u00e4tze. Die Folge ist, dass die Umverteilungswirkung der Einkommensteuer abnimmt.\u201c<br><a name=\"_ftn35\" href=\"#_ftnref35\">[35]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.steueramt.zh.ch\/internet\/finanzdirektion\/ksta\/de\/steuerberechnung\/steuertarife.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.steueramt.zh.ch\/internet\/finanzdirektion\/ksta\/de\/steuerberechnung\/steuertarife.html<\/a>; 31.08.17<br><a name=\"_ftn36\" href=\"#_ftnref36\">[36]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2013-12\/frankreich-reichensteuer-verfassungsrat\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2013-12\/frankreich-reichensteuer-verfassungsrat <\/a><br><a name=\"_ftn37\" href=\"#_ftnref37\">[37]<\/a> B\u00f6hm, H. (2012): Steueroasen im Vergleich Entwicklungen im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise, Universit\u00e4t Wien, S.27.<br><a name=\"_ftn38\" href=\"#_ftnref38\">[38]<\/a> B\u00f6hm, H. (2012): Steueroasen im Vergleich Entwicklungen im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise, Universit\u00e4t Wien, S.12 ff<br><a name=\"_ftn39\" href=\"#_ftnref39\">[39]<\/a> Arte (2012): Mit offenen Karten \u2013 Dokumentation, abgerufen von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HjUT5zY-oMM\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HjUT5zY-oMM<\/a> (14.12.12).<br><a name=\"_ftn40\" href=\"#_ftnref40\">[40]<\/a> ebd.<br><a name=\"_ftn41\" href=\"#_ftnref41\">[41]<\/a> ebd.<br><a name=\"_ftn42\" href=\"#_ftnref42\">[42]<\/a> Mit offenen Karten \u2013 Dokumentation, abgerufen von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HjUT5zY-oMM\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HjUT5zY-oMM<\/a><br><a name=\"_ftn43\" href=\"#_ftnref43\">[43]<\/a> Prominentes Beispiel ist der franz\u00f6sische Schauspieler <em>G\u00e9rard Depardieu<\/em>, jedem als Obelix-Dar-steller bekannt, der aufgrund der erw\u00e4hnten Reichensteuer von 75 % zun\u00e4chst seinen Wohnsitz nach Belgien, 2013 dann per Putin-Dekret russischer Staatsb\u00fcrger wurde. Auch die meisten Spitzensportler (z.B. Schumacher) nutzen diese M\u00f6glichkeit.<br><a name=\"_ftn44\" href=\"#_ftnref44\">[44]<\/a> B\u00f6hm, H. (2012): Steueroasen im Vergleich Entwicklungen im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise, Universit\u00e4t Wien, S.35.<br><a name=\"_ftn45\" href=\"#_ftnref45\">[45]<\/a> Arte (2012): Mit offenen Karten \u2013 Dokumentation, abgerufen von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HjUT5zY-oMM\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HjUT5zY-oMM<\/a><br><a name=\"_ftn46\" href=\"#_ftnref46\">[46]<\/a> B\u00f6hm, H. (2012): Steueroasen im Vergleich Entwicklungen im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise, Universit\u00e4t Wien, S.1.<br><a name=\"_ftn47\" href=\"#_ftnref47\">[47]<\/a> Arte (2012): Mit offenen Karten \u2013 Dokumentation, abgerufen von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HjUT5zY-oMM\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HjUT5zY-oMM<\/a><br><a name=\"_ftn48\" href=\"#_ftnref48\">[48]<\/a> ebd.<br><a name=\"_ftn49\" href=\"#_ftnref49\">[49]<\/a> B\u00f6hm, H. (2012): Steueroasen im Vergleich Entwicklungen im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise, Universit\u00e4t Wien, S.1.<br><a name=\"_ftn50\" href=\"#_ftnref50\">[50]<\/a> Vgl. o.V., Kabinett beschlie\u00dft Steuerabkommen mit Liechtenstein, <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/newsticker-welt-online\/dpa_nt\/infoline_nt\/schlaglichter_nt\/article6793037\/Kabinett-beschliesst-Steuerabkommen-mit-Liechtenstein.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.welt.de\/newsticker-welt-online\/dpa_nt\/infoline_nt\/schlaglichter_nt\/article6793037\/Kabinett-beschliesst-Steuerabkommen-mit-Liechtenstein.html<\/a>; 16.03.10<br>\u201eDas Bundeskabinett hat ein neues Steuerabkommen zwischen Deutschland und Liechtenstein beschlossen. Steuerabkommen regeln die Amtshilfe bei Steuerdelikten.\u201c<br><a name=\"_ftn51\" href=\"#_ftnref51\">[51]<\/a> Brambusch, J., Steuers\u00fcnder verklagen Liechtensteiner F\u00fcrstenbank, <a href=\"http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:schadensersatzforderungen-steuersuender-verklagen-liechtensteiner-fuerstenbank\/50016336.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.ftd.de\/unternehmen\/finanzdienstleister\/:schadensersatzforderungen-steuersuender-verklagen-liechtensteiner-fuerstenbank\/50016336.html<\/a>; 29.09.09<br>\u201eDabei gehe es um Schadensersatzforderungen in H\u00f6he von &#8222;mehreren Dutzend Millionen Euro&#8220;. Ein Gesch\u00e4ftsmann aus Bad Homburg stand ebenso wie Ex-Postchef Klaus Zumwinkel und weitere 700 Deutsche auf der CD mit Kundendaten. Er verklagt die LGT auf 13 Mio. Euro Schadensersatz. Die Kl\u00e4ger, die bei der LGT teils millionenschwere Stiftungskonten f\u00fchrten, werfen ihr vor, sie nicht \u00fcber den Datendiebstahl unterrichtet zu haben. Somit h\u00e4tten sie sich nicht selbst anzeigen k\u00f6nnen. Der Datendiebstahl war der LGT seit 2002 bekannt. Dennoch wurden die Kunden nicht informiert.\u201c<br><a name=\"_ftn52\" href=\"#_ftnref52\">[52]<\/a> Vgl. D\u00e4ke, H., Deutschland provoziert Steuerhinterziehung, <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article6799334\/Deutschland-provoziert-Steuerhinterziehung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.welt.de\/debatte\/kommentare\/article6799334\/Deutschland-provoziert-Steuerhinterziehung.html<\/a>; 17.03.10<br>\u201eSteuer- und Abgabenbelastung ist der Schl\u00fcssel, um jenen zu begegnen, die sich mit Steuerhinterziehung aus der Gemeinschaft hinausstehlen und jenen, deren Beitrag zum Steuer- und Abgaben-aufkommen st\u00e4rker als bisher gew\u00fcrdigt werden sollte. Reagiert der Staat nicht, werden sich die B\u00fcrger und Steuerzahler als St\u00fctze und Tr\u00e4ger des Staates zur\u00fcckziehen.\u201c<br><a name=\"_ftn53\" href=\"#_ftnref53\">[53]<\/a> Besteuerung von Zinsertr\u00e4gen, <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/taxation_customs\/taxation\/personal_tax\/savings_tax\/index_de.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/ec.europa.eu\/taxation_customs\/taxation\/personal_tax\/savings_tax\/index_de.htm<\/a><br><a name=\"_ftn54\" href=\"#_ftnref54\">[54]<\/a> Zinsbesteuerung, <a href=\"http:\/\/eeas.europa.eu\/delegations\/switzerland\/eu_switzerland\/political_relations\/saving_tax\/index_de.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/eeas.europa.eu\/delegations\/switzerland\/eu_switzerland\/political_relations\/saving_tax\/index_de.htm<\/a><br><a name=\"_ftn55\" href=\"#_ftnref55\">[55]<\/a> Gesetz zur F\u00f6rderung der Steuerehrlichkeit, <a href=\"http:\/\/www.bzst.de\/DE\/Steuern_National\/Kontenabrufverfahren\/Vorschriften\/gesetz_zur_Foerderung_der_Steuerehrlichkeit.html?nn=23426\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.bzst.de\/DE\/Steuern_National\/Kontenabrufverfahren\/Vorschriften\/gesetz_zur_Foerderung_der_Steuerehrlichkeit.html?nn=23426<\/a><br><a name=\"_ftn56\" href=\"#_ftnref56\">[56]<\/a> Vgl. M\u00fcller, U., Karlsruhe entscheidet \u00fcber geklaute Steuerdaten, <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/debatte\/article6578412\/Karlsruhe-entscheidet-ueber-geklaute-Steuerdaten.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.welt.de\/debatte\/article6578412\/Karlsruhe-entscheidet-ueber-geklaute-Steuerdaten.html<\/a>; aufg.: 27.02.10<br>Umfrage: Sollten die Steuerbeh\u00f6rden die Daten von Steuers\u00fcndern aus illegaler Quelle kaufen?<br>Ergebnis: 57 % Ja, 43 % Nein von 21570 abgegebene Stimmen.<br>Er\u00f6rtert wird dabei wohl auch die Frage der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit. Steuerhinterziehung ist verwerflich und muss vom Staat konsequent verfolgt werden. Anders als oft suggeriert, handelt es sich aber nicht um ein besonders schweres Delikt \u2013 jedenfalls nicht im Lichte der j\u00fcngsten Urteilspraxis.\u201c<br><a name=\"_ftn57\" href=\"#_ftnref57\">[57]<\/a> Vgl. Schneider, C., Regulierung als Chance, Handelsblatt, 15.03.17, S.10<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">F\u00fcr Inhalt und Form dieses Beitrags ist der Autor verantwortlich.<\/pre>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/?mtm_campaign=Insights_Banner_Startseite-DE&amp;mtm_source=Blog&amp;mtm_medium=Banner-Blog\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/mbs-insights-billdbord-web-1.jpg\" alt=\"Banner &quot;Studiere Wirtschaft in M\u00fcnchen&quot;\" class=\"wp-image-20910\" style=\"width:1400px;height:236px\" width=\"1400\" height=\"236\" srcset=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/mbs-insights-billdbord-web-1.jpg 950w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/mbs-insights-billdbord-web-1-800x135.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 1400px) 100vw, 1400px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><br><strong>Du interessierst dich f\u00fcr Wirtschaft und m\u00f6chtest umfassendes Business Know-How erwerben?<\/strong><br>Dann sind die internationalen BWL-Studieng\u00e4nge an der Munich Business School (MBS) genau das Richtige f\u00fcr dich! 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Prof. Dr. Sch\u00e4ffner ist seit 2003 Dozent an der MBS, mit den Schwerpunkten Allgemeine BWL und Wirtschaftsethik. 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