{"id":7863,"date":"2017-09-29T13:45:42","date_gmt":"2017-09-29T11:45:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/?p=7863"},"modified":"2017-09-29T13:47:04","modified_gmt":"2017-09-29T11:47:04","slug":"wissenschaft-business-management","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2017\/wissenschaft-business-management\/","title":{"rendered":"Wissenschaft in Business und Management"},"content":{"rendered":"<p><em>Im Folgenden lesen Sie das Transkript der Keynote Speech des <a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2017\/mbs-semester-opening-2017\/\">MBS Semester Opening 2017<\/a>, gehalten von Dr. Alfred Gossner, Pr\u00e4sident der Munich Business School.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lieber Hr. Baldi, liebe Studierende der MBS, meine Damen und Herren,<\/p>\n<p>ich darf Sie zur Semesterer\u00f6ffnung sehr herzlich begr\u00fc\u00dfen. Viele der Anwesenden \u2013 insbesondere die Professoren und andere Mitarbeiter der MBS, aber auch die &#8222;\u00e4lteren Semester&#8220; \u2013 haben \u00e4hnliche Veranstaltungen in den Vorjahren schon erlebt. F\u00fcr andere, wie die Erstsemester und auch f\u00fcr mich, ist es eine Premiere. F\u00fcr uns alle aber ist es der Auftakt zu einem neuen Jahr des gemeinsamen Arbeitens und Lernens.<\/p>\n<p>Als ich vor einigen Tagen dar\u00fcber nachdachte, was ich bei dieser Gelegenheit zu Ihnen sagen sollte, fiel mir auf, dass das keine einfache Aufgabe ist. Erlauben Sie mir daher einige Vorbemerkungen, auch im Sinne eines effektiven Erwartungsmanagements, um die Latte nicht zu hoch zu h\u00e4ngen.<\/p>\n<ol>\n<li>Man hat mir kein Thema vorgegeben, das ich nach den \u00fcblichen Kriterien sauber abarbeiten kann.<\/li>\n<li>Dies meine erste derartige Veranstaltung und ich kann daher nicht auf historische Erfahrungen zur\u00fcckgreifen. Prof. Dr. Baldi hat meinen zarten Hinweis, ein fr\u00fcherer Redetext meines Vorg\u00e4ngers k\u00f6nnte hier hilfreich sein, schlicht ignoriert. Ich glaube, man kann hier von Vorsatz ausgehen, und vielleicht war es auch gut so.<\/li>\n<li>Ich kenne weder Sie noch die MBS wirklich und kann daher nicht absch\u00e4tzen, inwieweit allgemeine Reflexionen \u00fcber die Rolle der Wissenschaft und die Aufgaben der Hochschulen bei der Ausbildung junger Menschen f\u00fcr k\u00fcnftige Berufswege als Manager bzw. Unternehmer f\u00fcr die MBS zutreffen. Insofern k\u00f6nnen Sie \u2013 im Sinne meines Erwartungsmanagements \u2013 keine programmatische Rede erwarten, weil diese bekanntlich eine Bestandsaufnahme des Ist-Zustandes erfordern w\u00fcrde.<\/li>\n<li>Mein ohnehin knappes Zeitbudget, solange ich noch im Fraunhofer-Vorstand t\u00e4tig bin, hat sich in den letzten Wochen durch einen schweren Sportunfall meiner Frau zus\u00e4tzlich verengt. Ich darf Goethe zitieren, der einen Brief an seine Schwester einmal mit den Worten begann: \u201eIch habe wenig Zeit, also schreibe ich Dir einen langen Brief.\u201c<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ich wende mich mit meinen folgenden \u00dcberlegungen zuerst und auch prim\u00e4r an unsere Studierenden. Sie stehen im Mittelpunkt, f\u00fcr Sie existiert die MBS letztlich.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7861\" aria-describedby=\"caption-attachment-7861\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/MBS-so2017.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7861 size-full\" src=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/MBS-so2017.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/MBS-so2017.jpg 1024w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/MBS-so2017-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/MBS-so2017-678x381.jpg 678w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7861\" class=\"wp-caption-text\">Dr. Alfred Gossner w\u00e4hrend seiner Keynote Speech beim MBS Semester Opening 2017.<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Was k\u00f6nnen Studierende von den Wissenschaften erwarten?<\/h2>\n<p>Sie, die Studierenden, haben sich dazu entschlossen, Ihre berufliche Laufbahn in prim\u00e4r kaufm\u00e4nnischen Aufgabenfeldern durch eine wissenschaftliche Ausbildung vorzubereiten bzw. weiter zu f\u00f6rdern. Dies ist \u2013 gerade auch im Kontext einer privaten Hochschule, die Studiengeb\u00fchren verlangen muss \u2013 in wirtschaftlicher Sicht eine &#8222;Investitionsentscheidung&#8220;: Sie investieren in Ihr Humankapital und als Ertrag erwarten Sie vermutlich einen attraktiveren Berufsweg in anspruchsvollen Positionen, der Ihnen sowohl h\u00f6here finanzielle Ertr\u00e4ge als auch mehr pers\u00f6nliche Zufriedenheit (Selbsteinsch\u00e4tzung, sozialer Status) erm\u00f6glichen soll. Nat\u00fcrlich gibt es auch noch andere Motive f\u00fcr eine Studienentscheidung.<\/p>\n<p>In diesem Kontext scheint mir eine wichtige Frage so zu lauten:<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen Sie von ihrer wissenschaftlichen Arbeit (und damit auch von den Wissenschaften) erwarten und was sollten Sie angesichts knapper Ressourcen (und die knappste Ressource ist immer die Zeit) bei Ihrer Besch\u00e4ftigung mit den Wissenschaften beachten \u2013 auf Ihrer Seite, aber auch auf Seiten der Hochschule \u2013, damit Ihnen die Befassung mit Wissenschaft m\u00f6glichst viel f\u00fcr ihr sp\u00e4teres Leben \u2013 beruflich und privat \u2013 n\u00fctzt.<\/p>\n<p>Das sind keine einfachen Fragen, deren Beantwortung in so einer Semesterer\u00f6ffnungsansprache sicher nicht abschlie\u00dfend gelingen kann. Aber weil ich kein Interesse daran habe, hier nur als freundlicher Gru\u00dfonkel zu agieren, versuche ich es, obwohl vieles skizzenhaft bleiben wird.<\/p>\n<p>In guter akademischer Tradition m\u00fcsste man zun\u00e4chst &#8222;Wissenschaft&#8220; definieren. Das allein k\u00f6nnte man abendf\u00fcllend gestalten. Ich verwende daher eine ganz simple Definition: Wissenschaft ist die T\u00e4tigkeit, bei der ein Sachverhalt mit objektiven und nachvollziehbaren Methoden systematisch beschrieben und untersucht wird. Objektiv (oder begr\u00fcndbar), nachvollziehbar (d.h. transparent) und systematisch sind die Schl\u00fcsselworte. Es geht bei dieser Definition prim\u00e4r um eine T\u00e4tigkeit und eine geistige Haltung, keine Institution, F\u00e4cherabgrenzung oder Traditionspflege.<\/p>\n<p>&#8222;Sachverhalt&#8220; schlie\u00dft ein: physikalische Objekte, biologische Organismen, soziale Systeme etc. Genauer: die Daten, die wir \u00fcber solche Objekte, Organismen und Systeme in der Gegenwart, aber auch in der historischen Entwicklung haben.<\/p>\n<h3>\u201eNichts ist so praktisch wie eine gute Theorie\u201c<\/h3>\n<p>Zwei wesentliche Aspekte bei der Befassung mit Wissenschaft m\u00f6chte ich kurz ansprechen:<\/p>\n<ol>\n<li>Wissenschaft hat es \u2013 fast immer \u2013 mit zwei Intentionen zu tun: Zun\u00e4chst kommt \u2013 auch in der historischen Entwicklung \u2013 das Erkennen von Sachverhalten, letztlich von dem, was uns als Realit\u00e4t erscheint. Auf der Basis erkannter Zusammenh\u00e4nge, Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten etc. folgt dann das Gestalten, d.h. die bewusste Beeinflussung und Ver\u00e4nderung von Realit\u00e4t bzw. die bewusste Neuschaffung von Objekten. Ein paar Beispiele: Auf der Basis der Erkenntnisse aus Physik und Geometrie haben Ingenieure die Regeln der Statik entwickelt, die uns gestatten, ziemlich sichere Br\u00fccken oder Hochh\u00e4user zu bauen. Aus der physikalischen Erkenntnis des Aufbaus der Materie auf atomarer Ebene \u2013 Elektronen etc. \u2013 wurde die moderne Mikro- und Nanoelektronik entwickelt, die uns Daten- und Signalverarbeitung mit ungeheuren Volumina und Geschwindigkeiten erm\u00f6glicht und damit die Grundlage der Digitalisierung geschaffen hat.<\/li>\n<li>Lassen Sie sich nicht verf\u00fchren, an den angeblichen Gegensatz von Theorie und Praxis zu glauben, der vor allem von denen beschworen wird, die die Theorie, ihre Intentionen, aber auch Grenzen nicht verstehen. David Hilbert (der gro\u00dfe Mathematiker) hat recht mit seiner \u00c4u\u00dferung \u201eNichts ist so praktisch wie eine gute Theorie.\u201c Die Betonung liegt auf gut, d.h. eine zutreffende und damit auch relevante Theorie.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Die drei Ebenen wissenschaftlicher Begegnungen<\/h2>\n<p>Wissenschaft begegnet Ihnen \u2013 bzw. sollte Ihnen begegnen \u2013 bei Ihrer Ausbildung, aber auch in sp\u00e4terer Berufst\u00e4tigkeit vor allem auf drei Feldern bzw. Ebenen:<\/p>\n<ol>\n<li>\n<h3>Die Ebene der Fachwissenschaft<\/h3>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>In Ihrem Fall sind das die Wirtschaftswissenschaften unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Teildisziplinen, die sich mit Management (i.d.R. von Unternehmen) befassen. Hier geht es zun\u00e4chst um das Erkennen wirtschaftlicher Organisationsformen, ihrer Strukturen und Abl\u00e4ufe, insbesondere entlang den Wertsch\u00f6pfungsketten, des Zusammenwirkens wesentlicher Funktionsbereiche von der Beschaffung \u00fcber die Produktion bis zur Vermarktung, um die Abbildung und Messung von Aktivit\u00e4ten in Informations- und Steuerungssystemen, um die Interaktionen mit dem wirtschaftlich relevanten Umfeld der Organisationen, das die Abl\u00e4ufe und Ergebnisse einer Organisation wesentlich beeinflusst. Begriffskl\u00e4rungen, Typologien und die Beschreibung von Wirkzusammenh\u00e4ngen stehen im Vordergrund.<\/p>\n<p>Nach dem Erkennen geht es dann aber prim\u00e4r um das Gestalten der Organisationen im Sinne eines zielorientierten Managements, wobei die Ziele meist als dem Management (durch Eigent\u00fcmer, aber auch die Zw\u00e4nge des Wettbewerbs) vorgegeben erscheinen. Strukturen, Prozesse, Funktionsbereiche, Systeme sollen optimiert werden, um optimale Zielerreichung zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Ihre Fachwissenschaft sollten Sie im Detail kennenlernen, d.h. die wesentlichen methodischen Ans\u00e4tze, deren inhaltliche Erkenntnisse und Grenzen, die verf\u00fcgbaren Tools (etwa aus der Statistik), um z.B. Daten zu analysieren etc. Erwartet wird \u2013 in der Praxis \u2013, dass Sie den analytischen Rahmen und die Instrumente der Fachwissenschaft auf unterschiedliche betriebliche Situationen anwenden k\u00f6nnen, um diese zu steuern und vor allem weiter zu verbessern im Sinne der Zielerreichung. Diese &#8222;\u00dcbertragungsleistung&#8220; muss vor allem gef\u00f6rdert werden, sie gelingt nicht auf der Basis von passivem Lernen von Buchinhalten. Fallstudien stellen ein gutes Mittel dar, diese Kompetenz zu trainieren. Statt nur theoretische Konzepte oder Methoden ohne konkreten Kontext wiederzugeben, k\u00f6nnen Sie in Fallstudien lernen, die abstrakten Konzepte und Tools anzuwenden und miteinander zu kombinieren, wobei deren Auswahl und Einsatz von der praktischen Problemstellung des Falles bestimmt wird.<\/p>\n<p>Welchen Anteil wird die Wissenschaft bei Ihrer k\u00fcnftigen T\u00e4tigkeit in Unternehmen haben? Das wird nat\u00fcrlich von der Art der T\u00e4tigkeit abh\u00e4ngen und kann daher nicht allgemein beantwortet werden. Aus meiner pers\u00f6nlichen Erfahrung mit knapp 40 Berufsjahren und davon mehr als 32 Jahren als F\u00fchrungskraft (davon 27 als Vorsitzender bzw. Mitglied von Gesch\u00e4ftsleitungen) m\u00f6chte ich jedoch sagen, dass f\u00fcr Managementaufgaben, d.h. das Entscheiden \u00fcber Aktivit\u00e4ten und Programme in komplexen Situationen bei oft sehr begrenzter Information, die betriebswirtschaftlichen Theorien und Instrumente im direkten Einsatz vielleicht zwischen 20 und 30 %der L\u00f6sung bestimmen, w\u00e4hrend der Rest aus situationsspezifischer Analyse und Erfahrung besteht. Das klingt ern\u00fcchternd. Es bedeutet aber nicht, dass sich solche akademische Ausbildung nicht lohnt. Zwar k\u00f6nnen sie in der konkreten Situation im Unternehmen selten im Lehrbuch nachschlagen und dort punktgenau die L\u00f6sung finden, jedoch n\u00fctzt Ihnen die F\u00e4higkeit, kritisch und unvoreingenommen an eine Situation heranzugehen, analytische Instrumente einzusetzen, wo sie zus\u00e4tzliche Erkenntnis versprechen, und insbesondere in komplexen Systemen zu denken, d.h. die wesentlichen Wirkzusammenh\u00e4nge und R\u00fcckkopplungen in Ihre \u00dcberlegungen einzubeziehen, ganz wesentlich. In diesem Sinn ist das Fachstudium in mancher Hinsicht wie gutes Training zu sehen, das den Sportler erst bef\u00e4higt, besondere physische Leistungen im Wettkampf zu erbringen.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>\n<h3>Die Ebene der Technik- und Naturwissenschaften<\/h3>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wissenschaft begegnet Ihnen aber auch in der Gestalt der Natur- und Technikwissenschaften: Zum Verstehen und vor allem zum Gestalten wirtschaftlicher Organisationen geh\u00f6rt unabdingbar das Erkennen und Verstehen des wirtschaftlich und gesellschaftlich relevanten Umfeldes der Organisation. Die erste Frage lautet: Welche Umweltfaktoren wirken heute auf die Organisation ein \u2013 f\u00f6rdernd und hemmend? Die zweite, noch viel komplexere Frage lautet: Wie wird sich das wirtschaftliche und gesellschaftliche (politische) Umfeld ver\u00e4ndern, welchen Entwicklungsprozessen unterliegt es und wie werden sich diese Ver\u00e4nderungen auf die Organisation auswirken? Es ist trivial festzustellen, dass unsere moderne Welt sich zunehmend unter dem Einfluss wissenschaftlicher und technologischer Durchbr\u00fcche entwickelt und dass solche Innovationssch\u00fcbe mit erheblichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Disruptionen verbunden sind. Eine popul\u00e4re Darstellung dieser Prozesse sind die Zyklen des russischen \u00d6konomen Kondratjeff, der die Entwicklung von ca. 1780 bis 1990 von f\u00fcnf gro\u00dfen technologischen Sch\u00fcben bzw. Phasen gepr\u00e4gt sieht:<\/p>\n<ul>\n<li>Dampfmaschine und Industrialisierung (Mechanik, Eisen);<\/li>\n<li>Eisenbahn, Telegraphie, Fotographie;<\/li>\n<li>Elektrifizierung, Automobil, Chemie;<\/li>\n<li>Elektronik, Kernkraft, Kunststoffe, Raumfahrt;<\/li>\n<li>IT, Internet, Unterhaltungs-Elektronik.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00dcber den sechsten Kondratjeff-Zyklus wird gerne ger\u00e4tselt. F\u00fcr mich besteht kein Zweifel, dass ein zentrales Element davon die Digitalisierung ist bzw. sein wird, deren Bedeutung als Querschnittstechnologie und -trend bereits offensichtlich ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7855\" aria-describedby=\"caption-attachment-7855\" style=\"width: 1023px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kondratieff_Wave.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7855\" src=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kondratieff_Wave.jpg\" alt=\"Kondratieff Cycles\" width=\"1023\" height=\"470\" srcset=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kondratieff_Wave.jpg 1280w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kondratieff_Wave-300x138.jpg 300w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/Kondratieff_Wave-1024x470.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1023px) 100vw, 1023px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7855\" class=\"wp-caption-text\">Schematische Darstellung der ersten 5 Kondratjeffzyklen. \u00a9 Rursus \u2013 Wikipedia.com<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Digitalisierung ist aktuell dabei, ganze Branchen neu zu definieren und bisherige Gesch\u00e4ftsmodelle durch neue Modelle zu ersetzen. Einige Beispiele illustrieren das:<\/p>\n<ul>\n<li>AirBnB organisiert auf seiner Plattform mehr Beherbergungsvorg\u00e4nge in der Welt als jeder andere Akteur auf diesem Feld \u2013 ohne ein einziges Hotel zu besitzen.<\/li>\n<li>Uber revolutioniert die Taxi-Industrie, ohne eine eigene Fahrzeugflotte zu besitzen \u2013 jedenfalls dort, wo man nicht hofft, diese Form der Sharing Economy durch Regulierung verhindern zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Die zum Teil schon verf\u00fcgbaren bzw. erwarteten technologischen Durchbr\u00fcche im Rahmen der Digitalisierung (k\u00fcnstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, analytische Auswertung von Big Data) und der Sensorik werden dazu f\u00fchren, dass sich Produktions- und Logistikprozesse \u00fcber Wertsch\u00f6pfungsketten hinweg selbst\u00e4ndig organisieren und mit dieser &#8222;Industrie 4.0&#8220; Millionen bisheriger Jobs in der Fertigung verloren gehen. Neuartige Jobs zwecks Entwicklung und Betrieb solcher Systeme werden entstehen.<\/li>\n<li>Die genannten Komponenten der Digitalisierung werden auch eingesetzt werden, um in Verbindung mit neuen Kommunikationsnetzen wie 5G das autonome Fahren zu erm\u00f6glichen, d.h. Fahrzeuge, die untereinander kommunizieren, selbst\u00e4ndig im Stra\u00dfenverkehr zu bewegen. Das wird Verkehrsfl\u00fcsse optimieren, die Zahl der Unf\u00e4lle deutlich reduzieren und Berufsfahrer arbeitslos machen.<\/li>\n<li>Schlie\u00dflich wird Digitalisierung die Art des Lehrens und Lernens ver\u00e4ndern und damit unser eigenes Gesch\u00e4ft hier betreffen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Analog k\u00f6nnte man andere Technologien mit Disruptionspotenzial (Quantencomputing, Robotik, erneuerbare Energien etc.) kommentieren.<\/p>\n<p>Diese technologischen Umbr\u00fcche werden zu tiefgreifenden Ver\u00e4nderungen in Unternehmen und volkswirtschaftlichen Strukturen f\u00fchren, zu deren Bew\u00e4ltigung nicht mehr das graduelle Nachjustieren bew\u00e4hrter Prozesse und Strukturen gen\u00fcgt.<\/p>\n<p>Wenn Sie in Zukunft in Unternehmen Verantwortung tragen, sollten Sie nicht nur verstehen, welche Kr\u00e4fte das aktuelle Umfeld gepr\u00e4gt haben, sondern vor allem, mit welchen technologischen Entwicklungen man rechnen kann und sollte. Kurz: Sie sollten wesentliche Ergebnisse der Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie deren wirtschaftliche und soziale Implikationen verstehen. Es geht hier \u2013 im Unterschied zu Ihrer Fachwissenschaft \u2013 nicht darum, Sie alle zu Naturwissenschaftlern bzw. Ingenieuren zu machen, zumal heute ohnehin niemand die ganze Bandbreite dieser F\u00e4cher in der wissenschaftlichen Tiefe der Einzeldisziplinen beherrschen kann.<\/p>\n<p>Wir werden jedoch in einer Business School mit den Studierenden verst\u00e4rkt dar\u00fcber nachdenken m\u00fcssen, wie wir dieses Verst\u00e4ndnis der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Implikationen technologischer Ver\u00e4nderungen und Disruptionen gezielt entwickeln k\u00f6nnen \u2013 und damit Ihre Anwendungskompetenzen f\u00fcr die Praxis st\u00e4rken k\u00f6nnen. Auch daf\u00fcr sehe ich, neben der Vermittlung von Grundlagenkenntnissen, technologisch unterlegte Fallstudien als ein interessantes Mittel.<\/p>\n<p>Ich muss hier offen einr\u00e4umen, dass ich solche Aussagen als junger Doktor der Wirtschaftswissenschaften vermutlich nicht getroffen h\u00e4tte. Ich war zwar kein neoklassischer Anh\u00e4nger von Gleichgewichtstheorien, sondern habe mich selbst mit makro\u00f6konomischen Ungleichgewichten und der induzierten Dynamik bei Besch\u00e4ftigung, Lohnniveaus etc. besch\u00e4ftigt. Die Bedeutung von technologischer Dynamik und Disruption f\u00fcr die Entwicklung von Volkswirtschaften und Unternehmen, auf die uns fr\u00fch Joseph Schumpeter hingewiesen hat, hat sich mir auch erst im Rahmen meiner T\u00e4tigkeit bei der Fraunhofer-Gesellschaft erschlossen.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>\n<h3>Die Ebene der Werte und der Kultur<\/h3>\n<\/li>\n<\/ol>\n<p>Eine dritte Ebene, auf der Sie der Wissenschaft begegnen werden \u2013 bzw. sollten \u2013, bezieht sich auf das Thema &#8222;Werte und Kultur&#8220;.<\/p>\n<p>Werte als Teil einer &#8222;Kultur&#8220; pr\u00e4gen das Verhalten von Menschen, ihre Motivation, ihren Teamgeist, ihr Verantwortungsbewusstsein. Eine gemeinsame und aktiv gelebte Wertebasis der Unternehmensmitarbeiter wird die Ergebnisse des Unternehmens oft mehr pr\u00e4gen als einzelne betriebswirtschaftliche Optimierungsma\u00dfnahmen oder Strategien. Die Amerikaner sagen: \u201eCulture eats strategy for breakfast \u2013 and structure for lunch.\u201d<\/p>\n<p>Werte werden in den Kultur- und Geisteswissenschaften reflektiert und insbesondere in der Philosophie. Das Entstehen von Wertesystemen in menschlichen Gemeinschaften ist komplex und kurzfristig wenig beeinflussbar. Wir leben heute vielfach noch von Werthaltungen, die in fr\u00fcheren Zeiten entstanden sind und nicht notwendigerweise in Zukunft verbreitet sein werden. Max Weber hat in seinem Werk &#8222;Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus&#8220; eindrucksvoll analysiert, wie typische Haltungen, die f\u00fcr eine Marktwirtschaft wichtig sind \u2013 wie z.B. der sprichw\u00f6rtliche schw\u00e4bische Flei\u00df im Gefolge des Calvinismus und dessen Askesegebots, d.h. einer spezifischen protestantischen Religionsauspr\u00e4gung \u2013, entstanden sind.<\/p>\n<p>In einem Unternehmen geht es jedoch nicht nur darum zu verstehen, welche Werte die Mitarbeiter motivieren und beeinflussen, sondern auch um die aktive Gestaltung bzw. Begr\u00fcndung von Werten. Dabei geht es nicht nur um die pers\u00f6nlichen Werte, die einzelne Menschen motivieren, sondern vor allem auch um die Werte des Unternehmens\/der Organisation, die letztlich auch ihren Zielen zugrunde liegen. Diese Ziele und Werte wurden in der Literatur traditionell als aus der Sicht der Wirtschaftswissenschaften gegeben angesehen, durch die Eigent\u00fcmer, Aufsichtsgremien bzw. die Zw\u00e4nge der Konkurrenz. Milton Friedman brachte diese Sicht so auf den Punkt: \u201eThe business of business is business\u201c. Eine Wertediskussion ist danach weder n\u00f6tig noch m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Ich teile diese Sicht nicht und halte die glaubw\u00fcrdige Befassung des Managements mit Wertefragen f\u00fcr wichtig. Daf\u00fcr sehe ich vor allem drei Gr\u00fcnde:<\/p>\n<ol>\n<li>Werte sind nicht objektiv eindeutig ableitbar wie mathematische Theoreme. Das hat die Philosophiegeschichte eindeutig gezeigt, die voll ist mit Versuchen, Wertehierarchien zu begr\u00fcnden bzw. auch zu widerlegen. Wenn man zus\u00e4tzliche Annahmen trifft, wie z.B. in der christlichen Theologie die Existenz Gottes, ist die weitere Ableitung eines Wertekanons relativ einfach. Die Pluralit\u00e4t m\u00f6glicher Wertesysteme hat oft zu einer Haltung des Werterelativismus gef\u00fchrt \u2013 anything goes \u2013 oder sogar zur Ablehnung von &#8222;Wert&#8220; als philosophischer Kategorie. Ludwig Wittgenstein sagt im \u201eTractatus logico-philosophicus\u201c: \u201eEs gibt keinen Wert \u2013 und wenn es ihn g\u00e4be, h\u00e4tte er keinen Wert.\u201c Jedoch sind rationale Begr\u00fcndungen von Werten durchaus m\u00f6glich, wie z.B. J. Rawls in seiner &#8222;Theorie der Gerechtigkeit&#8220; gezeigt hat.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Auf der Ebene von gesellschaftlicher Organisation werden Werte heute nicht mehr aus philosophischen Pr\u00e4missen abgeleitet, sondern oft durch qualifizierte Mehrheitsbeschl\u00fcsse gesetzt, z.B. durch eine verfassunggebende Versammlung oder durch Beschluss von Staaten wie im Fall der UN-Menschenrechtscharta. Damit beziehen sie ihre Geltung und Legitimit\u00e4t aus qualifizierten Wahlakten.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Trotz der grunds\u00e4tzlichen Pluralit\u00e4t von Wertesystemen haben die Menschen in allen Kulturen das Bed\u00fcrfnis nach Werten, die den Einzelnen und der Gemeinschaft zur Orientierung des Handelns dienen sollen. Grundwerte wie z.B. der Schutz von Leben und Gesundheit vor willk\u00fcrlichen Angriffen sind dabei in den meisten Gesellschaften \u00e4hnlich ausgepr\u00e4gt. Kurz gesagt: Wir Menschen brauchen gemeinsame Werte. Die Reflexion und Diskussion gemeinsamer Werte st\u00e4rken den Zusammenhalt von Teams.<\/li>\n<li>Wert- und Zielvorstellungen von Stakeholdern (au\u00dfen) und Mitarbeitern (innen) passen nicht automatisch perfekt zusammen. Es z\u00e4hlt zu den zentralen Aufgaben insbesondere des Top-Managements, hier zu vermitteln und diese Wertsysteme kompatibel zu machen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>In Summe: &#8222;Werte&#8220; sind eine der gro\u00dfen Herausforderungen im Management. Es ist klar, dass wir sie nicht nach Belieben, z.B. zwecks F\u00f6rderung wirtschaftlicher Ziele, beeinflussen k\u00f6nnen. &#8222;A new culture by tomorrow&#8220; ist nicht m\u00f6glich. Ebenso klar ist, dass wir sie nicht einfach sich selbst \u00fcberlassen sollten. Werte vermitteln den Menschen Sinn und Motivation und ein Vakuum kann schnell gef\u00fcllt werden von obskuren Ratgebern und Ideologien. Wir sollten im Management den Dialog \u00fcber Werte f\u00fchren k\u00f6nnen, nicht als Belehrung, sondern als Hilfe zur eigenen Reflexion.<\/p>\n<p>Dieser Dialog \u00fcber Werte und die M\u00f6glichkeiten ihrer Begr\u00fcndung sollte daher Teil einer managementorientierten Ausbildung sein. Die <a href=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/de\/hochschule\/warum-munich-business-school.html\">MBS Werte<\/a> \u201einnovativ denken, verantwortungsvoll handeln und weltoffen leben\u201c bilden hier einen sehr guten Ausgangspunkt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6234\" aria-describedby=\"caption-attachment-6234\" style=\"width: 924px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/MBS-Werte_de.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6234 size-full\" src=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/MBS-Werte_de.jpg\" alt=\"MBS Werte\" width=\"924\" height=\"940\" srcset=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/MBS-Werte_de.jpg 924w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/MBS-Werte_de-197x200.jpg 197w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/MBS-Werte_de-32x32.jpg 32w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/MBS-Werte_de-50x50.jpg 50w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/MBS-Werte_de-64x64.jpg 64w\" sizes=\"auto, (max-width: 924px) 100vw, 924px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6234\" class=\"wp-caption-text\">Die Werte der Munich Business School.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Gestatten Sie wieder eine pers\u00f6nliche Anmerkung: Die Bedeutung von Werten und deren Begr\u00fcndung ist mir als junger F\u00fchrungskraft bei der Allianz-Gruppe wenig aufgefallen. Im R\u00fcckblick lag es daran, dass ich mit einem relativ homogenen Team junger Leute gearbeitet hatte, die aufgrund der Auswahl \u00e4hnliche Werte teilten.<\/p>\n<p>Sie wurde mir schlagartig deutlich, als ich als CEO von Allianz S\u00fcdafrika nach Johannesburg zog, wo sich soeben das Ende der Apartheid und der \u00dcbergang zu einem neuen politischen System vollzog. Hier wurde fast t\u00e4glich in den Medien, aber auch in den Unternehmen, \u00fcber sehr unterschiedliche Wertesysteme bei der Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft diskutiert.<\/p>\n<h2>Denken lernen<\/h2>\n<p>Liebe Studentinnen und Studenten, ich hoffe, ich habe Ihnen vermitteln k\u00f6nnen, dass in meiner Sicht Wissenschaft wichtig ist f\u00fcr Ihre Ausbildung, in einem breiten, aber differenzierten Verst\u00e4ndnis. Dabei geht es nicht um Scholastik, also das Lernen eines akzeptierten akademischen Wissenskanons, den man m\u00f6glichst fehlerfrei wiedergeben kann. Es geht um \u201eDenken lernen\u201c und zwar um \u201epraktisches Denken\u201c, das auf die L\u00f6sung realer Probleme gerichtet ist. Dies ist ein dialektischer Prozess: Man lernt eine Systematik bzw. Methoden z.B. des Marketings oder der Unternehmensbewertung und man n\u00fctzt diese dann f\u00fcr die L\u00f6sung praktischer Probleme. Dabei kann die praktische Anwendung in einem Fall durchaus dazu f\u00fchren, dass man Systematik bzw. Methoden verbessert.<\/p>\n<p>Die &#8222;Wissenschaft des Managements&#8220; verstehe ich dabei im Schwerpunkt prim\u00e4r als Handlungswissenschaft, die uns hilft, komplexe Entscheidungssituationen unter Einsatz der verf\u00fcgbaren Ressourcen optimal vorzubereiten und umzusetzen.<\/p>\n<p>Es geht letztlich darum, entscheidungs- und handlungsf\u00e4hige Pers\u00f6nlichkeiten auszubilden und zu entwickeln, die auf der Basis begr\u00fcndeter und gelebter Werte sowie fachlicher Expertise Verantwortung \u00fcbernehmen k\u00f6nnen und wollen. Dieser ganzheitliche Ansatz scheint mir ein wesentliches Ziel der MBS zu sein und ist zugleich ein wichtiges Motiv f\u00fcr mein Engagement an dieser Stelle.<\/p>\n<p>Dieses Ziel einer ganzheitlichen Pers\u00f6nlichkeitsbildung ist \u00fcbrigens nicht nur ein Reflex humanistischer Traditionen in Europa und damit ein Luxus, den wir uns leisten wollen. Es ist vielmehr blanke Notwendigkeit in der modernen Welt, deren Komplexit\u00e4t und Verwerfungen deutlich zunehmen. Ohne wertgeleitetes, fachlich fundiertes und globale Entwicklungen ber\u00fccksichtigendes Management werden wir es nicht schaffen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Sie ausdr\u00fccklich auffordern: In diesem Sinn sollten Sie ihr Studium verstehen und das sollten Sie einfordern.<\/p>\n<h2>\u201eVorne ist immer Platz\u201c<\/h2>\n<p>Damit komme ich \u2013 sehr kurz \u2013 zur \u201eanderen Seite\u201c des Hauses, den Dozenten und Mitarbeitern der MBS, die Ihnen eine hochwertige Ausbildung und Bildung anbieten und erm\u00f6glichen sollen. Die K\u00fcrze bedeutet nicht, dass ich Ihre Arbeit geringsch\u00e4tze. Aber neben dem knappen Zeitbudget ist sie auch dadurch zu rechtfertigen, dass sich aus meinen \u00dcberlegungen zur Gestaltung des Studiums automatisch Aufgaben und Verantwortlichkeiten f\u00fcr Sie \u2013 und mich \u2013 als Dienstleister ergeben. Wir m\u00fcssen den hochwertigen Content entwickeln und anbieten, wir m\u00fcssen kritische Diskussion erm\u00f6glichen und einfordern und wir m\u00fcssen auch Werte glaubhaft begr\u00fcnden und vorleben.<\/p>\n<p>Dazu brauchen wir den Enthusiasmus der Lehrenden und keine \u201eLehrbeamten\u201c. Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung und Bildung ereignen sich letztlich im Austausch zwischen Personen und nicht durch Nutzung technischer Systeme. Wir werden kritisch pr\u00fcfen, welche neuen M\u00f6glichkeiten z.B. die Digitalisierung f\u00fcr die MBS bietet, insbesondere ob sie uns zus\u00e4tzliche Freir\u00e4ume f\u00fcr die pers\u00f6nliche Begegnung zwischen Dozenten und Studenten erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Wenn wir es schaffen, in der MBS gemeinsam den hier skizzierten Anspruch einzul\u00f6sen, dann wird das auch unsere Wettbewerbsposition im Hochschulmarkt g\u00fcnstig beeinflussen. Dann kann man Michael Schumacher zitieren, der einmal f\u00fcr die Formel 1 sagte: \u201eVorne ist immer Platz.\u201c<\/p>\n<p>Meine Damen und Herren, ich w\u00fcnsche uns allen ein erfolgreiches akademisches Jahr und heute eine heitere Er\u00f6ffnungsfeier mit neuen Begegnungen und guten Gespr\u00e4chen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"mh-excerpt\"><p>Im Folgenden lesen Sie das Transkript der Keynote Speech des MBS Semester Opening 2017, gehalten von Dr. Alfred Gossner, Pr\u00e4sident der Munich Business School. &nbsp; Lieber Hr. 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