{"id":7878,"date":"2017-10-04T10:53:23","date_gmt":"2017-10-04T08:53:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/?p=7878"},"modified":"2023-07-07T08:57:03","modified_gmt":"2023-07-07T06:57:03","slug":"wissenschaftliches-arbeiten-plagiat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2017\/wissenschaftliches-arbeiten-plagiat\/","title":{"rendered":"Wissenschaftliches Arbeiten (Teil 4): Das Plagiat"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Im vierten Teil unserer Blogreihe zum wissenschaftlichen Arbeiten informieren wir \u00fcber das Plagiat &#8211; was es ist, welche Arten von Plagiaten es gibt, welche Folgen ein Plagiat mit sich zieht und wie es sich vermeiden l\u00e4sst. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Die Arbeit eines Plagiarius (lat.: Seelenverk\u00e4ufer) \u2013 ein Plagiat \u2013 hat unweigerlich die Note 5,0 zur Folge, im Wiederholungsfall die Exmatrikulation! Diese Drohung \u2013 sie wird auch an der <a href=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Munich Business School<\/a> (MBS) ausgesprochen \u2013 verwirrt viele Studierende: Sie machen sich Sorgen, dass wegen eines unbeabsichtigten Plagiats bestraft werden k\u00f6nnten. Das verwirrt wiederum die Lehrenden: Wie kann man aus Versehen ein Plagiat produzieren? Es ist doch ganz einfach: Quellen angeben und fertig. Wir wollen diese Diskrepanz ausleuchten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist ein Plagiat?<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Plagiat ist Betrug, also eine Behauptung falscher Tatsachen, eine Anma\u00dfung der Autorschaft. Der*Die Autor*in eines Plagiats gibt Ideen, Ergebnisse, Formulierungen, Bilder, Strukturen etc. als seine*ihre eigene Sch\u00f6pfung aus. Es ist dabei v\u00f6llig unerheblich, ob der*die Plagiator*in sich Vorteile davon erhofft, also einen akademischen Grad oder eine gute Note f\u00fcr eine Hausarbeit anstrebt, oder ob er schlicht den Aufwand f\u00fcr eine Auseinandersetzung mit den Regeln f\u00fcr korrektes Zitieren scheut. Dieser \u201egeistige Diebstahl\u201c ist ein schwerer Versto\u00df gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis und manchmal sogar gegen das Urheberrecht und wird geahndet. Zus\u00e4tzlich versto\u00dfen plagiierende Studierende der MBS gegen ihre eigene eidesstattliche Versicherung, was nach Strafanzeige der Hochschule zu einer Geld- oder sogar Freiheitsstrafe f\u00fchren k\u00f6nnte (\u00a7456 StGB).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Plagiatsformen<\/h3>\n\n\n\n<p>Plagiat ist nicht gleich Plagiat, es gibt verschiedene Ausformungen und flie\u00dfende \u00dcberg\u00e4nge. Die g\u00e4ngigsten Plagiatsformen, die wir hier nennen, k\u00f6nnen unseren Studierenden schon helfen, ihr grunds\u00e4tzliches Streben nach wissenschaftlicher Integrit\u00e4t zu unterst\u00fctzen<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Komplettplagiat:<\/strong> w\u00f6rtliche \u00dcbernahme &#8211; entweder eines Satzes, eines Absatzes, eines Kapitels oder eines kompletten Werkes<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Verschleiertes Plagiat:<\/strong> \u00dcbernahme fremder Aussagen mit leichten Ab\u00e4nderungen, Paraphrasen (sinngem\u00e4\u00dfe \u00dcbernahme fremder Texte) ohne Zitat<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Bauernopfer:<\/strong> w\u00f6rtliche \u00dcbernahme, aber nur als indirektes Zitat gekennzeichnet <\/li>\n\n\n\n<li><strong>Ideenplagiat:<\/strong> Ideen oder Erkenntnisse werden ohne Angabe der Quelle verwendet.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Strukturplagiat:<\/strong> Struktur\/Gliederung des Textes wird \u00fcbernommen.<\/li>\n\n\n\n<li>\u00dcbersetzungsplagiat: die \u00dcbersetzung eines Textes wird als eigener Text ausgegeben &#8211; in der Hoffnung, dass z. B. Plagiatspr\u00fcfsoftware solchen Diebstahl nicht erkennt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zitatsplagiat<\/strong>: die \u00dcbernahme von Quellen mitsamt den bibliographischen Angaben aus einer fremden Quelle, ohne eigene Recherche und ohne Angabe dieser Quelle<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Eigenplagiat: <\/strong>eine eigene, an anderer Stelle eingereichte wissenschaftliche Arbeit wird ohne Quellenangabe verwendet.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Bildplagiat:<\/strong> die \u00dcbernahme graphischer Darstellungen, Bilder, von Tabellen, Diagrammen \u2013 ganz oder in Teilen \u2013 ohne Angabe der Quelle<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Als besondere Form des Plagiats ist auch die Einreichung einer Arbeit zu nennen, die von einer anderen Person, einem sog. \u201eGhostwriter\u201c, im Auftrag des*der Plagiator*in erstellt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich sind die obigen Beispiele leicht als Verst\u00f6\u00dfe gegen wissenschaftliche Redlichkeit, gegen die Suche nach \u201eWahrheit\u201c zu erkennen. Dennoch wollen wir f\u00fcr die Studierenden und Lehrenden Munich Business School eine h\u00f6here Sicherheit im Umgang mit zentralen ethischen Codes der wissenschaftlichen Arbeit schaffen &#8211; eine Richtlinie zur Erkennung, Vermeidung und Ahndung von Plagiaten an der MBS ist bereits in Arbeit.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was ist eigentlich das Gegenteil von Plagiat?<\/h3>\n\n\n\n<p>\u201eGute wissenschaftliche Praxis\u201c, so k\u00f6nnte die Antwort lauten.<a name=\"_ftnref2\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> Diese gute wissenschaftliche Praxis besteht u. a. daraus, dass zur Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit (Seminararbeit oder Abschlussarbeit) zun\u00e4chst der aktuelle Stand der Forschung darzulegen ist, was nur unter Angabe von Quellen m\u00f6glich ist. In der eigenen Leistung zur Beantwortung der Forschungsfrage m\u00fcssen ebenfalls alle Quellen explizit genannt werden, die der*die Autor*in verwendet hat, die als Ideengeber dienten, aus denen irgendetwas \u00fcbernommen wurde \u2013 egal ob w\u00f6rtlich oder nur die Idee oder die Struktur betreffend. Diese Quellenangaben m\u00fcssen den jeweiligen formalen Vorgaben entsprechend allen Leser*innen das Auffinden dieser Quellen erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist doch einfach, oder?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Absicht \u2013 ja oder nein?<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein <strong>Plagiat mit voller Absicht<\/strong> zu produzieren, erscheint zun\u00e4chst einfach: Copy &amp; Paste und fertig. Da ein absichtsvolles Plagiat jedoch immer den Zweck verfolgt, nicht als solches, also nicht als Plagiat erkannt zu werden, sind umfangreiche Kenntnisse und Vorkehrungen n\u00f6tig, um nicht entlarvt zu werden. Die <a href=\"http:\/\/www.textundtext.de\/wp-content\/uploads\/Zum_erfolgreichen_Plagiat....pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">humorvolle Anleitung f\u00fcr Plagiate<\/a> von Roland Schimmel zeigt, was zu beachten ist, wenn man ein erfolgreiches Plagiat herstellen will. Die Erkenntnis daraus: Plagiieren ist viel zu kompliziert. Es kostet weniger M\u00fche, eine korrekte Arbeit mit korrekter Zitation zu schreiben, als geklaute Ideen erfolgreich zu verstecken. Insbesondere Anf\u00e4nger*innen oder Fachfremde k\u00f6nnen nicht ermessen, wie umfangreich die Kenntnisse und Erfahrungen der Dozierenden sind, die die Arbeit begutachten, wie leicht sie also entweder einen Ideenklau erkennen &#8211; oder wenigstens vermuten und dann auf die Suche gehen. Zudem k\u00f6nnen Pr\u00fcfende auf einschl\u00e4gige Software zur\u00fcckgreifen, die \u00e4u\u00dferst n\u00fctzliche Hinweise liefert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein unabsichtliches Plagiat<\/strong> ist ein schwieriges Konstrukt: Wie kann ein Student*in nachweisen, dass es keine Absicht war? Insbesondere in den ersten Semestern lassen die Kommentare der Studierenden in den Lehrveranstaltungen zur Einf\u00fchrung in das wissenschaftliche Arbeiten vermuten, dass sie verbl\u00fcfft sind dar\u00fcber, wirklich alles angeben zu m\u00fcssen, was sie irgendwo gelesen und in der Arbeit verwertet haben. Sieht das nicht komisch aus, wenn da \u00fcberall Fu\u00dfnoten stehen? Eine halbe Seite voll mit Fu\u00dfnoten erscheint ihnen als schiere Monstrosit\u00e4t \u2013 wer will und wer kann denn das noch lesen? Die alternative Kurzzitationsweise ist auch keine L\u00f6sung f\u00fcr sie: Wer liest denn einen Text mit lauter Klammereinschl\u00fcssen? Am liebsten w\u00fcrden sie wohl fragen: Ist das Ihr Ernst?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vermeidung von Plagiat<\/h2>\n\n\n\n<p>In den oben aufgef\u00fchrten Fragen der Studierenden liegen \u2013 so meinen wir \u2013 auch die L\u00f6sungen, um unabsichtliche Plagiate zu vermeiden: <\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong> \u00dcben wissenschaftlicher Praxis:<\/strong> Studierende m\u00fcssen wissenschaftliche Texte lesen (notfalls dazu gezwungen werden), um sich neben den Inhalten auch mit den Methoden der Wissenschaft vertraut zu machen. Wie wird zitiert? Wie werden Argumente eingef\u00fchrt? Welche Rolle spielen die Verweise auf andere Autor*innen? Und: Ja, solche Texte liest man in der Wissenschaft. Denn wenn wir uns die <a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2016\/wissenschaftliches-arbeiten-teil-1\/\">Ziele von Wissenschaft<\/a> noch einmal vor Augen f\u00fchren, so ist genau diese Methode der Quellenverweise eines der Mittel, um unparteiische Wahrheit anzustreben.<\/li>\n\n\n\n<li><strong> Kein Infotainment:<\/strong> Der Vergleich wissenschaftlicher Texte mit journalistischen und feuilletonistischen Texten \u2013 welche den Studierenden vertrauter zu sein scheinen \u2013 ist ebenfalls erhellend. Insbesondere, wenn die unterschiedlichen <a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2017\/wissenschaftliches-arbeiten-teil-3-wissenschaftssprache\/\">Zwecke und Zielgruppen dieser Texte<\/a> klar herausgestellt werden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong> Die Ego-Falle:<\/strong> H\u00e4ufig ist auch Entt\u00e4uschung zu h\u00f6ren: Wie? Meine eigene Meinung interessiert gar nicht? Ja, aber dann besteht die Arbeit blo\u00df daraus, wiederzugeben, was andere geschrieben\/gesagt haben? Ja, das ist bei ersten wissenschaftlichen Arbeiten der Fall und auch bei Abschlussarbeiten ist der aktuelle Stand der Forschung zu dokumentieren, also darzustellen, \u201ewas andere gesagt haben\u201c. Aber gerade das ist ja ein Ausweis fachlicher Expertise: Wer die einschl\u00e4gige Fachliteratur kennt, die entsprechenden Autor*innen und ihre Werke gelesen und gegeneinander abgewogen hat, kann erst mitreden, sich also in den wissenschaftlichen Diskurs einschalten. Das Zitieren von Fachtexten ist daher ein G\u00fctekriterium, das dem*der Autor*in zur Ehre gereicht. Schlussendlich hat auch unser Ego etwas davon, wenn wir \u2013 in beliebigen Kontexten \u2013 fachlich fundierte Informationen pr\u00e4sentieren k\u00f6nnen. Fehlen diese, ist die Arbeit schlichtweg nicht wissenschaftlich fundiert.<br>Der erste eigene Forschungsbeitrag von wissenschaftlich T\u00e4tigen, z. B. das Finden neuer Erkenntnisse, das Best\u00e4tigen oder Falsifizieren einer bestehenden Theorie, findet erst im Rahmen einer Doktorarbeit statt, die deshalb auch der sog. scientific community durch Ver\u00f6ffentlichung zug\u00e4nglich gemacht wird.<\/li>\n\n\n\n<li><strong> Betreuung:<\/strong> Studierende m\u00fcssen in das wissenschaftliche Arbeiten eingewiesen werden. Insbesondere ihre ersten Schritte bed\u00fcrfen einer intensiven Betreuung durch die Lehrenden. Das ist \u00fcbrigens auch die beste Methode, um Plagiate zu vermeiden bzw. sofort zu erkennen &#8211; auch Plagiate aus dem oben genannten \u201eGraubereich\u201c. Wenn wir als Lehrende die Arbeiten begleiten und deren Fortschritt verfolgen, wissen wir, welche Leistungen die Studierenden erbracht haben. Und es wird auf beiden Seiten f\u00fcr mehr Zufriedenheit sorgen, wenn die Studierenden so das Thema \u201eWissenschaftliches Arbeiten\u201c nicht nur bew\u00e4ltigen, sondern sogar Freude daran finden.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Freude an wissenschaftlicher Arbeit?<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Vermeidung von Plagiaten bzw. die Auswertung von Quellen und ihre Nennung bringt tats\u00e4chlich sehr viel! Ein wesentlicher Unterschied zu herk\u00f6mmlichen und allt\u00e4glichen Meinungs\u00e4u\u00dferungen besteht in der Fundierung von scheinbar allgemein bekannten und im Konsens befindlichen Aussagen: \u201eDie deutsche Wirtschaft befindet sich seit mehreren Jahren im Aufschwung\u201c k\u00f6nnte von Verschw\u00f6rungstheoretiker*innen, Sozialverb\u00e4nden, arbeitslosen Akademiker*innen, Oppositionspolitiker*innen oder peniblen Wissenschaftskolleg*innen geleugnet werden, falls nicht mit Daten einer europ\u00e4ischen Statistikbeh\u00f6rde oder einer internationalen Organisation (OECD, IWF) belegt wird, was mit Aufschwung (= Wachstum des BIP) genau gemeint ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Schaffen dieser Basis, das Arbeiten mit zuverl\u00e4ssigen Quellen schafft Sicherheit in der eigenen Argumentation, auch in Diskussionen au\u00dferhalb des Wissenschaftsbereichs. Setzt man die Quellenarbeit fort, indem man sich im fachspezifischen Bereich in den State of the Art einarbeitet, entsteht, je nach Intensit\u00e4t des Quellenstudiums, eine breitgef\u00e4cherte und zugleich tiefgehende Expertise, die neben Methoden- und Basiswissen am Ende eines Studiums in mindestens zwei Themenbereichen erreicht sein sollte (Seminararbeit und Abschlussarbeit).<\/p>\n\n\n\n<p>Zu dieser Expertise geh\u00f6rt auch, dass Studierende durch umfangreiches Recherchieren die F\u00e4higkeit schulen, zuverl\u00e4ssige Quellen von anderen zu unterscheiden sowie ausreichend differenzierte Quellen zu ber\u00fccksichtigen und ihnen diese F\u00e4higkeit in ihrem ganzen weiteren Leben n\u00fctzlich sein d\u00fcrfte, z. B. bei der Recherche \u00fcber die besten Wege, ihre finanziellen Mittel anzulegen oder in der Vermeidung des zweifelhaften Rufes, Fake News zu streuen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Plagiatsvorwurf: Und wer ist nun schuld?<\/h2>\n\n\n\n<p>Kommt es zu einem Plagiatsvorwurf, stellt sich stets die Frage nach der Verantwortung der Betreuer*in bzw. der jeweiligen Hochschule oder Forschungseinrichtung. Es gibt einige prominente Plagiator*innen wie den ehemaligen Bundesverteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg oder die ehemalige Bundesbildungsministerin Anette Schavan, deren F\u00e4lle medial gut dokumentiert sind. Das ungarische Magazin HVG<a name=\"_ftnref3\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> publizierte 2011 Erkenntnisse, wonach der damalige ungarische Pr\u00e4sident P\u00e1l Schmitt sage und schreibe 180 Seiten (von insgesamt 215 Seiten) seiner Doktorarbeit aus der in franz\u00f6sischer Sprache erschienenen Studie eines bulgarischen Sportwissenschaftlers verwendete. Au\u00dferdem hatte er weitere Seiten aus der Arbeit eines deutschen Soziologen verwendet, beides in ungarischer \u00dcbersetzung. 2012 wurde ihm schlie\u00dflich der Doktorgrad aberkannt und er trat zur\u00fcck. Die entsprechende Untersuchungskommission schrieb jedoch der Universit\u00e4t ein erhebliches Mitverschulden zu: Sie h\u00e4tte die Arbeit gar nicht erst annehmen d\u00fcrfen.<a name=\"_ftnref4\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> Die Hochschulen und die Betreuer*innen solcher Arbeiten tragen eine erhebliche Verantwortung f\u00fcr Plagiate, wenn diese ohne Pr\u00fcfung unerkannt zu Abschl\u00fcssen und Credit Points f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Verantwortung f\u00fcr die wissenschaftliche Integrit\u00e4t tragen also beide Seiten: Autor*innen (Studierende und Forscher*innen) und die Institutionen (Betreuer*innen, Hochschulen, Verlage etc.), die diese Arbeiten annehmen und bewerten. Und beide haben ein echtes Interesse daran, die Methoden und den Ethos der Wissenschaften zu verteidigen \u2013 ist doch einfach, oder?<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">Du willst mehr \u00fcber wissenschaftliches Arbeiten lernen? Dann schau dir auch die ersten drei Teile unserer Reihe an: \nTeil 1: <a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2016\/wissenschaftliches-arbeiten-teil-1\/\">Was ist die Wahrheit?<\/a>\nTeil 2: <a href=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2017\/wissenschaftliches-arbeiten-teil-2-recherche\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die Recherche<\/a> \nTeil 3: <a href=\"http:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/2017\/wissenschaftliches-arbeiten-teil-3-wissenschaftssprache\/\">Wissenschaftssprache<\/a><\/pre>\n\n\n\n<p><strong>Quellen: <\/strong><br><a name=\"_ftn1\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> nach Schwarzenegger, Christian (2006). Plagiatsformen und disziplinarrechtliche Konsequenzen. In: <a href=\"http:\/\/www.kommunikation.uzh.ch\/dam\/jcr:00000000-086d-f41b-0000-00006b8d9335\/unijournal-2006-4.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">unijournal. Die Zeitung der Universit\u00e4t Z\u00fcrich, Nr. 4\/2006<\/a>,  S. 3. <br><a name=\"_ftn2\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> siehe hierzu z. B.: <a href=\"https:\/\/www.dfg.de\/download\/pdf\/foerderung\/rechtliche_rahmenbedingungen\/gute_wissenschaftliche_praxis\/empfehlung_wiss_praxis_1310.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutsche Forschungsgemeinschaft (2013). Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis. Denkschrift. Weinheim: Wiley-VCH<\/a>.<br><a name=\"_ftn3\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Gy\u00f6rgy Mikl\u00f3s (2012): <a href=\"http:\/\/hvg.hu\/itthon\/20120111_Schmitt_doktori_disszertacio_plagium\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">S\u00falyos pl\u00e1giumgyan\u00fa Schmitt P\u00e1l doktori \u00e9rtekez\u00e9se k\u00f6r\u00fcl.<\/a> (Schwerer Plagiatsvorwurf im Zusammenhang mit der Doktorarbeit von P\u00e1l Schmitt) In: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heti_Vil%C3%A1ggazdas%C3%A1g\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HVG<\/a>, 11. Januar 2012.; ORF Mittagsjournal (2012): <a href=\"http:\/\/oe1.orf.at\/artikel\/295244\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ungarns Staatspr\u00e4sident unter Plagiatsverdacht<\/a>. In: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/ORF\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ORF<\/a>, 12. Januar 2012.<br><a name=\"_ftn4\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Die Arbeit scheint au\u00dferdem zahlreiche Rechtschreibfehler enthalten zu haben, was der ungarischen Universit\u00e4t nur deshalb gleichg\u00fcltig gewesen sein kann, weil P\u00e1l Schmitt als Fechter zweimal Olympiasieger war, einmal sogar Weltmeister.<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-preformatted\">F\u00fcr Inhalt und Form des Beitrags sind die Autor*innen verantwortlich. <\/pre>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/?mtm_campaign=Insights_Banner_Startseite-DE&amp;mtm_source=Blog&amp;mtm_medium=Banner-Blog\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/mbs-insights-billdbord-web-1.jpg\" alt=\"Banner &quot;Studiere Wirtschaft in M\u00fcnchen&quot;\" class=\"wp-image-20910\" style=\"width:1400px;height:236px\" width=\"1400\" height=\"236\" srcset=\"https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/mbs-insights-billdbord-web-1.jpg 950w, https:\/\/www.munich-business-school.de\/insights\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/mbs-insights-billdbord-web-1-800x135.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 1400px) 100vw, 1400px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><br><strong>Du interessierst dich f\u00fcr Wirtschaft und m\u00f6chtest umfassendes Business Know-How erwerben?<\/strong><br>Dann sind die internationalen BWL-Studieng\u00e4nge an der Munich Business School (MBS) genau das Richtige f\u00fcr dich! 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