Welche Rolle spielt Elektromobilität in der Zukunft? Teil 2: Was ist zu tun, damit Elektromobilität einen ausreichenden Marktanteil realisieren kann?

In meinem ersten Blogbeitrag zur Elektromobilität hatte ich bereits erörtert, dass die Neuzulassung von Elektrofahrzeugen und Fahrzeugen mit Hybridmotoren rasant zunimmt. Experten rechnen bis 2020 mit dem endgültigen Marktdurchbruch. Im zweiten Teil meiner Reihe „Zukunft der Elektromobilität“ beleuchte ich, welche Voraussetzungen es braucht, damit das Gesamtsystem Elektromobilität einen ausreichenden Marktanteil realisieren kann.

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Die künftige Entwicklung der Mobilität hängt maßgeblich von politischen, ökonomischen, soziokulturellen, technischen, ökologischen und rechtlichen Treibern ab. Im integrierten Gesamtsystem Elektromobilität müssen jedoch zusätzlich viele unterschiedliche Unternehmen zusammenarbeiten, damit sich diese Form der Mobilität auf breiter Front durchsetzt.

Das verlangt von den Beteiligten, zu denen auch die Energieversorger gehören, ein hohes Maß an Flexibilität. Sie müssen in der Lage sein, schnell auf neue Entwicklungen zu reagieren und ihr Angebot flexibel anzupassen. Einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren für den Durchbruch der Elektromobilität ist die effektive Zusammenarbeit der Akteure. Anschaulich wird das beim Stromtanken an einer öffentlichen Ladestation. In diesen Vorgang sind Autofahrer, Fahrzeughersteller, Stromversorger, Ladestationsbetreiber und Finanzdienstleister involviert. Ein reibungsloses Tanken setzt den abgestimmten Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien durch alle Akteure voraus, wie ein aktuelles Beispiel einer Reise durch Deutschland mit dem Elektroauto zeigt.

Elektroautos, Verkehrs-, Strom- und IKT-Netze werden deshalb künftig zusammenwachsen müssen. Auch die Experten der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) bestätigen: Die Elektromobilität kann erst dann in der Breite Einzug halten, wenn es eine systemübergreifende Strom- und Verkehrsinfrastruktur gibt. Bei der Entwicklung intelligenter Stromnetze müssen viele Beteiligte eng und vor allem effizient zusammenarbeiten. Nachhaltigkeit und schlanke Prozesse sind auch bei der Vermarktung der Elektromobilität gewinnbringend. Die Herausforderung liegt darin, ökologisches Fahren zu einem positiven emotionalen Erlebnis für den Nutzer werden zu lassen.

Ein Zusammenspiel zahlreicher Faktoren sichert also den nachhaltigen Erfolg des integrierten Gesamtsystems Elektromobilität. Doch ist die Forschung bereits so weit, dass neue Geschäftsmodelle und damit der Marktdurchbruch realisiert werden können? Lesen Sie im letzten Teil der Serie über ein erfolgreiches Forschungsprojekt, das den Elektrofahrzeugen langfristig zum Erfolg verhelfen kann.

Quelle: Eine elektromobile Zukunft ohne Grenzen, in: Roessler, Ph. Et al.: Innovationspolitik, Informationsgesellschaft, Telekommunikation – IKT für Elektromobilität vom August 2011, S. 13, Berlin 2011.

Prof. Dr. Hans H. Jung
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Hans H. Jung ist seit 2012 Professor für das Lehrgebiet Marketing an der Munich Business School. Nach seiner Promotion war Jung mehrere Jahre als Manager und Berater für Premium-Automobilhersteller im In- und Ausland tätig. Seit 2011 arbeitet er als Senior Manager bei der Managementberatung UNITY AG.