MBS Start-Up Spirit: MBS Alumni geben Einblicke in ihre Erfahrungen als Gründer*innen

Soll ich allein gründen oder in einem Team? Wie finde ich Investor*innen für meine Geschäftsidee? Wie wichtig ist ein Business Plan und wie gestalte ich diesen? Wie gehe ich mit Herausforderungen und Veränderungen um? Diese und viele weitere Fragen treiben potenzielle Unternehmensgründer*innen um. Und wer könnte all diese Fragen besser beantworten als Personen, die diesen Prozess bereits durchlaufen haben und über Gründungserfahrung verfügen? Genau das ist die Idee hinter dem jährlich stattfindenden MBS Start-Up Spirit: MBS Alumni, die ein eigenes Start-Up gegründet haben, stellen sich und ihr Unternehmen vor und beantworten in einer Q&A-Session die Fragen der teilnehmenden Studierenden.

Bei der diesjährigen Online-Ausgabe am 27. Oktober 2020 waren drei MBS Absolventen aus ganz unterschiedlichen Branchen zu Gast: Corinna Dickenbrok, CEO und Gründerin des nachhaltigen Modelabels Vanilla Sand, Victoria Erdbrügger, Geschäftsführerin und Mitbegründerin der Verleih-Software circuly, und Dr. Franz Pfister, CEO und Mitbegründer des Health AI Start-Ups deepc, das an der Schnittstelle zwischen Medizin und Künstlicher Intelligenz (KI) arbeitet und Ärzte mit Software-Lösungen in der Diagnosestellung unterstützen möchte.

Moderiert wurde das abendliche Get-together von Martina Dengler, Alumni Relations Manager an der MBS, und Prof. Dr. Anne Tryba, Studiengangsleiterin des Masterprogramms Innovation and Entrepreneurship, die gemeinsam mit den Studierenden im Master IE bereits einige Fragen zur Anfangsphase und weiteren Planung des Start-Ups, zur Motivation der Gründer*innen sowie zur Finanzierung vorbereitet hatte. Im Anschluss hatten die 115 teilnehmenden Studierenden die Möglichkeit, selbst Fragen an die Gäste zu stellen.

Die MBS Alumni erzählten, dass ihre Geschäftsideen eher spontan bzw. zufällig entstanden sind und dass neben der Motivation und dem Willen, etwas bewegen zu wollen, gerade auch das richtige Umfeld eine wichtige Rolle bei der Unternehmungsgründung spielt. Während bei Franz Pfister die Saat für seine Unternehmungsgründung im innovativen und aufgeschlossenen Boston gelegt wurde, war es bei Corinna Dickenbrok ihr Aufenthalt in Lissabon, der sie direkt mit der Vermüllung der Ozeane konfrontierte und in ihr die Idee eines nachhaltigen Start-Ups weckte.

Weitere wichtige Erkenntnisse des Abends waren, dass ein Business Plan zwar nicht schaden kann, ein sorgfältig gepflegter Finanzplan und die Entwicklung von Prototypen und Mustern aber weitaus wichtigere Elemente sind, dass Accelerator- und Forschungsprogramme helfen können, das Start-Up weiterzuentwickeln und Investor*innen zu finden, und dass man als Gründer*in neben einer hohen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit auch eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen sollte. Auch auf die Frage, ob es sinnvoller ist, ein Unternehmen im Team oder allein zu gründen, konnten die drei Gründer*innen unterschiedliche Einblicke geben. Franz Pfister und Victoria Erdbrügger sind glücklich damit, dass sie ihr Start-Up in einem Team von zwei oder mehr Personen gegründet haben und finden es vor allem lohnenswert, wenn dabei die Mentalität der Gründer*innen relativ ähnlich ist, die Kompetenzen und Fähigkeiten hingegen so divers und interdisziplinär wie möglich sind, da sich daraus wertvolle Diskussionen ergeben. Corinna Dickenbrok hingegen gründete Vanilla Sand allein, woraus sich zum einen eine größere Unabhängigkeit, zum anderen aber auch eine größere Entscheidungsgewalt und Verantwortung ergibt. Einig waren sich aber alle, dass eine Unternehmungsgründung immer eine Teamleistung ist und dass man auch ohne Mitbegründer*innen in einem Start-Up nie allein ist.

Vielen Dank an unsere Alumni Corinna, Victoria und Franz für die Teilnahme am MBS Start-Up Spirit 2020 und den regen Austausch mit unseren aktuellen Studierenden!