Mein Auslandssemester: Philipp @ University of California, San Diego

UC San Diego

Philipp Hoffmann, Student im Master Sports Business and Communication, verbrachte sein Auslandssemester an der University of California im amerikanischen San Diego. Im Blogbeitrag berichtet der Student von seinen Erfahrungen und Erlebnissen während des Auslandssemester im Süden von Kalifornien.


Wenn im zweiten Semester die Wahl für das Auslandssemester ansteht, kann man bei der Fülle an Angeboten durch die MBS schon ein wenig überfordert sein. So erging es mir im Frühjahr 2019. Letzten Endes habe ich mich dann für die University of California in San Diego (UC San Diego) entschieden.

Warum habe ich mich für die UC San Diego entschieden?

Bei der Wahl nach dem richtigen Ort und der richtigen Universität standen für mich vier Kriterien im Vordergrund: Eine renommierte Uni mit hochwertigen und passenden Kursen, die Landessprache sollte Englisch sein und die Stadt sollte am Meer liegen sowie über sommerliche Temperaturen verfügen. Nach einigen Überlegungen fiel meine Wahl auf die USA. Im ersten Moment dachte ich an die UCLA in Los Angeles, doch war mir diese Stadt einfach zu groß, zu laut und zu unübersichtlich, sodass ich schnell auf das nur 120 Meilen entfernte San Diego aufmerksam wurde. Wie in neun weiteren Städten in Kalifornien gibt es auch hier eine University of California. Dabei handelt es sich um ein System bundestaatlicher Universitäten, die zwar alle unabhängig voneinander agieren, sich aber den guten Ruf für ihre wegweisende Forschung und Innovation teilen.

Von der 1,4-Millionen-Einwohner-Stadt direkt an der Grenze zu Mexiko hat vermutlich jede*r schon einmal gehört, aber nur wenige haben sie wirklich auf dem Schirm und können sich darunter etwas vorstellen. So ging es auch mir. Google erzählt einem sofort von „America’s finest city“, wie die Stadt aufgrund ihres angenehmen Klimas und der dortigen Lebensbedingungen genannt wird, und schnell erfährt man ein paar Dinge über das traumhafte Wetter, die kilometerlangen Strände und den einzigartigen Balboa Park. Darüber hinaus zählt die UC San Diego zu den renommiertesten Universitäten der Welt, sodass letztendlich alle meine vier Kriterien erfüllt waren und ich San Diego als Favoriten mit Priorität eins wählte.

Wo sollte man in San Diego wohnen?

San Diego besteht aus einer Vielzahl kleinerer und größerer Viertel, die alle sehr unterschiedlich sind und ihr eigenes Zentrum haben. Das historische Gaslamp Quarter, welches hauptsächlich aus der Fifth Avenue besteht, bildet das Zentrum von Downtown San Diego. Hier spielt sich ein Großteil des Nachtlebens ab und es gibt eine Vielzahl von Restaurants und Geschäften.

Zum Wohnen würde ich aber Pacific Beach empfehlen. Zusammen mit drei Kommilitonen hatte ich dort eine Wohnung auf dem Ocean Boulevard, direkt am Strand und nicht weit von den beiden Hauptstraßen Grand Avenue und Garnet Avenue. Hier gibt es viele Lokale, Bars, Surfshops, einen großen Supermarkt und vieles mehr. Generell ist Pacific Beach ein sehr jugendliches, offenes und sportliches Viertel, in dem man einfach eine schöne und entspannte Zeit verbringen kann und sich sehr schnell einlebt.

Wie läuft das Studium ab?

Am ersten Tag erhalten alle ausländischen Studierenden auf dem Gelände der UC San Diego Extension eine Einführung, bei der auch der Ablauf der Kurswahl erklärt wird. Hier hat man nämlich zwei Möglichkeiten. Prinzipiell kann jede*r ausländische Studierende auch an allen regulären Main-Campus-Kursen teilnehmen, allerdings sind diese Kurse sehr begehrt und man sich frühzeitig und intensiv um die Plätze bemühen, da die amerikanischen Studierenden zuerst wählen dürfen.

Die Alternative, zu der sowohl die MBS als auch die Advisor der UC San Diego raten, ist das Besuchen von Extension-Kursen. Dabei handelt es sich grob gesagt um ein Abendstudium für ausländische sowie einheimische berufsbegleitend Studierende. Der Unterricht findet etwas außerhalb in einem eigenen Gebäude statt. Es gibt eine Vielzahl von interessanten Kursen zur Auswahl, die man in relativ kleinen Gruppen besucht (10 -20 Teilnehmer*innen) und die ausschließlich von Dozenten aus der Praxis unterrichtet werden. In der Regel finden diese Kurse einmal wöchentlich von 18 bis 21 Uhr statt. Persönlich war ich mit diesem Angebot zufrieden, da ich einen möglichst eng getakteten Stundenplan haben wollte und die Kursangebote in kleinen Klassen und der Praxisfokus ansprechend waren. Darüber hinaus blieb einem so die Möglichkeit den Tag für Ausflüge zu nutzen.

Das Arbeitspensum würde ich, wie es für amerikanische Universitäten üblich ist, als relativ hoch beschreiben. Zwar ist es, abhängig natürlich von den gewählten Kursen, nicht überaus anspruchsvoll und man merkt, dass man in Deutschland und an der MBS schon eine Menge gelernt hat, aber das Studium ist sehr zeitintensiv. In jeden Kurs muss man jede Woche eine Hausaufgabe machen, dazu noch einen Beitrag in einem Online-Diskussionsforum schreiben und während des Semesters eine Sonderaufgabe beispielsweise in Form einer Buchanalyse, eines Blogbeitrag oder Ähnlichem machen. Ferner hatten wir in einem Kurs jede Woche ein Open Book Quiz, welches bewertet wurde. Im Gegenzug dazu hatte ich zumindest nur eine reguläre Klausur und ansonsten lediglich Semesterprojekte, die man am Ende vorstellen und abgeben musste. Alles in allem waren die Kurse sehr praxisorientiert, fanden viel im Dialog statt und bezogen häufig Gruppenarbeiten mit ein.

Und darüber hinaus?

Frühstück bei Breakfast Republic, ein Sandwich bei Cheba Hut, dienstags ins Backyard, Goldfish Race im PB Shore Club, ein Burrito bei FatFish, ein Drink am Strand des altehrwürdigen Hotel de Coronado, ein Besuch bei den Seehunden in La Jolla Cove, ein Rundgang auf dem Flugzeugträger USS Midway, eine Jetskitour im Hafen von San Diego und immer wieder Sonnenuntergänge, Sonnuntergänge, Sonnenuntergänge. Es war jeden Tag aufs Neue wieder unglaublich!

Außerdem empfehle ich jedem, sich für die Zeit in ein Auto zu besorgen. Für mich gehört ein Auto einfach zu einem Leben in den USA dazu und es ist ein schönes Gefühl, unabhängig zu sein. Für die Ausflüge in und um San Diego ist es sehr praktisch und insbesondere, wenn man an der UCSD Extension studiert, ist ein Auto von Vorteil. Ich habe ein grundsolides Auto mit freien Kilometern zu einem guten Preis bekommen. Mit diesem Auto bin ich dann auch nach Las Vegas gefahren und habe mit meiner Freundin einen Roadtrip auf dem Pacific Coast Highway nach San Francisco gemacht.

Ich habe die Zeit in San Diego mit mehr oder weniger vier Monaten Sonnenschein und warmen Temperaturen wahnsinnig genossen. San Diego war für mich als Sportler und Masterstudent des Sports Business and Communications-Programms optimal, um meine Interessen und das Studium zu verbinden: Segeln, Surfen und eine Reihe weiterer Wassersportarten kann man hier hervorragend ausleben. Wenn man zudem eine fröhliche und relaxte Zeit haben möchte und den kalifornischen Lifestyle erleben möchte, dann ist San Diego der perfekte Ort dafür und man merkt schnell, dass es wirklich „Amercia’s finest city“ ist.