Lebenslanges Lernen: Schaffen Sie eine Kultur des Lernens in Ihrem Team und greifen Sie dazu auf Ihre Praktiken im Sport zurück

Lifelong Learning: Close-up Of A Businessperson's Hand Writing Schedule In Diary With Pen On Wooden Desk

“I don’t want to become as good as I once was. I want to become better.” – Tiger Woods

Aus dem Sport wissen wir alle, dass stetiges Training erforderlich ist, um auf ein gutes Niveau zu kommen, es zu halten oder gar weiterzuentwickeln. Je nach Sportart trainieren Sie Ihr Passspiel, Ihre Wurftechnik, Ihre Koordination, Ihre Atemtechnik, Ihre Armzüge, Ihre Schwungtechnik und vieles mehr.

Forschungsergebnisse – nicht nur aus dem Bereich Sport – zeigen, dass es ca. 10.000 Stunden kontinuierlichen Übens und Trainierens bedarf, um Expertise in etwas aufzubauen und sich zu verbessern. Also viele Stunden auf dem Platz, in der Halle, auf den Übungseinrichtungen und an den Trainingsgeräten. Beim Sport macht das Spaß. Aber wie sieht es in Ihrem Arbeitsleben aus? 

  • Bleiben Sie – und Ihre Mitarbeitenden – fachlich immer auf dem neuesten Stand? 
  • Haben Sie in Ihrem Arbeitsalltag Zeitfenster für Lernen eingeplant, um sich auf die Anforderungen von morgen vorzubereiten? 
  • Hat Weiterentwicklung auf der Prioritätenliste einen fixen Platz?

Kurz und gut: Ist lebenslanges Lernen Teil Ihres Alltags? 

Die Welt befindet sich in einem kontinuierlichen Wandel. Dieser Wandel wird, beispielsweise angetrieben durch die Digitalisierung, immer schneller. Was heute en vouge ist, ist morgen kalter Kaffee. Damit hat Wissen eine immer kürzere Halbwertszeit. Während vor 50 Jahren das Wissen aus Studium und Schule noch lange im Berufsalltag anwendbar war, müssen Sie sich heute ständig weiterbilden, neue Technologien verstehen, neue Businessmodelle umsetzen. Lebenslanges Lernen ist Realität für jede*n von uns – egal ob Unternehmer*in, Führungskraft oder Mitarbeiter*in.

Wie können Sie lebenslanges Lernen in Ihren Arbeitsalltag integrieren? 

Wir haben einen Ansatz und einfache Tipps zur Umsetzung für Sie entwickelt. Dieser basiert auf der Forschung von Amy Edmondson und Kollege, die sich damit beschäftigt haben, wie Unternehmen eine Kultur für Lernen schaffen können. Drei Aspekte sind dafür zentral:

1. Schaffen Sie ein Umfeld, in dem Lernen unterstützt wird, in dem unterschiedliche Ideen wertgeschätzt werden, sich alle trauen, neue Ideen einzubringen, und Sie aus Erfahrungen lernen.  

Wie können Sie dies umsetzen?
Planen Sie jede Woche 15 Minuten Zeit für Reflexion ein: Um aus Erfahrungen zu lernen und Neues zu gestalten, ist Reflexion eine der wichtigsten Routinen, die Sie etablieren können. Reflexion ist eine feste Gewohnheit im Spitzensport. Tiger Woods hat es treffend zusammengefasst: “At the end of every tournament, to review every stroke and every hole, seeing what I can learn from the experience.”  

Für viele ist im Berufsalltag der Freitagnachmittag ein guter Zeitpunkt, um zu reflektieren:

  • Welche Herausforderungen hatte ich diese Woche?
  • Wie bin ich mit der Herausforderung umgegangen?
  • Was war gut, was war nicht so gut?
  • Wie hätte ich alternativ agieren können?
  • Was habe ich daraus gelernt? 

2. Definieren Sie konkrete Lernprozesse. Lernen funktioniert oft nicht nebenbei. Am besten gehen Sie es genauso an wie Ihre anderen Projekte im Arbeitsalltag oder Ihr Sporttraining. 

Machen Sie einen Lernplan für das nächste halbe Jahr

  • Setzen Sie sich ein Ziel: Was möchten bzw. müssen Sie lernen? Gibt es neue Technologien, die für Sie essenziell sind? Künstliche Intelligenz oder Blockchain verstehen?  Agile Methoden anwenden? Oder vielleicht Ihre Führungsfähigkeiten verbessern?
  • Machen Sie einen Projektplan, um Ihr Lernziel zu erreichen: Setzen Sie Meilensteine und planen Sie konkrete Maßnahmen ein: Besuchen Sie eine Weiterbildung. Suchen Sie sich eine*n Mentor*in. Oder nehmen Sie an einem Onlinekurs teil.

Wir empfehlen, dass Sie sich mit Gleichgesinnten vernetzen, um sich beim Lernprozess gegenseitig zu unterstützen. Denn auch im Sport macht gemeinsames Jogging mehr Spaß, als allein loszulaufen.

Über Prof. Dr. Ellen Schmid 6 Artikel
Ellen Schmid ist Professorin für Responsible Leadership an der Munich Business School. Als promovierte Psychologin lehrt und forscht sie zum Thema verantwortungsvolle Führung in der digitalen Welt, immer an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis. Nach dem Studium der Psychologie war sie als HR Business Partner im europäischen Forschungszentrum von General Electric, bevor sie 2011 an die TU München wechselte. Dort hat sie zum Thema Führung geforscht und schwerpunktmäßig im Bereich der Executive Education gelehrt. Zuletzt hat sie das Center for Digital Leadership Development an der TU München aufgebaut und geleitet. Neben ihrer Tätigkeit in Forschung und Lehre ist sie als Beraterin für verschiedene Unternehmen tätig.
Über Kathrin Vallund 2 Artikel
Kathrin Vallund ist Director Strategy Development Executive Education an der Munich Business School und berät Unternehmen zu Themen im Bereich Organisations- und Führungskräfteentwicklung. Darüber hinaus lehrt sie im MBA-Programm Leadership and Personal Development und leitet den MBA-Coaching-Pool. Nach ihrem Studium zur Diplom-Betriebswirtin (FH) war Kahtrin Vallund in verschiedenen internationalen Rollen im Bereich Human Resources tätig.