Kann ich mit einem Doctor of Business Administration unterrichten?

Doctorate teaches in front of a group of adults

Kann ich mit einem Doctor of Business Administration unterrichten? Diese Frage begegnet einem häufig in Informationsveranstaltungen zum DBA-Programm und sie scheint darüber hinaus eine beliebte Begründung zu sein, die Bewerber*innen in ihren Motivationsschreiben für ein DBA-Studium anführen. In diesem Blogbeitrag werde ich das Thema näher beleuchten und hoffentlich etwas mehr Klarheit über den Einstieg in die Lehre nach Abschluss eines Doctor of Business Administration schaffen.


Wie in früheren Beiträgen erläutert, ist der DBA ein einzigartiges Programm, das sich an Fachleute aus der Industrie richtet. Man kann es als den „angewandten Weg“ zur Promotion betrachten, da es mehr an der Praxis orientiert ist und den Hintergrund der Doktoranden berücksichtigt. Für einige bietet ein DBA-Studium die Gelegenheit, einen Doktortitel zu erwerben, ohne dass die Motivation, in die akademische Welt einzutreten und zu lehren, dahinter steht. Es geht vielmehr darum, ein*e Expert*in auf einem bestimmten Gebiet zu werden. Dieser Antrieb ist völlig normal und eine Lehrtätigkeit nach Abschluss des DBA ist keine zwingende Voraussetzung für Bewerber*innen.

Der Abschluss eines DBA kann Sie aufgrund der durchgeführten Forschungsarbeiten zu einer Fachperson auf einem bestimmten Gebiet machen und bietet zusätzlich den Vorteil, dass er Ihnen die Tür zur akademischen Welt öffnet, ohne Sie jedoch in irgendeiner Weise zu binden. Ein DBA eröffnet Ihnen einfach die Möglichkeit, Wissen an jüngere Generationen und künftige Führungskräfte weiterzugeben. Sie können mit Bachelor-, Master- oder MBA-Studierenden zusammenarbeiten, die Sie in Ihrem Forschungsgebiet unterstützen, und haben gleichzeitig die Flexibilität, Vorlesungen zu halten, Abschlussarbeiten zu betreuen und Workshops zu entwickeln.

Um auf die Frage „Kann ich mit einem Doctor of Business Administration unterrichten? zurückzukommen: Der Doktortitel in Betriebswirtschaftslehre ermöglicht es Ihnen, an Einrichtungen für angewandte Wissenschaften wie beispielsweise Fachhochschulen, zu unterrichten, wo Ihr Wissen und Ihre praktische Erfahrung wahrscheinlich einen wichtigen Beitrag leisten und positive Auswirkungen haben werden. In der Tat wird ein Doktortitel, der durch Erfahrungen in der Geschäftswelt untermauert wird, als besonders wertvoll angesehen, da er den Führungskräften von morgen theoretisches Wissen in einem realen Geschäftskontext vermittelt. Durch die Möglichkeit, praktische Kenntnisse zu erwerben, erhöht sich die Attraktivität von Studiengängen, was in Verbindung mit einem gut konzipierten Lehrplan und Praktika wiederum die Beschäftigungsfähigkeit erhöht. Mit steigender Nachfrage kann die Mitarbeit auf der Angebotsseite zu einer lukrativen „Nebentätigkeit“ werden, die intrinsische und extrinsische Motivation bietet.

Während der DBA die Möglichkeit bietet, als Lehrbeauftragte*r an einer Hochschule tätig zu werden und neben einer Vollzeitstelle in Teilzeit zu unterrichten, gilt die Tenure-Track-Regelung (Lebenszeitprofessur) nur für PhD-Absolventen*innen. Es ist also nicht ausgeschlossen, als Doktorand*in nach dem DBA in die Lehre zu wechseln, doch in der Praxis wollen die meisten DBA-Absolventen*innen im Unternehmen bleiben, haben aber die Möglichkeit, eine Fachausbildung in ihrem Gebiet zu vermitteln. Eine solche Vorgehensweise ist aus Sicht der Beschäftigungsfähigkeit sehr sinnvoll, da man nebenbei Coaching-Fähigkeiten entwickeln kann, die auch am Arbeitsplatz von Bedeutung sein können.

Meiner Meinung nach kann es passieren, dass hier in Zukunft eine Trendwende stattfindet, da Hochschulen und Business School immer mehr gefordert sind, Programme anzubieten, die Absolventen*innen auf die Arbeitswelt vorbereiten. Das bedeutet, dass man sich mehr auf Themen wie Kommunikation, Führung und Entscheidungsfindung sowie auf speziellere Fähigkeiten wie Unternehmertum oder Datenanalyse konzentrieren muss. Die Theorie kann zwar eine solide Grundlage für all diese Fähigkeiten bieten, aber die praktische Anwendung verleiht der Theorie mehr Bodenhaftung. Absolventen*innen von DBA-Programmen mit Branchenerfahrung könnten also in der Tat einen wertvollen Beitrag innerhalb der akademischen Welt über ihre Forschung hinaus leisten.

Wenn Sie aktuell im Berufsleben stehen und schon immer davon geträumt haben, ein Doktoratsstudium zu absolvieren, sollten Sie wissen, dass es dazu nie spät zu ist. Werfen Sie einen Blick auf unser DBA-Programm in Kooperation mit der Sheffield Hallam University und schreiben Sie mir eine E-Mail für weitere Informationen. 
Maciej Kapron
Über Maciej Kapron 8 Artikel
Maciej Kapron ist Koordinator für die MBA-Programme der Munich Business School und ist außerdem für den Vertrieb, die Zulassungen und die Koordination des DBA-Programms zuständig. Er verfügt über einen Bachelorabschluss in Diplomatie und Recht sowie einen Master of Science in Internationalem Management von der Universität Loughborough und absolvierte einen Teil seines Studiums an der Universidade Catolica Portuguesa in Lissabon. Während seines Masterstudiums spezialisierte er sich auf Marketing, insbesondere im Bereich Markenmanagement und Dienstleistungsmarketing. In seiner Abschlussarbeit bewertete er hingegen die Markteintrittsstrategien eines globalen Automobilherstellers.