ABC Analyse - BWL Lexikon

Das Thema ABC Analyse gehört zu den wichtigen Grundlagenthemen der BWL. In unserem BWL Lexikon erklären wir Definitionen und Zusammenhänge, um dich mit dem Thema vertraut zu machen. Hier findest du alles, was du rund um die ABC Analyse wissen musst!

ABC Analyse Definition

Die ABC Analyse ist eine bekannte Methode in der Betriebswirtschaftslehre (BWL), die dazu verwendet wird, um große Mengen an Daten zu analysieren und zu kategorisieren. Sie hilft Unternehmen, ihre Lagerbestände besser zu verwalten und ihr Risiko zu minimieren. Die ABC Analyse besteht aus drei Kategorien: A, B und C. Diese Kategorien werden entsprechend ihrer Bedeutung geordnet, wobei A die wichtigsten Elemente repräsentiert und C die am wenigsten relevanten Elemente repräsentiert. Abhängig von der Anzahl der identifizierten Elemente können auch weitere Kategorien hinzugefügt werden. Bei der ABC Analyse geht es darum, den Wert jedes Elements oder jeder Gruppe von Elementen zu bestimmen. Dieser Wert wird normalerweise in Bezug auf Umsatz oder Gewinn gemessen. Die Werte aller Elemente oder Gruppen von Elementen werden dann miteinander verglichen, um eine Rangliste zu erstellen. Das Ergebnis dieses Vergleichs ist ein Überblick über diejenigen Elemente oder Gruppen von Elementen, die für ein Unternehmen am relevantesten sind. Durch die ABC Analyse können Unternehmen nicht nur besser verstehen, welche Produkte für sie am rentabelsten sind, sondern auch geschickt vorhersehen, welche Produkte in Zukunft am meisten Umsatz bringen werden. Ferner können sie so ihr Lagerbestand optimieren und Risiken reduzieren – beispielsweise indem sie mehr Kapital in Produkte investieren, die hohe Umsatzzahlen erzielt haben. Insgesamt ist die ABC Analyse eine effektive Methode zur Optimierung des Lagerbestands und der Ressourcenzuteilung innerhalb eines Unternehmens. Es gibt verschiedene Wege, diese Technik anzuwenden, aber ihr grundlegender Zweck bleibt immer gleich: Unternehmen helfen, ihre Kapazitäten optimal zu nutzen und Risiken zu minimieren.

Was sind A, B und C Güter?

Ein wichtiger Bestandteil der ABC Analyse ist die Identifizierung von A, B und C Gütern. A Güter sind Artikel, die einen hohen Anteil an Umsatz oder Kosten erzeugen. Diese Artikel werden als "kritisch" bezeichnet und sind aufgrund ihrer Wichtigkeit für das Unternehmen besonders wichtig. Die B Güter sind Artikel, die einen geringeren Anteil an Umsatz oder Kosten erzeugen, aber immer noch signifikant sind. Und schließlich sind da noch die C Güter, die einen sehr geringen Anteil an Umsatz oder Kosten erzeugen.

Was sind A Güter?

A Güter erfordern mehr Aufmerksamkeit und Ressourcen als B Güter, da sie den größten Teil des Umsatzes oder der Kosten generieren. Daher ist es wichtig, dass Unternehmen eine Strategie entwickeln, um diese Güter effektiv zu verwalten. Sie können zum Beispiel mehr in Forschung und Entwicklung investieren, um Produktverbesserungen zu erzielen oder ein effizientes Lagerverwaltungssystem implementieren.

Was sind B Güter?

B Güter erfordern zwar nicht so viel Aufmerksamkeit und Ressourcen wie A Güter, aber trotzdem muss man eine Strategie entwickeln, um diese Artikel effektiv zu verwalten. Unternehmen könnten hier versuchen, den Preis für B-Güter zu senken oder Verkaufsförderungsaktionen durchführen.

Was sind C Güter?

C Güter benötigen üblicherweise keine weitergehende Präsentation oder Analyse in Bezug auf Umsatz oder Kosten; es kann jedoch hilfreich sein, diese Artikel besser zu verstehen und über mögliche Verbesserungsmöglichkeiten nachzudenken. Zum Beispiel könnte man mehr in Design und Verpackung investieren, um den Verkauf von C-Gütern zu steigern.

Mit der ABC Analyse kann jedes Unternehmen seine Produktpalette analysieren und die Verteilung des Umsatzes oder der Kosten bestimmen. Dadurch hat es die Möglichkeit verschiedene Strategien zur optimalen Verwaltung seiner Produkte zu entwickeln, damit es seine Ziele erreichen kann. Es ist ratsam für jedes Unternehmen regelmäßig ABC Analysen durchzuführen, um seine Produkte stets optimiert verwalten zu können.

ABC Analyse Beispiel

Ein Beispiel für eine ABC Analyse ist die Bewertung von Warenbeständen in einem Lager. Indem man die Gesamtmenge an Waren nach ihrem Umsatzvolumen klassifiziert (z. B. A-Ware, B-Ware usw.), kann man herausfinden, welche Artikel am meisten Umsatz generieren und somit am meisten investiert werden sollten. Dies kann für Lagerhalter nützlich sein, da sie so ihre Bestände besser planen und verwalten können. Eine weitere Anwendung der ABC Analyse ist die Bewertung von Kundengruppen. Indem man den Umsatz jeder Kundengruppe betrachtet, können Unternehmen herausfinden, welche Kundengruppe am rentabelsten ist und welche Gruppierung am meisten Aufmerksamkeit benötigt. Dies hilft Unternehmen dabei, ihre Marketing- und Vertriebsstrategien auf diejenigen Kundengruppen zu richten, die den größten Nutzen versprechen. Für Unternehmen ist es wichtig, zu verstehen, wie sie die Ergebnisse der ABC Analyse effektiv nutzen können. Mit diesem Verständnis können sie Ressourcen besser planen und verteilten und effektive Entscheidung über Investition in bestimmte Produkte oder Kundengruppierung treffen – was letztlich zu einer besseren Rentabilität des Unternehmens führt. 

1. Schritt: Datenerfassung

Der erste Schritt bei der Durchführung einer ABC Analyse ist die Datenerfassung. Bevor Sie mit dem Einteilen in A, B und C beginnen können, müssen Sie zunächst alle relevanten Informationen aufschreiben. Dazu gehören Details wie z. B. Umsatzzahlen, Preisinformationen, Bestandsmengen oder Kundendaten. Diese Informationen sollten sich in einem vorher festgelegten Zeitraum befinden, damit ein Vergleich zwischen den verschiedenen Waren möglich ist und somit eine aussagekräftige Analyse stattfindet. Sobald alle notwendigen Daten erfasst sind, kann die ABC Analyse Beispiel weitergehen. Je nach Unternehmen kann es sein, dass bestimmte Kriterien für die Sortierung der Produkte herangezogen werden müssen, wie z. B. Umsatzvolumen, Lagerbestand oder Anzahl der Kundenbestellungen. Es gibt verschiedene Arten von ABC Analyse n je nach Anwendungsfeld – jedes Unternehmen hat seine individuell benötigten Kriterien und kann diese anhand der gesammelten Daten anpassen und nutzen.

2. Schritt: Klassifizierung in A, B und C Artikel

Der zweite Schritt in der ABC Analyse ist die Klassifizierung von Artikeln in A (hochwertig), B (mittelwertig) und C (niedrigwertig). Dieser Schritt beinhaltet die Zuordnung der Artikel auf Basis verschiedener Kriterien, die für eine erfolgreiche Analyse relevant sind. Dazu gehören u. a. Umsatz, Verkaufszahlen, Lagerbestände, Bestellmengen oder Anzahl der Verkäufe pro Zeitraum. Wenn alle diese Kriterien genau untersucht werden, kann jeder Artikel seiner jeweiligen Kategorie zugeordnet werden und so die ABC Analyse durchgeführt werden. Beispielsweise kann ein Unternehmen entscheiden, dass Artikel mit hohen Umsätzen zur A-Kategorie gehören und deshalb besonders beachtet werden müssen. Artikel mit niedrigeren Umsätzen würden dagegen in die B- oder C-Kategorie fallen und andere Behandlung erhalten. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass sorgfältig untersucht wird, welche Artikel besonders profitable Ergebnisse liefern. Abschließend lässt sich festhalten, dass eine ABC Analyse ein nützliches Tool ist, um Unternehmen bei der Entscheidungsfindung zu helfen. Die vorherige Klassifizierung von Artikeln in A, B und C ist ein essenzieller Teil dieses Prozesses und bietet den Grundstein für die nachfolgende Planung des Inventars sowie anderer relevanten Maßnahmen im Unternehmensalltag.

3. Schritt: Erstellung von Kontrollelementen und Handelsstrategien zur Steuerung der Einkaufsentscheidungen

In diesem Schritt müssen die Kontrollelemente und Handelsstrategien festgelegt werden, die dafür sorgen, dass die Einkaufsentscheidungen von den richtigen Menschen getroffen werden. Die Kontrollelemente sollten so konzipiert sein, dass sie einen direkten Bezug zu den Zielen der Organisation haben und damit sicherstellen, dass alle Entscheidungen im Hinblick auf die Erreichung der Ziele getroffen werden. Die Handelsstrategien müssen darüber hinaus dafür sorgen, dass nur Produkte mit dem richtigen Maß an Risiko und Rendite in das Einkaufsportfolio aufgenommen werden.


Warum wird die ABC Analyse benutzt?

Die ABC Analyse ist eine effektive Methode, um das Sortiment und die Lagerbestände zu managen. Sie ist eine bewährte Technik, die vor allem dazu beitragen kann, Kosten zu senken und den Umsatz zu steigern. Hier sind einige der Vorteile der ABC Analyse:

  1. Effektives Inventory Management: Die ABC Analyse hilft Unternehmen, ihre Lagerbestände effektiver zu verwalten. Da sie die Produkte in Kategorien wie 'A', 'B' oder 'C' einteilt, können Unternehmen die Ressourcen besser nutzen und strategisch auf verschiedene Arten von Warenbeständen reagieren. Dadurch können sie unnötige Bestandsüberhänge vermeiden und so Geld sparen.
  2. Ermöglicht Fokussierung auf Schlüsselprodukte: Die ABC Analyse hilft Unternehmen bei der Identifizierung der wichtigsten Produkte in ihrem Sortiment. Dies ermöglicht es ihnen, sich auf diese Produkte zu konzentrieren und gleichzeitig den Umsatz zu steigern. Gleichzeitig erhalten sie Einblick in potenzielle neue Produkte und können so ihr Verkaufsportfolio erweitern.
  3. Verbessertes Kundenerlebnis: Durch die ABC Analyse kann das Kundenerlebnis verbessert werden, indem man sicherstellt, dass einzelne Artikel immer verfügbar sind. Da Unternehmen ihre Lagerbestände besser verwalten können, müssen sie nicht ständig nachbestellen und so Fehlmengen vermeiden, was dazu beitragen kann, Kundenzufriedenheit zu erhöhen.
  4. Automatisierung des Bestandsmanagements: Da die Kategorien für jedes Produkt festgelegt sind, ermöglicht es die ABC Analyse auch dem Unternehmen, seine Prozesse rund um den Bestandsmanagement automatisiert auszuführen - von der Planung bis hin zur Ausführung - und somit Zeit und Ressourcen zu sparen. Es ist auch nützlich für die Bewertung des Bestandswerts eines Unternehmens über einen bestimmten Zeitraum hinweg sowie für den Aufbau eines strategischen Vorratssystems. Zusammenfassend lässt sich also feststellen, dass die ABC Analyse viel mehr als nur eine technische Methode ist; es ist vielmehr ein wertvolles Werkzeug im Einkaufsmanagement für Unternehmen aller Größenordnungen und Branchen, mit dem man Geld sparen und den Umsatz steigern kann. Darüber hinaus bietet es den Vorteil der Automatisierung vieler Prozesse rund um den Bestandsmanagement sowie Einsichten in Schlüsselprodukte für Betriebe jeder Größe – von Startups bis hin zu großen Konzernen - um bessere Ergebnisse zu erzielen.

ABC Analyse berechnen

Die ABC Analyse ist eine Methode zur Bestimmung der Kundengruppen, die am effektivsten mit einer bestimmten Marketingaktion angesprochen werden können. Die Methode basiert darauf, dass bestimmte Merkmale von Kundengruppen für die Entscheidungsfindung herangezogen werden können.

Die ABC Analyse ist ein wichtiges Mittel zur Bestimmung der strategischen Ausrichtung eines Unternehmens. Sie beruht auf den drei strategischen Zielsetzungen, dem Absatzwert, dem Kostenwert und dem Zeitwert. Die ABC Analyse wird häufig als Teil einer SWOT-Analyse angewandt. Die ABC Analyse ist einfach zu berechnen und kann in Excel oder anderen Programmelementen verwendet werden. Um die ABC Analyse zu berechnen, müssen Sie nur die Zahlen der Aufgaben in der Reihenfolge ihrer Bedeutung eingeben. Die erste Zahl ist die Anzahl der potenziellen Kunden, die Ihre Aktion erreichen kann. Die zweite Zahl steht für die Anzahl der potenziellen Kunden, die tatsächlich reagieren werden. Die dritte Zahl gibt an, wie viele von den Reaktionern Ihre Aktion kaufen werden. Die Berechnung der ABC Analyse ist sehr einfach: 1 + 2 + 3 = X

Wie macht man eine ABC Analyse?

Eine ABC Analyse ist ein wichtiges Instrument der betriebswirtschaftlichen Analyse. Es hilft, die Wertigkeit eines Produktes oder einer Warengruppe zu ermitteln und es liefert Informationen über die relativen Mengen einzelner Produkte oder Warengruppen. Der Begriff ABC Analysis kommt aus dem englischen Sprachraum und bedeutet „Activity-Based Costing“. Die ABC Analyse nimmt alle Elemente des Unternehmens unter die Lupe, um den Wert eines bestimmten Gutes zu ermitteln. Dieser Wert wird dann vor dem Hintergrund des jeweiligen Zieles des Unternehmens bewertet und für weitere Entscheidungen herangezogen. Eine ABC Analyse  ist in der Regel für strategische Entscheidungen, aber auch für operative Entscheidungen relevant, da sie detaillierte Informationen über die Kostenstruktur des Unternehmens liefert. Um eine ABC Analysis durchzuführen, müssen zunächst die Kostenelemente ermittelt werden, die in der Berechnung berücksichtigt werden sollen. Dazu gehören unter anderem direkte Kosten (z. B. Materialkosten), indirekte Kosten (z. B. Lagerkosten) und variable Kosten (z. B. Verpackungskosten). Die Datenerhebung sollte genauestens dokumentiert werden, da nur so eine genaue Berechnung möglich ist. Anschließend muss man bestimmen, welche Produkte oder Warengruppen man in der ABC Analysis betrachten will; hierbei kann man auch spezifische Kundengruppen berücksichtigen oder verschiedene Absatzmärkte vergleichen. Nun muss man die Einzelposten der Kostenelemente vergleichen und analysieren, um festzustellen, welches Gut am rentabelsten ist bzw. welche Strategie am effizientesten umsetzbar ist. Mit Hilfe der ABC Analyse können Unternehmen also ihre Kostenelemente bewertet und ihre strategischen Entscheidungsprozesse optimiert werden – sei es im Hinblick auf Produktionsverfahren oder Vertriebswege - um langfristig erfolgreich zu sein und den größtmöglichen Gewinn zu erzielen. Daher ist es enorm wichtig, dass sich Unternehmen regelmäßig mit diesem Thema beschäftigen und abwägen, ob sie die notwendige Zeit und Ressourcen investieren sollten, um ihre ABC Analyse regelmäßig zu aktualisieren und zu optimieren - schließlich geht es letztlich um nichts geringeres als den Erfolg des Unternehmens!

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