Letzte Chance: 4.000 € Early Bird Rabatt  auf alle MBA-Bewerbungen mit Deadline 30. April 2026
MBS Logo

Bilanz

Die Bilanz ist ein fundamentales Instrument in der Buchführung und ein unverzichtbarer Bestandteil des Jahresabschlusses eines Unternehmens. Sie bildet eine Momentaufnahme der finanziellen Lage, indem sie Vermögenswerte, Schulden und das Eigenkapital zu einem bestimmten Stichtag gegenüberstellt. In diesem Lexikonartikel werden die Grundprinzipien und die strukturelle Gliederung der Bilanz erläutert. [1]

Bilanz Bedeutung: Was ist eine Bilanz?

Eine Bilanz ist ein finanzielles Dokument, das die Vermögenswerte, Schulden und das Eigenkapital eines Unternehmens zu einem bestimmten Stichtag darstellt. Sie ist eine der Grundkomponenten des Jahresabschlusses und bietet eine Momentaufnahme der finanziellen Situation des Unternehmens.

Die Bilanz ist in zwei Hauptsektionen gegliedert: die Aktivseite (Aktiva) und die Passivseite (Passiva). Die Aktivseite listet alle Ressourcen und Vermögenswerte auf, die dem Unternehmen gehören, wie Bargeld, Vorräte und Anlagevermögen. Die Passivseite zeigt, wie diese Vermögenswerte finanziert sind, durch Schulden wie Kredite und Verbindlichkeiten sowie durch das Eigenkapital, das die Mittel umfasst, die von den Eigentümern des Unternehmens bereitgestellt und im Unternehmen belassen wurden.

Die Bilanz muss nach dem Prinzip der Bilanzgleichung ausgeglichen sein, wobei die Summe der Aktiva gleich der Summe der Passiva und des Eigenkapitals ist. Sie dient verschiedenen Stakeholdern, einschließlich Investoren, Kreditgebern und der Unternehmensführung, als wichtige Informationsquelle zur Bewertung der finanziellen Gesundheit und Stabilität des Unternehmens.

Bilanz Definition: Wortherkunft

Das Wort "Bilanz" leitet sich von dem lateinischen Wort „bilanx“ ab, was „zweischalige Waage“ bedeutet. Diese Bezeichnung unterstreicht das grundlegende Prinzip der Bilanzierung, bei dem die beiden Seiten der Bilanz – Aktiva und Passiva – ausbalanciert sein müssen, ähnlich wie die Schalen einer Waage. Der Begriff hat sich im Laufe der Zeit entwickelt und wurde über das Italienische „bilancia“ in die deutsche Sprache als „Bilanz“ übernommen. [2]

Du hast Interesse an einem BWL Studium?

Bilanz Aufbau

Der Aufbau einer Bilanz folgt einer bestimmten Struktur, die in zwei Hauptteile gegliedert ist: die Aktivseite und die Passivseite. Hier ist eine detaillierte Beschreibung dieser beiden Seiten:

  1. Aktivseite (Aktiva):
    • Anlagevermögen: Umfasst längerfristig im Unternehmen gebundene Vermögenswerte wie Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Fahrzeuge und Beteiligungen. Diese sind für den langfristigen Betrieb des Unternehmens vorgesehen.
    • Umlaufvermögen: Beinhaltet kurzfristige Vermögenswerte, die voraussichtlich innerhalb eines Geschäftsjahres in Bargeld umgewandelt werden, wie Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sowie liquide Mittel wie Kassenbestand und Bankguthaben.
  2. Passivseite (Passiva):
    • Eigenkapital: Zeigt die von den Eigentümern bereitgestellten Mittel und die im Unternehmen belassenen Gewinne (z.B. Grundkapital, Rücklagen, Gewinnvortrag).
    • Fremdkapital: Umfasst kurz- und langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Dritten, wie Kredite, Darlehen, Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Die Bilanz ist immer so aufgestellt, dass die Summe der Aktiva gleich der Summe der Passiva ist, was das Grundprinzip der Bilanzgleichung widerspiegelt:

Aktiva = Eigenkapital + Fremdkapital

Diese Gleichung stellt die Grundlage für die Bilanzierung dar und sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Vermögenswerten und Kapitalquellen. [3]

Arten der Bilanz

Die Tabelle bietet einen Überblick über die verschiedene Arten der Bilanz, die in der Geschäftswelt üblich sind und für unterschiedliche rechtliche, steuerliche und betriebswirtschaftliche Zwecke in der Unternehmensführung verwendet werden. [4]
Art der Bilanz Beschreibung
Handelsbilanz Wird nach den handelsrechtlichen Vorschriften erstellt, um den Jahresabschluss eines Unternehmens darzustellen.
Steuerbilanz Wird auf der Grundlage der steuerrechtlichen Vorschriften erstellt, um die steuerliche Bemessungsgrundlage zu ermitteln.
Eröffnungsbilanz Die Bilanz, die zu Beginn des Geschäftsjahres aufgestellt wird, um die Ausgangsposition der Vermögenswerte und Schulden darzustellen.
Schlussbilanz Die Bilanz am Ende eines Geschäftsjahres, die alle Vermögenswerte und Schulden zu diesem Zeitpunkt zusammenfasst.
Konsolidierte Bilanz Eine Bilanz, die die finanziellen Informationen aller Tochtergesellschaften eines Konzerns in einer einzigen Bilanz zusammenfasst.
Zwischenbilanz Eine Bilanz, die zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb des Geschäftsjahres erstellt wird, oft zu Quartals- oder Halbjahresenden.
Liquidationsbilanz Wird aufgestellt, wenn ein Unternehmen aufgelöst wird, um die verbleibenden Vermögenswerte und Schulden darzustellen.
Weitere Sonderbilanzen Gründungsbilanz, Umwandlungsbilanz und Sanierungsbilanz
Du hast Interesse an einem BWL Studium?

Wozu braucht man eine Bilanz?

Die Bilanz hat mehrere wichtige Funktionen und Nutzen sowohl für das interne Management eines Unternehmens als auch für externe Stakeholder. Die Bilanz ist ein wesentliches Instrument im Finanzmanagement und in der externen Kommunikation eines Unternehmens, das hilft, Vertrauen und Verständnis bei allen Interessengruppen zu fördern. [5]

Informationsfunktion

  • Die Bilanz liefert eine detaillierte Übersicht über die finanzielle Lage eines Unternehmens zu einem bestimmten Stichtag. Sie zeigt, welche Vermögenswerte das Unternehmen besitzt und welche Verbindlichkeiten es hat. Diese Informationen sind entscheidend für Investoren, Kreditgeber, Lieferanten und Kunden, um die Kreditwürdigkeit und wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens zu bewerten.

Dokumentationsfunktion

  • Als Bestandteil des Jahresabschlusses dient die Bilanz der rechtlichen Dokumentation. Sie muss nach gesetzlichen Vorschriften erstellt werden und gibt den Zustand des Unternehmens offiziell und verbindlich wieder. Dies ist besonders wichtig für die Einhaltung von regulatorischen Anforderungen und für rechtliche Zwecke.

Steuerungsfunktion

  • Für das Management bietet die Bilanz grundlegende Daten für die strategische Planung und Kontrolle. Sie hilft bei der Bewertung der Liquidität, der Finanzstruktur und der Investitionspolitik des Unternehmens. Die Analyse von Bilanzen über die Zeit ermöglicht es dem Management, Trends zu erkennen und entsprechend zu handeln.

Vergleichsfunktion

  • Bilanzen ermöglichen den Vergleich der finanziellen Leistung eines Unternehmens über verschiedene Zeiträume oder im Vergleich zu anderen Unternehmen der gleichen Branche. Dies ist nützlich für Benchmarking und Wettbewerbsanalysen.

Grundlage für die Besteuerung

  • Die Bilanz dient als Basis für die Berechnung der steuerlichen Bemessungsgrundlage. Das Finanzamt nutzt die Informationen aus der Bilanz, um die Steuerschuld des Unternehmens zu ermitteln.

Ausschüttungsbemessung

  • Sie hilft bei der Entscheidung über die Ausschüttung von Dividenden an die Aktionäre. Das Eigenkapital, wie es in der Bilanz dargestellt wird, zeigt das Volumen der verteilbaren Gewinne.

Transparenz und Vertrauen

  • Durch die Offenlegung der finanziellen Verhältnisse trägt die Bilanz dazu bei, das Vertrauen von Investoren, Märkten und der Öffentlichkeit in das Unternehmen zu stärken. Sie sorgt für Transparenz in den Geschäftsaktivitäten und finanziellen Ergebnissen.
Du hast Interesse an einem BWL Studium?

Wo kann ich die Bilanz einsehen?

Die Möglichkeit, eine Bilanz einzusehen, hängt von der Art des Unternehmens und dem Land ab, in dem es registriert ist. Hier sind einige allgemeine Wege, auf denen Bilanzen eingesehen werden können:

  1. Handelsregister:
    • In vielen Ländern, einschließlich Deutschland, müssen Kapitalgesellschaften ihre Jahresabschlüsse, einschließlich der Bilanz, im Handelsregister veröffentlichen. Diese Dokumente sind für die Öffentlichkeit zugänglich, meist über Online-Plattformen wie das deutsche Unternehmensregister.
  2. Unternehmenswebseiten:
    • Börsennotierte Unternehmen veröffentlichen oft ihre finanziellen Berichte, einschließlich Jahresabschlüsse, auf ihren Webseiten, typischerweise im Bereich "Investor Relations". Diese Berichte sind öffentlich zugänglich und können von jedem eingesehen werden.
  3. Börsenaufsichtsbehörden:
    • In den USA zum Beispiel müssen Unternehmen, die an einer Börse gelistet sind, ihre Jahresabschlüsse bei der Securities and Exchange Commission (SEC) einreichen, die über das EDGAR-System online zugänglich sind. Ähnliche Einrichtungen gibt es in anderen Ländern, wie der Bundesanzeiger in Deutschland.
  4. Geschäftsberichte:
    • Unternehmen erstellen oft jährliche Geschäftsberichte, die an Aktionäre und andere Stakeholder verteilt werden. Diese Berichte enthalten in der Regel den geprüften Jahresabschluss des Unternehmens, einschließlich der Bilanz.
  5. Bibliotheken und Handelskammern:
    • Manche Bibliotheken und Handelskammern halten Geschäftsberichte und Jahresabschlüsse von Unternehmen vor, die für Forschungszwecke eingesehen werden können.
  6. Direkte Anfrage beim Unternehmen:
    • Wenn es sich um ein nicht börsennotiertes Unternehmen handelt und keine gesetzliche Verpflichtung zur Offenlegung besteht, kann man eventuell direkt beim Unternehmen anfragen, ob Einblick in die finanziellen Unterlagen gewährt wird.

Durch diese Ressourcen können Interessierte die finanzielle Situation eines Unternehmens beurteilen und tiefergehende Einblicke in seine wirtschaftliche Lage erhalten. [6]

Wichtige Begriffe zu der Bilanz erklärt

Diese Tabelle bietet einen umfassenden Überblick über die zentralen Begriffe im Zusammenhang mit der Bilanz, die für das Verständnis der finanziellen Darstellung eines Unternehmens wichtig sind. [7]
Begriff Definition
Aktiva Die linke Seite der Bilanz, die alle Vermögenswerte eines Unternehmens darstellt, wie Anlage- und Umlaufvermögen.
Passiva Die rechte Seite der Bilanz, die das Eigenkapital und die Schulden eines Unternehmens umfasst.
Bilanzsumme Die Gesamtsumme der Aktiva oder Passiva einer Bilanz, die gleich groß sein müssen.
Eröffnungsbilanz Die Bilanz zu Beginn eines Geschäftsjahres, die die Ausgangslage der Vermögens- und Kapitalstruktur des Unternehmens zeigt.
Schlussbilanz Die Bilanz am Ende eines Geschäftsjahres, die die finanzielle Situation zu diesem Zeitpunkt darstellt.
Anlagevermögen Langfristige Vermögenswerte, die über mehrere Jahre hinweg genutzt werden, z.B. Gebäude, Maschinen, Patente.
Umlaufvermögen Kurzfristige Vermögenswerte, die innerhalb eines Geschäftsjahres liquidiert werden sollen, z.B. Vorräte, Forderungen.
Eigenkapital Mittel, die von den Eigentümern eingebracht und im Unternehmen belassen wurden, inklusive Gewinnrücklagen.
Fremdkapital Mittel, die von externen Quellen stammen, wie Kredite und andere Verbindlichkeiten.
Liquidationsbilanz Eine Bilanz, die bei der Auflösung eines Unternehmens erstellt wird, um die verbleibenden Vermögenswerte und Schulden zu zeigen.
Konsolidierte Bilanz Eine Bilanz, die die finanziellen Informationen mehrerer Tochtergesellschaften in der Bilanz der Muttergesellschaft zusammenfasst.

Was ist eine elektronische Bilanz?

Eine elektronische Bilanz, oft auch als E-Bilanz bezeichnet, ist die digitale Form der Bilanz, die elektronisch erstellt und übermittelt wird. In vielen Ländern, darunter auch Deutschland, ist die Einreichung der Bilanz in elektronischer Form für viele Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben. Die E-Bilanz soll die Finanzverwaltung effizienter gestalten, indem sie die direkte digitale Übermittlung von Jahresabschlüssen an das Finanzamt ermöglicht. Dies verbessert die Genauigkeit, beschleunigt den Prozess und erleichtert die Datenanalyse und -verwaltung.

Wichtige Aspekte der elektronischen Bilanz

  • Standardisierung der Daten: Die elektronische Bilanz erfordert, dass die Daten gemäß einem standardisierten Format übermittelt werden. In Deutschland basiert dies auf dem sogenannten XBRL-Format (eXtensible Business Reporting Language), das eine einheitliche und strukturierte Darstellung finanzieller Daten ermöglicht.
  • Pflicht für viele Unternehmen: Kapitalgesellschaften und andere rechnungslegungspflichtige Unternehmen müssen ihre Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen in elektronischer Form an das Finanzamt übermitteln.
  • Vorteile der Digitalisierung: Die E-Bilanz bietet Vorteile wie Zeitersparnis, Reduzierung von Papierkram, verbesserte Genauigkeit durch Automatisierung der Dateneingabe und -überprüfung sowie einfachere Archivierung und Zugänglichkeit der Daten.

Die Einführung der elektronischen Bilanz ist Teil eines globalen Trends zur Digitalisierung der Finanzberichterstattung, der die Transparenz und Effizienz in der Unternehmensberichterstattung weltweit erhöht. [8]

Du hast Interesse an einem BWL Studium?

Welche Bilanzveränderungen können eintreten und welche Maßnahmen werden dann ergriffen?

Bilanzveränderungen treten aus verschiedenen Gründen ein und können die finanzielle Struktur eines Unternehmens erheblich beeinflussen. Diese Veränderungen können das Ergebnis von Geschäftsvorfällen, Änderungen in der Bilanzierungspolitik, Wirtschaftsereignissen oder rechtlichen Änderungen sein. Die folgenden Bilanzveränderungen sind bekannt und bringen unterschiedliche Folgen mit sich.

Zunahme der Vermögenswerte

  • Wenn die Vermögenswerte eines Unternehmens zunehmen, zum Beispiel durch den Kauf neuer Anlagen oder durch Zunahme der Forderungen, kann dies eine Expansion oder ein Wachstum anzeigen. Es ist wichtig, diese Investitionen zu überwachen, um sicherzustellen, dass sie rentabel sind und die Liquidität nicht gefährden.

Abnahme der Vermögenswerte

  • Eine Abnahme der Vermögenswerte, beispielsweise durch Abschreibungen oder den Verkauf von Anlagevermögen, kann auf eine Umstrukturierung oder notwendige Anpassungen hinweisen. Es ist entscheidend zu prüfen, ob diese Änderungen die operative Effizienz verbessern oder ob sie ein Zeichen finanzieller Schwierigkeiten sind.

Zunahme der Verbindlichkeiten

  • Eine Erhöhung der Schulden kann aus neuen Krediten oder anderen Finanzierungen resultieren. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie die Kapitalkosten und die Rückzahlungspläne im Griff haben, um eine Überschuldung zu vermeiden.

Abnahme der Verbindlichkeiten

  • Die Rückzahlung von Schulden verbessert die Bilanzstruktur und kann die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens stärken. Es ist jedoch wichtig, das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital optimal zu halten, um die Rentabilität zu maximieren.

Änderungen im Eigenkapital

  • Änderungen im Eigenkapital können durch einbehaltene Gewinne, Kapitaleinlagen oder Dividendenausschüttungen verursacht werden. Diese Änderungen sollten im Einklang mit der langfristigen Strategie des Unternehmens stehen und die Interessen der Aktionäre berücksichtigen.

Maßnahmen bei Bilanzveränderungen

Durch das aktive Management und die Anpassung an Veränderungen in der Bilanz kann ein Unternehmen seine finanzielle Gesundheit aufrechterhalten und strategisch auf Herausforderungen und Chancen reagieren.

  • Analyse und Überwachung: Regelmäßige Analyse der Bilanz und der damit verbundenen Finanzkennzahlen, um die Ursachen und Auswirkungen der Veränderungen zu verstehen.
  • Anpassung der Geschäftsstrategie: Anpassung der operativen und finanziellen Strategien basierend auf den Erkenntnissen aus der Bilanzanalyse.
  • Kommunikation mit Stakeholdern: Offene Kommunikation mit Investoren, Kreditgebern und anderen Stakeholdern über die Gründe für wesentliche Bilanzänderungen und die daraus resultierenden Maßnahmen.
  • Compliance prüfen: Sicherstellen, dass alle Bilanzänderungen im Einklang mit den geltenden Rechnungslegungsstandards und gesetzlichen Anforderungen stehen. [9]
Du hast Interesse an einem BWL Studium?

Wer ist zur Bilanzierung verpflichtet?

In Deutschland sind vor allem Kapitalgesellschaften wie die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) und die AG (Aktiengesellschaft) zur Bilanzierung verpflichtet. Dies gilt auch für Personengesellschaften, bei denen keine natürliche Person als voll haftender Gesellschafter beteiligt ist, wie zum Beispiel die GmbH & Co. KG. Ebenfalls zur Bilanzierung verpflichtet sind Genossenschaften und bestimmte Formen von juristischen Personen des öffentlichen Rechts.

Kleinere Unternehmen und Einzelunternehmer müssen nur dann eine Bilanz erstellen, wenn sie bestimmte Größenkriterien überschreiten, die im Handelsgesetzbuch (HGB) definiert sind. Kleinere Gewerbetreibende und Personengesellschaften mit unbeschränkt haftenden natürlichen Personen müssen nur dann bilanzieren, wenn sie nach § 241a HGB bestimmte Schwellenwerte überschreiten, derzeit 800.000 € Umsatz oder 80.000 € Überschuss in aufeinanderfolgenden Jahren. Diese Größenkriterien bestimmen, ab wann ein bisher buchführungsfreier Kaufmann bilanzierungspflichtig wird. Diese Kriterien beziehen sich auf Aspekte wie Umsatz, Bilanzsumme und Anzahl der Mitarbeiter. Falls diese Schwellenwerte überschritten werden, müssen auch diese kleineren Unternehmen eine Bilanz und eine Gewinn- und Verlustrechnung aufstellen.

Zusätzlich zu den rechtlichen Anforderungen können auch Unternehmen, die bestimmte Finanzierungen oder Fördermittel in Anspruch nehmen, zur Erstellung einer Bilanz verpflichtet sein, unabhängig von ihrer Rechtsform oder Größe, da Banken oder andere Geldgeber oft detaillierte Einblicke in die finanzielle Lage verlangen. [10]

Übersicht über die Unternehmensformen, die zu einer Bilanzierung verpflichtet sind

Dieser Überblick fasst die allgemeinen Richtlinien zur Bilanzierungspflicht in Deutschland zusammen und zeigt, dass die Anforderungen je nach Unternehmensform und -größe variieren können.
Unternehmensform Bilanzierungspflicht Bedingungen/Kriterien
Kapitalgesellschaften (z.B. GmbH, AG) Ja Automatische Pflicht unabhängig von Größe oder Umsatz
Personengesellschaften ohne natürliche Vollhafter (z.B. GmbH & Co. KG) Ja Automatische Pflicht unabhängig von Größe oder Umsatz
Genossenschaften Ja Automatische Pflicht unabhängig von Größe oder Umsatz
Juristische Personen des öffentlichen Rechts Ja (in bestimmten Fällen) Abhängig von der spezifischen Rechtsvorschrift
Kleinere Unternehmen und Einzelunternehmer Nein (es sei denn, bestimmte Schwellenwerte werden überschritten) Umsatz, Bilanzsumme und Anzahl der Mitarbeiter gemäß HGB
Kleinunternehmen, die Fördermittel oder spezielle Finanzierungen erhalten Ja (in bestimmten Fällen) Anforderungen der Geldgeber unabhängig von Größe oder Form

Was ist die goldene Bilanzregel?

Die goldene Bilanzregel ist ein Grundsatz der Finanzwirtschaft, der insbesondere in der Bilanzanalyse angewandt wird. Sie besagt, dass das Anlagevermögen eines Unternehmens durch langfristiges Kapital, d.h. Eigenkapital und langfristiges Fremdkapital, finanziert sein sollte. Diese Regel zielt darauf ab, eine angemessene Fristenkongruenz zwischen der Finanzierung und der Nutzungsdauer der Vermögenswerte zu gewährleisten. Kurzfristiges Kapital sollte demnach nur zur Finanzierung des Umlaufvermögens verwendet werden.

Kernpunkte der goldenen Bilanzregel

  • Langfristige Finanzierung des Anlagevermögens: Das Anlagevermögen umfasst Vermögenswerte wie Grundstücke, Gebäude, Maschinen und Betriebsausstattungen, die dauerhaft im Unternehmen genutzt werden. Diese sollten grundsätzlich durch langfristig zur Verfügung stehende Mittel finanziert werden, um die Liquidität des Unternehmens nicht zu gefährden.
  • Kurzfristige Finanzierung des Umlaufvermögens: Umlaufvermögen, das Vermögenswerte wie Vorräte, Forderungen und flüssige Mittel umfasst, sollte mit kurzfristigem Kapital finanziert werden, da diese Vermögenswerte innerhalb eines Geschäftsjahres oder Betriebszyklus in Geld umgewandelt werden.

Die Einhaltung der goldenen Bilanzregel soll die finanzielle Stabilität und Solvenz des Unternehmens sichern, indem sie sicherstellt, dass das Unternehmen seine finanziellen Verpflichtungen aus der laufenden Geschäftstätigkeit erfüllen kann, ohne auf langfristige Vermögenswerte zurückgreifen zu müssen. Diese Regel hilft auch, das Risiko von Liquiditätsengpässen zu minimieren und fördert ein ausgewogenes Verhältnis von Eigen- und Fremdkapital. [11]

Du hast Interesse an einem BWL Studium?

Wichtigste Fragen zu dem Thema Bilanz kurz beantwortet

Was ist der Unterschied zwischen Bilanz und GuV?

+

Wer muss Bilanz und GuV erstellen?

+

Was ist der Aufbau einer Bilanz?

+

Was bedeutet HGB Bilanz?

+

Was ist der Unterschied zwischen Inventur Inventar und Bilanz?

+
Du hast Interesse an einem MBS Studium?

Unsere Hochschule. Ausgezeichnet und Akkreditiert.

Beliebte Studiengänge an der Munich Business School

Unsere Studienprogramme vermitteln dir fundiertes betriebswirtschaftliches Know-how, praktische Kompetenzen und internationale Perspektiven – für eine erfolgreiche Karriere in einer global vernetzten Wirtschaft.

Bachelor International Business
Master Alle Masterprogramme
MBA General Management
DBA Doctor of Business Administration

Fandest du diesen Artikel hilfreich? Hast du Anregungen oder Fragen zu diesem Artikel? Ist dir etwas aufgefallen oder gibt es ein Thema, über das du gerne mehr erfahren möchtest? Dein Feedback ist uns wichtig! Es ermöglicht unser Angebot stetig zu verbessern und genau die Inhalte zu liefern, die dich interessieren.
Redaktion kontaktieren

Hinweis zur Lesbarkeit und Gehaltsangaben: Um die Lesbarkeit zu verbessern, verwenden wir in ausgewählten Beitrag das generische Maskulinum. Diese Entscheidung dient lediglich der sprachlichen Vereinfachung. Selbstverständlich sind alle Personenbezeichnungen in diesen Text geschlechtsneutral zu verstehen und gelten gleichermaßen für alle Geschlechter. Falls Gehaltsspannen angegeben werden, beziehen sich diese auf Deutschland.

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig

[1] Jahresbilanzsumme: Einfach erklärt & interpretiert - WHK Controlling: whk-controlling.de/wissen/jahresbilanzsumme

[2] Bilanz | Glossar | Treuhand Lexikon | FS Treuhand AG | Thun: www.fs-treuhand.ch/dienstleistungen/glossar/bilanz

[3] Bilanz • Definition | Gabler Wirtschaftslexikon: wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/bilanz

[4] Bilanz • Definition | Gabler Wirtschaftslexikon: wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/bilanz

[5]  Baumüller, “Investor Relations und Finanzberichterstattung”, 2020

[6] Bundesamt für Justiz – Unternehmensregister Info – BfJ, 2023

[7] Aktivtausch und Passivtausch | einfach erklärt für dein Studium: studyflix.de/wirtschaft/aktivtausch-passivtausch

[8] BMF-Monatsbericht August 2018 - Das Projekt E-Bilanz - ein wichtiger Baustein der Digitalisierung des Besteuerungsverfahrens: bundesfinanzministerium.de/Monatsberichte/2018/08/Inhalte/Kapitel-3-Analysen/3-4-Das-Projekt-E-Bilanz.html

[9] Deutscher Rechnungslegungs Standard Nr.20 (Kapitalmanagement) – DRSC, 2019

[10] IHK München – Bilanzierungspflicht Übersicht, 2023

[11] Lehrbuch Investition und Finanzierung, Schäfer, 2017, S. 112