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Rezession

In der dynamischen Welt der Wirtschaft sind Rezessionen unvermeidliche Phasen, die jede Volkswirtschaft im Laufe der Zeit durchläuft. Obwohl Rezessionen oft mit Herausforderungen und Unsicherheiten verbunden sind, bieten sie auch die Möglichkeit, die Resilienz und Anpassungsfähigkeit von Wirtschaftssystemen zu bewerten und zu verbessern. Dieser Lexikon Eintrag zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis für das Phänomen der Rezession zu schaffen, indem er dessen Ursachen, Merkmale und die potenziellen Wege aus einem solchen Abschwung untersucht.

Was ist eine Rezession?

Eine Rezession ist eine Phase des wirtschaftlichen Abschwungs, charakterisiert durch einen signifikanten Rückgang der Wirtschaftsaktivität über einen längeren Zeitraum, typischerweise erkennbar an einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen. Dieser Zustand manifestiert sich in einer Vielzahl von negativen Entwicklungen, wie einem Anstieg der Arbeitslosigkeit, einem Rückgang der Verbraucherausgaben, einer Verringerung der industriellen Produktion und Investitionen sowie einem allgemeinen Rückgang des Vertrauens in die Wirtschaft. Rezessionen sind Teil des natürlichen wirtschaftlichen Zyklus und können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, darunter finanzielle Krisen, externe Schocks, hohe Inflationsraten oder politische Unsicherheit. Die Bewältigung einer Rezession erfordert oft koordinierte wirtschaftspolitische Maßnahmen, um die Wirtschaft zu stabilisieren und die Grundlagen für eine Erholung zu legen.

Rezession Definition

Das Wort "Rezession" stammt aus dem Lateinischen "recessio", was Rückgang oder Rückzug bedeutet. Der Begriff wurde ursprünglich verwendet, um eine allgemeine Verlangsamung der Wirtschaft zu beschreiben, und hat sich im Laufe der Zeit zu einem Fachbegriff in der Volkswirtschaftslehre entwickelt, der spezifisch zwei oder mehr aufeinanderfolgende Quartale des negativen Wachstums des Bruttoinlandsprodukts (BIP) kennzeichnet. Der Begriff reflektiert somit eine Periode, in der die Wirtschaft "zurückgeht" oder sich in einem Zustand der Kontraktion befindet, im Gegensatz zu einer Expansion oder einem Wachstum.

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Rezession Auswirkung & Merkmale

Eine Rezession wird durch mehrere Schlüsselmerkmale gekennzeichnet, die zusammen ein Bild der wirtschaftlichen Abschwächung zeichnen. Diese Merkmale zusammen führen zu einem sich selbst verstärkenden Zyklus der wirtschaftlichen Kontraktion, der ohne gezielte Interventionen von Regierungen und Zentralbanken schwer zu durchbrechen ist. Diese Merkmale einer Rezession umfassen:

Rezession Bedeutung für den Bürger

Eine Rezession berührt den Alltag der Bürger durch eine Kombination von finanziellen Schwierigkeiten, Unsicherheit und eingeschränktem Zugang zu Ressourcen und Möglichkeiten. Eine Rezession hat folgende Auswirkungen, die sich in verschiedenen Aspekten des täglichen Lebens manifestieren können:

  1. Arbeitslosigkeit: Eines der spürbarsten Zeichen einer Rezession ist der Anstieg der Arbeitslosenquoten. Unternehmen sehen sich gezwungen, Kosten zu senken, was oft zu Entlassungen führt.
  2. Einkommensverlust: Für diejenigen, die Arbeit haben, kann eine Rezession immer noch Einkommensverluste bedeuten, sei es durch reduzierte Arbeitsstunden, ausbleibende Lohnerhöhungen oder den Verlust von Boni und Überstunden.
  3. Sinkende Kaufkraft: Selbst, wenn das persönliche Einkommen stabil bleibt, kann die Inflation, die manchmal mit Rezessionen einhergeht, die Kaufkraft der Bürger verringern, was den Zugang zu Gütern und Dienstleistungen erschwert.
  4. Unsicherheit und Stress: Die Unsicherheit über die eigene finanzielle Zukunft und die der Wirtschaft als Ganzes kann zu erhöhtem Stress und Angstzuständen führen, was wiederum die Lebensqualität beeinträchtigt.
  5. Investitionen und Altersvorsorge: Die Wertminderung von Investitionen und Altersvorsorgekonten ist eine weitere direkte Auswirkung, da die Märkte auf eine Rezession oft mit Kursverlusten reagieren.
  6. Zugang zu Krediten: Banken und Kreditinstitute können in Rezessionszeiten strengere Kreditvergabekriterien anlegen, was es schwieriger macht, Kredite für Häuser, Autos oder Bildung zu erhalten.
  7. Staatliche Leistungen und Dienste: In einer Rezession kann der Staat gezwungen sein, Ausgaben zu kürzen, was zu einer Verringerung öffentlicher Dienstleistungen und Unterstützungsleistungen führen kann.

Rezession Bedeutung für die Wirtschaft

Eine Rezession hat weitreichende Auswirkungen auf die Wirtschaft und das Geldsystem, die die Grundlagen und das Funktionieren des wirtschaftlichen Ökosystems verändern können:

  1. Wirtschaftswachstum: Das offensichtlichste Merkmal einer Rezession ist der Rückgang des wirtschaftlichen Wachstums, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Dieser Rückgang signalisiert eine Verringerung der produzierten Güter und Dienstleistungen.
  2. Investitionen: Unternehmen und Einzelpersonen zögern in Zeiten der Unsicherheit oft, Kapital zu investieren. Dies führt zu einem Rückgang der Investitionen, was wiederum das zukünftige Wachstumspotenzial der Wirtschaft hemmen kann.
  3. Zinssätze: Zentralbanken können als Reaktion auf eine Rezession die Zinssätze senken, um die Wirtschaft zu stimulieren. Niedrigere Zinssätze sollen Investitionen und Ausgaben fördern, können aber auch die Sparanreize verringern.
  4. Inflation: Die Auswirkungen einer Rezession auf die Inflation können gemischt sein. Während eine verlangsamte Nachfrage zu niedrigeren Preisen führen kann (Deflation), können die geldpolitischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Rezession langfristig inflationäre Tendenzen fördern.
  5. Unternehmensgewinne und -insolvenzen: Gewinne gehen zurück, da die Nachfrage sinkt, was zu einer höheren Insolvenzrate führen kann, besonders bei finanziell schwächer aufgestellten Unternehmen.
  6. Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosigkeit steigt, da Unternehmen aufgrund gesunkener Nachfrage und Gewinne Arbeitskräfte abbauen.
  7. Staatliche Finanzen: Einerseits sinken die Staatseinnahmen aufgrund geringerer Steuereinnahmen. Andererseits erhöhen sich oft die Ausgaben für soziale Sicherungsnetze, was die Haushaltsdefizite vergrößern kann.
  8. Wechselkurse: Die Währung eines Landes, das eine Rezession durchläuft, kann gegenüber anderen Währungen an Wert verlieren, was die Importkosten erhöht und die Kaufkraft im Ausland verringert.

Eine Rezession beeinflusst also sowohl die Mikro- als auch die Makroebenen der Wirtschaft, indem sie die finanziellen Bedingungen, die Investitionstätigkeit, die staatliche Haushaltspolitik und die allgemeinen Lebensstandards beeinträchtigt. Die Bewältigung ihrer Auswirkungen erfordert koordinierte politische Maßnahmen, um die negativen Effekte abzumildern und die Grundlage für eine Erholung zu legen.

Welche Arten der Rezession gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Rezessionen, die nach ihrer Ursache, Dauer und den wirtschaftlichen Bedingungen, die sie charakterisieren, unterschieden werden können. Jede Art von Rezession hat einzigartige Ursachen und erfordert spezifische Maßnahmen von Politik und Wirtschaft, um ihre Auswirkungen zu mildern und eine Erholung zu fördern. Hier sind einige der häufigsten Typen:

Art von Rezession Beschreibung
Zyklische Rezession Diese tritt auf, wenn der natürliche Wirtschaftszyklus eine Phase der Abschwächung durchläuft. Zyklische Rezessionen sind Teil der normalen Auf- und Abwärtsbewegungen einer Wirtschaft und werden oft durch einen Rückgang der Verbrauchernachfrage und Investitionen ausgelöst.
Strukturelle Rezession Sie wird durch tiefgreifende Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur verursacht, beispielsweise durch technologischen Wandel oder dauerhafte Veränderungen in der Industrie. Diese Art von Rezession kann länger andauern und erfordert oft strukturelle Anpassungen in der Wirtschaft.
Schockinduzierte Rezession Eine Rezession, die durch einen plötzlichen, unerwarteten Ereignis ausgelöst wird, wie eine Naturkatastrophe, einen Krieg oder einen starken Anstieg der Ölpreise. Diese Art von Rezession kann heftig sein, aber die Erholung kann beginnen, sobald der Schock überwunden ist.
Finanzkrisen-Rezession Diese wird durch Probleme im Finanzsystem ausgelöst, wie den Zusammenbruch von Banken, Kreditkrisen oder Börsencrashs. Sie kann schwerwiegend sein, da Probleme im Finanzsystem oft zu einer Einschränkung der Kreditvergabe führen, was Investitionen und Konsum weiter dämpft.
Globale Rezession Eine globale Rezession tritt auf, wenn die Rezessionsbedingungen in mehreren wichtigen Volkswirtschaften gleichzeitig auftreten und sich gegenseitig verstärken. Sie ist oft durch globale Schocks oder die enge Verflechtung der Weltwirtschaft bedingt.
Milde vs. Tiefe Rezession Rezessionen können auch nach ihrer Tiefe klassifiziert werden. Eine milde Rezession zeichnet sich durch einen geringen Rückgang der Wirtschaftsaktivität und eine schnelle Erholung aus, während eine tiefe Rezession durch einen starken Rückgang der Wirtschaftsaktivität und eine langsame Erholung gekennzeichnet ist.
L-förmige, V-förmige, U-förmige und W-förmige Rezessionen Diese Bezeichnungen beschreiben den Verlauf der wirtschaftlichen Erholung nach einer Rezession. V-förmig steht für eine schnelle Erholung, U-förmig für eine langsamere, W-förmig für eine doppelte Rezession mit zwischenzeitlicher Erholung und L-förmig für eine lange Zeit der Stagnation.
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Ursachen einer Rezession

Die Ursachen einer Rezession sind vielfältig und oft miteinander verknüpft, wobei externe Schocks, interne wirtschaftliche Ungleichgewichte oder eine Kombination beider Faktoren eine Rolle spielen können. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Hohe Zinssätze: Hohe Zinssätze können die Kreditkosten für Unternehmen und Verbraucher erhöhen, was die Ausgaben und Investitionen verringert und das Wirtschaftswachstum bremst.
  • Finanzkrisen: Zusammenbrüche im Banken- und Finanzsektor können zu einer Einschränkung der Kreditvergabe führen, was Investitionen und Konsum dämpft und zu einer Rezession führen.
  • Abnehmende Verbrauchernachfrage: Ein Rückgang der Verbrauchernachfrage, der durch Faktoren wie sinkende Einkommen, Arbeitslosigkeit oder Verlust des Verbrauchervertrauens verursacht wird, kann die Produktion und das Wirtschaftswachstum verringern.
  • Sinkende Exporte: Eine globale wirtschaftliche Abschwächung oder eine Aufwertung der heimischen Währung kann die Exporte verringern, was besonders für exportorientierte Volkswirtschaften schädlich ist und zu einer Rezession führen kann.
  • Ölpreisschocks: Starke Schwankungen der Ölpreise können erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft haben, insbesondere in Ländern, die stark von Ölimporten abhängig sind.
  • Regierungspolitik: Fiskalpolitische Entscheidungen, wie Steuererhöhungen oder Kürzungen der Staatsausgaben, können die wirtschaftliche Aktivität dämpfen und zu einer Rezession führen.
  • Technologische Veränderungen: Rasche technologische Veränderungen können zu strukturellen Verschiebungen in der Wirtschaft führen, die kurzfristig disruptive Auswirkungen haben können.
  • Überinvestitionen oder Spekulationsblasen: Übermäßige Investitionen in bestimmte Wirtschaftssektoren, oft getrieben durch spekulative Blasen, können zu einer ungleichmäßigen Verteilung der Ressourcen führen. Wenn diese Blasen platzen, kann das zu plötzlichen wirtschaftlichen Abschwüngen und zu einer Rezession kommen.
  • Politische Unsicherheit und Konflikte: Politische Unruhen, Kriege oder internationale Konflikte können das Vertrauen der Investoren und Verbraucher beeinträchtigen und die wirtschaftliche Aktivität stören und zu einer Rezession führen.
  • Globale Pandemien: Wie die COVID-19-Pandemie gezeigt hat, können globale Gesundheitskrisen zu weitreichenden Unterbrechungen der wirtschaftlichen Aktivität führen, von der Schließung von Unternehmen bis hin zu Störungen der globalen Lieferketten.

Diese Ursachen können einzeln oder in Kombination auftreten und eine Rezession auslösen oder verschärfen. Die Bekämpfung einer Rezession erfordert oft eine Kombination aus geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken und fiskalpolitischen Maßnahmen der Regierungen, um die wirtschaftliche Aktivität zu stimulieren und das Vertrauen wiederherzustellen.

Ist eine Rezession gefährlich?

Wirtschaftliche Stabilität Eine Rezession kann die wirtschaftliche Stabilität eines Landes untergraben, indem sie das Wachstum hemmt, die Arbeitslosigkeit erhöht und die Staatsfinanzen belastet.
Lebensstandard Der Lebensstandard vieler Menschen kann sich in einer Rezession verschlechtern, da Arbeitsplatzverluste, Einkommensrückgänge und erhöhte Lebenshaltungskosten häufig vorkommen.
Soziale Spannungen Erhöhte Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Unsicherheit innerhalb einer Rezession können zu sozialen Spannungen und einem Anstieg von Armut und Ungleichheit führen.
Psychologische Auswirkungen Die Unsicherheit und finanziellen Schwierigkeiten, die mit einer Rezession einhergehen, können zu einem Anstieg von Stress, Angst und anderen psychischen Gesundheitsproblemen führen.
Unternehmensinsolvenzen Eine höhere Rate an Unternehmenszusammenbrüchen kann die Wirtschaft langfristig schwächen, indem sie das Angebot an Gütern und Dienstleistungen reduziert und die Innovationsfähigkeit einschränkt.
Langfristige wirtschaftliche Schäden Besonders tiefe oder lang andauernde Rezessionen können dauerhafte Schäden an der Wirtschaftsstruktur eines Landes verursachen, beispielsweise durch den Verlust von Fachkräften oder verringerte Investitionen in Forschung und Entwicklung.
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Wie lange dauert eine Rezession?

Die Dauer einer Rezession kann stark variieren und hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, darunter die Ursachen der Rezession, die Effektivität der politischen Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung und die grundlegenden wirtschaftlichen Bedingungen. Historisch gesehen haben Rezessionen in der Regel einige Monate bis zu mehreren Jahren gedauert.

Die durchschnittliche Dauer einer Rezession in den Vereinigten Staaten seit dem Zweiten Weltkrieg beträgt etwa 11 Monate, laut dem National Bureau of Economic Research (NBER), das formelle Rezessionen in den USA datiert. Allerdings können schwerwiegende Rezessionen, wie die Große Rezession von 2007 bis 2009, deutlich länger dauern und eine langsame und mühsame Erholung nach sich ziehen.

Es ist auch wichtig zu beachten, dass selbst nach dem offiziellen Ende einer Rezession, wenn das wirtschaftliche Wachstum wieder positiv wird, die Auswirkungen wie hohe Arbeitslosigkeit oder reduzierte Einkommen weiterhin spürbar sein können. Die vollständige Erholung, definiert als die Rückkehr zu den wirtschaftlichen Bedingungen vor der Rezession, kann daher wesentlich länger dauern als die Rezession selbst.

Die spezifische Dauer und der Verlauf einer Rezession werden durch eine Kombination aus nationaler Wirtschaftspolitik, globalen wirtschaftlichen Bedingungen und in einigen Fällen durch die Behebung der spezifischen Probleme, die die Rezession ausgelöst haben, bestimmt.

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Maßnahmen gegen eine Rezession

Das Überwinden einer Rezession erfordert in der Regel eine Kombination aus geldpolitischen und fiskalpolitischen Maßnahmen, die darauf abzielen, die wirtschaftliche Aktivität anzukurbeln, das Vertrauen wiederherzustellen und die wirtschaftlichen Grundlagen zu stärken. Es ist wichtig zu beachten, dass die spezifischen Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, von der Ursache und der Tiefe der Rezession, den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der finanziellen Kapazität des Staates abhängen. Ein sorgfältig abgestimmtes Vorgehen, das sowohl kurzfristige Anreize als auch langfristige strukturelle Verbesserungen umfasst, ist entscheidend für eine erfolgreiche Überwindung einer Rezession. Hier sind einige Ansätze, die häufig angewendet werden:

Geldpolitik

  • Zinssenkungen: Die Zentralbank kann die Zinssätze senken, um Kredite billiger zu machen, was sowohl Unternehmen als auch Verbrauchern in einer Rezession hilft, mehr zu investieren und auszugeben.
  • Quantitative Lockerung: Die Zentralbank kann Finanzmittel direkt in das Wirtschaftssystem pumpen, indem sie Wertpapiere kauft, um die Liquidität zu erhöhen und die Kreditvergabe zu fördern.
  • Leitzinsänderungen: Anpassungen der Leitzinsen in einer Rezession können dazu beitragen, die Währung zu stabilisieren und das Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft zu stärken.

Fiskalpolitik

  • Stimuluspakete: Die Regierung kann Konjunkturpakete für Rezessionen schnüren, die direkte Ausgaben für öffentliche Projekte, Subventionen für bestimmte Sektoren oder finanzielle Anreize für Unternehmen umfassen.
  • Steuererleichterungen: Steuersenkungen für Haushalte und Unternehmen in Rezessionphasen können die verfügbaren Einkommen erhöhen und die Ausgaben und Investitionen stimulieren.
  • Erhöhung der Staatsausgaben: Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Gesundheitswesen können langfristiges Wachstum fördern und kurzfristig Arbeitsplätze schaffen.

Strukturelle Reformen

  • Arbeitsmarktreformen: Maßnahmen zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes können die Schaffung von Arbeitsplätzen erleichtern und die Arbeitslosigkeit in einer Rezession reduzieren.
  • Regulierungsreformen: Die Vereinfachung von Unternehmensgründungen und -führungen kann Innovationen fördern und neue Geschäftstätigkeiten in eine Rezessionsphase anregen.
  • Bildung und Ausbildung: Investitionen in die Aus- und Weiterbildung können die Anpassungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Arbeitskräfte verbessern.

Internationale Zusammenarbeit

  • Handelsabkommen und Kooperation: Die Förderung des internationalen Handels und die Zusammenarbeit mit anderen Ländern können den Export und das Wachstum in einer Rezession unterstützen.
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Historie Deutscher Rezessionen

Frühe 1980er Jahre Eine Rezession, die durch die zweite Ölkrise Ende der 1970er Jahre ausgelöst wurde, führte zu einem starken Anstieg der Energiepreise und Inflation. Die deutsche Wirtschaft erlebte einen deutlichen Rückgang, der durch hohe Arbeitslosigkeit und Sparmaßnahmen der Regierung gekennzeichnet war.
Frühe 1990er Jahre Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 folgte eine Rezession, die teilweise durch die enormen Kosten und die wirtschaftlichen Herausforderungen der Integration der ostdeutschen Wirtschaft verursacht wurde. Diese Periode war von hoher Arbeitslosigkeit und großen öffentlichen Haushaltsdefiziten geprägt.
Frühe 2000er Jahre Die sogenannte "Dotcom-Blase" platzte und führte zu einem wirtschaftlichen Abschwung, der auch Deutschland betraf. Diese Rezession war durch einen Rückgang der Investitionen im Technologiebereich und allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit gekennzeichnet.
Große Rezession 2008/2009 Ausgelöst durch die globale Finanzkrise 2008, erlebte Deutschland einen scharfen Wirtschaftseinbruch. Die Krise führte zu einem Rückgang der Exporte, Produktionskürzungen und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit, obwohl Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern relativ schnell wieder zur Wirtschaftswachstum zurückkehrte.
COVID-19-Rezession 2020 Die durch die COVID-19-Pandemie ausgelöste globale Rezession betraf auch Deutschland erheblich. Die Wirtschaftsleistung ging stark zurück, vor allem aufgrund von Lockdowns und Einschränkungen im öffentlichen Leben, die die Produktion und den Konsum beeinträchtigten.

Rezession im Konjunkturzyklus

Die Rezession ist eine Phase im Konjunkturzyklus, der den natürlichen Auf und Ab der wirtschaftlichen Aktivität über die Zeit hinweg beschreibt. Der Konjunkturzyklus umfasst vier Hauptphasen: Expansion, Hochkonjunktur (auch Boom genannt), Rezession und Erholung.

Expansion

Diese Phase ist gekennzeichnet durch ein Wachstum der Wirtschaft. Die Produktion steigt, die Arbeitslosigkeit sinkt, die Einkommen steigen, und die Verbraucher und Unternehmen sind zuversichtlicher, was zu erhöhten Ausgaben und Investitionen führt.

Hochkonjunktur (Boom)

In dieser Phase erreicht die wirtschaftliche Aktivität ihren Höhepunkt. Die Wirtschaft wächst über ihr langfristiges nachhaltiges Niveau hinaus, was oft zu Engpässen in der Produktion und steigenden Preisen führt. Dies kann zu Inflation führen, da die Nachfrage das Angebot übersteigt.

Rezession

Nach dem Boom folgt oft eine Rezession, eine Phase des wirtschaftlichen Abschwungs, in der die wirtschaftliche Aktivität zurückgeht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fällt, die Arbeitslosigkeit steigt, die Nachfrage sinkt, und die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit nimmt zu.

Erholung

In der Erholungsphase beginnt die Wirtschaft wieder zu wachsen, sich von der Rezession zu erholen. Die Produktion steigt, die Arbeitslosigkeit beginnt zu sinken, und das Vertrauen in die Wirtschaft verbessert sich, was zu erhöhten Ausgaben und Investitionen führt.

Unterschied Rezession Inflation

Die folgende Übersicht verdeutlicht die grundlegenden Unterschiede zwischen Rezession und Inflation, ihre Ursachen, Hauptmerkmale, Auswirkungen und die typischen politischen Reaktionen darauf.

Aspekt Rezession Inflation
Definition Eine Phase des wirtschaftlichen Abschwungs, charakterisiert durch einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) über zwei aufeinanderfolgende Quartale. Ein Anstieg des allgemeinen Preisniveaus von Waren und Dienstleistungen in einer Wirtschaft über einen Zeitraum.
Ursachen Hohe Zinssätze, sinkende Nachfrage, Finanzkrisen, Rückgang der Investitionen, externe Schocks. Überschüssige Geldmenge im Umlauf, steigende Produktionskosten, erhöhte Nachfrage, Währungsabwertung.
Hauptmerkmale Sinkendes BIP, steigende Arbeitslosigkeit, sinkende Verbrauchernachfrage, reduzierte Investitionen. Steigende Preise, sinkende Kaufkraft des Geldes, eventuell Lohn-Preis-Spirale.
Wirtschaftliche Auswirkungen Gesunkene Produktion und Einkommen, erhöhte Arbeitslosigkeit, niedrigere Unternehmensgewinne. Erodierung der Kaufkraft, höhere Lebenshaltungskosten, Verzerrung von Investitionsanreizen.
Politische Maßnahmen Konjunkturprogramme, Senkung der Zinssätze, Steuererleichterungen, Ausgaben für öffentliche Projekte. Erhöhung der Zinssätze, Straffung der Geldpolitik, Kontrolle der Geldmenge.
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Wichtigste Fragen zur Rezession

Was ist der Unterschied zwischen Rezession und Inflation?

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Was ist schlimmer Inflation oder Rezession?

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Was passiert bei Rezession und Inflation?

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Wie hängen Rezession und Inflation zusammen?

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Was ist das Gegenteil von Rezession?

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