Incoterms

Der Begriff Incoterms steht für „internationale Handelsklauseln“ und regelt die Rechte und Pflichten von Käufer und Verkäufer beim internationalen Kauf- und Vertragsverhältnis. Die Klauseln werden seit 1936 vom Internationalen Handelskammer (englisch: International Chamber of Commerce, ICC) herausgegeben und alle drei Jahre überarbeitet. Die aktuelle Version 2020 ist seit dem 1. Januar 2020 in Kraft. Hier findest du alles, was du über dieses Thema wissen musst!

Alles Wissenswerte über Incoterms in Kürze

Incoterms sind eine Reihe von Vertragsbestimmungen, die für den internationalen Warenhandel entwickelt wurden. Sie dienen dazu, den Handel zwischen Unternehmen aus verschiedenen Ländern zu vereinheitlichen und zu beschleunigen. Incoterms sind ein international anerkanntes System von Verkehrsschutzbestimmungen, das von den Vereinten Nationen genehmigt wurde. Sie werden verwendet, um zu bestimmen, welche Partei für die Kosten des Transportes und der Versicherung verantwortlich ist.  Die meisten Incoterms basieren auf dem „Werkvertrag“, in dem die Leistung des Verkäufers festgelegt wird. Diese Leistung bestimmt auch die Haftungsverlagerung im Falle eines Mangels an der Ware.

In der Logistik werden Incoterms häufig genutzt, um die Rechte und Pflichten bei der Versendung von Waren zu regeln. Dabei handelt es sich um eine Reihe von internationalen Abkommen, die auf den ersten Blick etwas kompliziert erscheinen. Doch wenn man die Regeln einmal verstanden hat, ist es einfach, Incoterms zu nutzen. Die Regeln für Incoterms wurden ursprünglich von der Internationalen Handelskammer (ICC) festgelegt und stehen seit über 60 Jahren unter dem Schutz des WIPO-Abkommens.

Welche Incoterms gibt es?

Es gibt insgesamt elf verschiedene Incoterms, die in drei Kategorien eingeteilt sind. Die erste Kategorie umfasst die vier Incoterms für den See- und Binnenhandel, die zweite Kategorie enthält die drei Incoterms für den Luftverkehr und die dritte Kategorie schließlich die vier Incoterms für den Straßen- oder Schienenverkehr. Die Incoterms (International Commercial Terms) sind ein internationaler Satz von Handelsbedingungen, die festlegen, wie die Kosten und Verantwortlichkeiten für den Kauf und Verkauf von Waren zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt werden. Sie wurden ursprünglich im Jahr 1936 vom Internationalen Handelskammer-Komitee herausgegeben. Die aktuelle Version der Incoterms, die als Incoterms 2020 bekannt ist, wurde am 10. Januar 2020 veröffentlicht und enthält 11 verschiedene Klauseln. Die 11 Incoterms können in 4 Gruppen eingeteilt werden. Jeder dieser Terminklassen hat spezifische Anweisungen über die Kosten, die Verantwortlichkeiten und die Risiken des Verkäufers und des Käufers:

  • E - EXW (Ex Works) Der Verkäufer muss seine Waren an einem bestimmten Ort zur Abholung bereithält, aber keine weiteren Dienstleistungen erbringt.
  • F - FCA (Free Carrier): Der Verkäufer muss seine Waren an einem bestimmten Ort an einen Spediteur, Frachtführer oder anderen Transportmitteln liefern.
  • C - CPT (Carriage Paid To): Der Verkäufer ist für den Transport seiner Waren bis zum Zielort verantwortlich ist.
  • D - DAP (Delivered at Place): Der Verkäufer übernimmt alle Transport-, Versicherungs- und Zollabwicklungskosten bis zum Bestimmungsort des Käufers.

Es ist wichtig zu beachten, dass jedes Land seine eigenen gesetzlichen Bestimmungen hat, wenn es um den Import/Export von Waren geht. Daher sollte man vor dem Kauf oder Verkauf von Produkten im Ausland sicherstellen, dass man alle notwendigen Informationen über die jeweilige Rechtsordnung besitzt. Zudem sollte man auch sicherstellen, dass man alle relevanten Gebühren und Steuern berücksichtigt hat, bevor man einen Vertrag abschließt.


Wie werden Incoterms angewandt?

Die Anwendung von Incoterms ist entscheidend, um in internationalen Handelsverträgen Rechte und Pflichten zwischen Käufer und Verkäufer zu klären. Bei der Auswahl der richtigen Incoterms müssen einige Faktoren berücksichtigt werden, beispielsweise die Art des Transports oder die Struktur des Lieferkettennetzwerks. Incoterms werden in den Handelsvertrag zwischen Käufer und Verkäufer aufgenommen und beschreiben die Verpflichtungen beider Parteien in Bezug auf Transport, Versicherung, Abgaben, Versanddokumentation, Zollformalitäten usw. Die Incoterms legen auch fest, wann das Risiko des Warenverlusts vom Käufer auf den Verkäufer übergeht. Der Unterschied zwischen Incoterms liegt vor allem darin, welche Aufgaben der Käufer und welche Aufgaben der Verkäufer übernehmen müssen. Je nachdem, welches Incoterm verwendet wird, muss eine Partei einige oder alle Logistik-Aufgaben übernehmen – von der Organisation des Transports bis hin zur Erstellung notwendiger Dokumente. Bei der Auswahl eines bestimmten Incoterm sollten Käufer und Verkäufer sorgfältig abwägen und sicherstellen, dass es ihren speziellen Bedürfnissen entspricht. Ein falscher Incoterm kann teure Fehler verursachen und erhebliche rechtliche Probleme verursachen. Daher ist es wichtig, mit einem Experten zusammenzuarbeiten, der Ihnen bei der Auswahl des richtigen Incoterm helfen kann. Darüber hinaus ist es sehr wichtig, dass Käufer und Verkäufer die Bestimmungen ihres jeweiligen Landes kennen. Es ist nicht empfehlenswert, internationale Handelstransporte ohne eine gründliche Kenntnis aller relevanten Gesetze und Vorschriften in Bezug auf Zölle und Steuern durchzuführen. Es ist daher ratsam, spezialisierte Berater oder Anwaltskanzleien hinzuzuziehen, um sicherzustellen, dass die Gesetze eingehalten werden. Zusammenfassend liefert Ihnen die richtige Anwendung von Incoterms alle Informationen über den Lieferprozess sowie Rechte und Pflichten aller Beteiligter – vom Hersteller bis zum Endverbraucher.

Die Unterschiede zwischen den Incoterms

Die Incoterms definieren die Verantwortlichkeiten und Rechte der Parteien bei einem Export- oder Importgeschäft. Es gibt verschiedene Arten von Incoterms, die für unterschiedliche Handelspraktiken verwendet werden. Je nach Art des Geschäfts können die Bedingungen variieren, sodass es wichtig ist, sich über die jeweiligen Incoterms zu informieren, bevor ein Vertrag abgeschlossen wird.

Die Unterschiede zwischen den Incoterms liegen vor allem in den Regeln und Verantwortlichkeiten bezüglich des Transports und der Verzollung. Einige Incoterms beschreiben, woher die Waren versendet werden, andere beschreiben, wann der Käufer die Waren erhält und ob der Käufer für die Verzollung verantwortlich ist oder nicht. Einige Arten von Incoterms werden auch verwendet, um festzulegen, welche Kosten vom Verkäufer oder vom Käufer übernommen werden müssen.

In den meisten Fällen unterscheiden sich Ex-Works-Incoterms von dem Free Carrier-Incoterm dadurch, dass dem Käufer mehr Verantwortung für den Transport und die Verzollung übertragen wird. Beim Free Carrier-Incoterm ist es dem Käufer gestattet, selbst eine Spedition oder einen Kurierdienst zu beauftragen. Im Gegensatz dazu muss beim Ex-Works-Incoterm der Verkäufer die Waren direkt an den Käufer liefern und ist für alle anfallenden Lieferkosten verantwortlich. Ein weiterer Unterschied besteht zwischen den Cost Insurance and Freight (CIF)-Incoterm und dem Free On Board (FOB)-Incoterm: Der CIF-Incoterm besagt, dass der Verkäufer für alle anfallenden Lieferkosten sowie Versicherungskosten verantwortlich ist; im Gegensatz dazu hat der Käufer beim FOB-Incoterm alle anfallenden Lieferkosten sowie Versicherungskosten zu tragen.

Auch die Abwicklung steuerlicher Angelegenheiten kann je nach Art des Geschäfts variieren. Beim Delivery Duty Paid (DDP)-Incoterm tritt der Verkäufer in die Rolle des Zahlungspflichtigen ein; er muss daher für alle notwendigen Steuerabgabengebühren aufkommen und auch alle damit verbundene Dokumentation abwickeln. Bei all dieser Arbeit liegt es in seiner Verantwortung sicherzustellen, dass alle gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden und keine Fehler gemacht werden.

Im Gegensatz dazu muss bei Delivery Duty Unpaid (DDU)-Incoterm der Käufer selbst die Abwicklung steuerlicher Angelegenheit erledigen. Es gibt noch andere Unterschiede zwischen den verschiedenen Incoterms, je nachdem welches Geschäft man tätigt – daher sollten sich InteressentInnen vor jedem Vertragsabschluss über deren jeweilige Details informieren, um rechtliche Folgen zum Schutz aller Parteien auszuschließen!

Wie werden Incoterms in der Logistik eingesetzt?

In der Logistik werden Incoterms genutzt, um die Verantwortung für den Transport von Gütern zwischen dem Käufer und dem Verkäufer zu regeln. Die Incoterms legen fest, wer welche Kosten trägt und wann die Güter übergeben werden. Zudem geben die Incoterms Auskunft darüber, wo die Güter abgeladen werden und ob der Käufer die Güter selbst weitertransportieren oder abholen muss. Die am häufigsten genutzten Incoterms sind DAP (Delivered at Place), DDP (Delivered Duty Paid) und FOB (Free on Board).

  • DAP bedeutet, dass der Verkäufer die Güter bis zum angegebenen Bestimmungsort liefert und alle anfallenden Kosten trägt.
  • DDP bedeutet, dass der Verkäufer die Güter bis zum angegebenen Bestimmungsort liefert und alle anfallenden Kosten, einschließlich Zoll- und Einfuhrsteuern, trägt.
  • FOB bedeutet, dass der Verkäufer die Güter an Bord des Schiffes bringt und alle anfallenden Kosten trägt. Der Käufer ist für den weiteren Transport und alle anfallenden Kosten verantwortlich.

Beispiele für den Einsatz von Incoterms in der Praxis

In der Praxis werden Incoterms für eine Vielzahl von Handelsgeschäften verwendet. Im Folgenden sind einige Beispiele aufgeführt, in denen diese Regeln zur Anwendung kommen.

  1. FOB (Free On Board): Dieser Incoterm wird häufig bei Seetransporten verwendet und bedeutet, dass der Verkäufer die Ware bis an Bord des Schiffs liefert und die Kosten für den Transport übernimmt, ab hier jedoch die Verantwortung des Käufers beginnt.
  2. EXW (Ex Works): Der EXW-Incoterm stellt einen sehr einfachen Weg dar, das Eigentum an einem Produkt zu übertragen. Bei diesem Incoterm überträgt der Verkäufer dem Käufer das Eigentum an der Ware, sobald sie bereit ist, am Lagerort des Verkäufers abgeholt zu werden. Der Käufer trägt jedoch alle Transport- und Versicherungskosten für die Beförderung der Ware vom Lagerort des Verkäufers bis zum Bestimmungsort.
  3. CIF (Cost Insurance and Freight): Mit diesem Incoterm tragen sowohl der Käufer als auch der Verkäufer eine gewisse Risikoübernahme: Der Käufer ist verantwortlich für die Auswahl und Bezahlung des Versandunternehmens und trägt alle mit dem Transport verbundenen Risiken; Der Verkäufer ist verantwortlich für die Organisation des Transports sowie für sicherstellen, dass die Ware vollständig versichert ist.
  4. DDU (Delivered Duty Unpaid): Mit diesem Incoterm übernimmt der Verkäufer das Risiko und die Kosten des Transports, aber nicht die Zölle oder Abgaben, die vom Zielort erhoben werden können. Die Zölle oder Abgaben werden vom Empfänger bezahlt und müssen bei Lieferung entrichtet werden.
  5. DDP (Delivered Duty Paid): Der DDP-Incoterm bietet den größtmöglichen Service und Komfort für den Käufer: Der Verkäufer organisiert den Versand, versichert die Ware und übernimmt auch alle im Zielland anfallenden Zölle oder Abgaben. Daher hat der Käufer keine weiteren finanziellen Belastungen zur Erhebung seiner Waren nach Lieferung vor Ort zu tragen. Insbesondere international tretende Unternehmen sollten sich daher unbedingt mit den unterschiedlichen Incoterms vertraut machen, um ihre Handelsgeschäfte rechtssicher abwickeln zu können. Es ist auch ratsam, einen Fachanwalt oder Rechtsberater hinzuzuziehen, um Unsicherheiten im Vorfeld auszuräumen und Missverständnissen vorzubeugen - insbesondere in Bezug auf globale Geschäftsbeziehungen und internationale Vertragsgestaltung.

Liste aller Incoterms

Die Incoterms sind wichtig, da sie den Verkäufer und Käufer eines internationalen Geschäfts darüber informieren, wer welche Teile der Transport- und Zollkosten übernimmt. Es ist wichtig, dass beide Parteien die Incoterms vor dem Abschluss des Vertrages einvernehmlich festlegen. Es gibt insgesamt 11 Incoterms, die in 3 Gruppen unterteilt sind:

  • Gruppe E (EXW): Diese Regeln betreffen die Verpflichtung des Verkäufers zur Übernahme der Kosten des Transports bis zum Bestimmungsort und die Verpflichtung des Käufers zur Übernahme der weiteren Kosten.
    • EXW – Ex Works,
    • FCA – Free Carrier
    • CPT – Carriage Paid To.
  • Gruppe F (FAS): Hier übernimmt der Verkäufer die Kosten bis zur Lieferung an Bord des Schiffs am Hafen des Bestimmungsortes. Der Käufer trägt alle weiteren Kosten.
    • FAS – Free Alongside Ship,
    • FOA – Free On Board
    • DES – Delivered Ex Ship
  • Gruppe C (CIF): Bei dieser Gruppe übernimmt der Verkäufer alle Transport- und Versicherungskosten bis zum Bestimmungsort, aber nicht die Zollabfertigungskosten oder Steuern für den Import in das Land des Käufers.
    • CIF – Cost Insurance and Freight
    • CFR – Cost and Freight
    • DDU – Delivery Duty Unpaid

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