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Stakeholder

Stakeholder – ein Begriff, der in jedem Unternehmen und Projekt zu finden ist. Doch was steckt wirklich hinter dieser Wortverbindung und wie kann man als Unternehmer effektiv mit ihnen umgehen? In diesem Artikel unseres BWL Lexikon schreiben wir alles Wichtige über Analyse, Einbeziehung und Kommunikation.

Was sind Stakeholder?

Stakeholder sind Personen oder Organisationen, die von den Aktivitäten eines Unternehmens betroffen sind oder davon beeinflusst werden. Dazu gehören unter anderem Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter, Investoren oder die Gesellschaft als Ganzes. Das Wort Stakeholder leitet sich vom englischen Verb "to stake" ab, was so viel bedeutet wie "einsetzen". Im Business-sprachlichen Kontext bedeutet es somit, dass jemand etwas in ein Unternehmen "einsetzt", etwa Zeit, Geld oder Arbeitskraft.

Freeman führte 1984 in seinem gleichnamigen Buch den Stakeholder-Begriff in die strategische Managementliteratur ein: A Stakeholder Approach“. Darin definierte er einen Stakeholder als „jede Person oder Gruppe, die die Ziele eines Unternehmens beeinflussen kann oder durch die Handlungen des Unternehmens beeinflusst wird. Diese Definition wurde in den Folgejahren von zahlreichen Autoren weiterentwickelt und präzisiert. In neueren Publikationen wird Stakeholder oft umschrieben als "jede Partei, die vom Fortbestehen und Handeln des Unternehmens abhängig ist bzw. es beeinflusst wird."

Ziel eines jeden Unternehmens sollte es sein, alle seine Stakeholder zufriedenzustellen. Denn nur so kann das Unternehmen langfristig erfolgreich sein. Doch dies ist oft leichter gesagt als getan, da die Interessen der einzelnen Stakeholder oft miteinander im Widerstreit liegen. Ein typisches Beispiel hierfür ist die Situation, in der Kunden ein Produkt zu einem möglichst günstigen Preis haben wollen, während das Unternehmen Gewinn machen möchte. In solchen Fällen muss das Unternehmen einen Kompromiss finden, der beiden Seiten gerecht wird. [1]

Stakeholder Radar
Interne & externe Stakeholder · Interessen & Einfluss
Interne Stakeholder
Externe Stakeholder
Intern
Extern
▶  Stakeholder anklicken für Details zu Interessen, Einfluss und Kommunikationsstrategie
Intern
Mitarbeiter*innen
Mitarbeiter*innen sind der Motor jedes Unternehmens. Sie bringen Kompetenz, Zeit und Engagement ein – und erwarten dafür faire Vergütung, Entwicklungsmöglichkeiten und ein wertschätzendes Arbeitsumfeld.
Einfluss
Sehr hoch
Typ
Intern
Kommunikation
Regelmäßig, transparent, partizipativ
Typische Interessen
Faire Vergütung & Sozialleistungen
Arbeitsplatzsicherheit
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten
Gutes Betriebsklima
Work-Life-Balance
Intern
Management
Das Management trägt die Verantwortung für strategische Entscheidungen und die operative Steuerung. Es steht im Spannungsfeld zwischen Eigentümerinteressen, Mitarbeiterbedürfnissen und Marktanforderungen.
Einfluss
Sehr hoch
Typ
Intern
Kommunikation
Direkt, strategisch, bilateral
Typische Interessen
Unternehmenswachstum & Profitabilität
Entscheidungsfreiheit & Handlungsspielraum
Reputation und Ansehen
Erreichung strategischer Ziele
Intern
Eigentümer & Investoren
Eigentümer und Investoren stellen Kapital bereit und erwarten dafür eine angemessene Rendite. Ihr Einfluss auf strategische Entscheidungen ist in der Regel hoch – besonders bei Kapitalgesellschaften.
Einfluss
Sehr hoch
Typ
Intern
Kommunikation
Formell, periodisch, ergebnisorientiert
Typische Interessen
Maximierung des Unternehmenswerts
Dividenden & Kapitalrendite
Transparenz & Reporting
Risikominimierung
Intern
Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat überwacht das Management und stellt sicher, dass das Unternehmen im Sinne aller Stakeholder geführt wird. Er hat kein operatives Mandat, aber erheblichen strategischen Einfluss.
Einfluss
Hoch
Typ
Intern
Kommunikation
Formell, quartalsweise, berichtspflichtig
Typische Interessen
Compliance & Rechtssicherheit
Langfristige Stabilität
Transparenz der Unternehmensführung
Schutz der Eigentümerinteressen
Extern
Kunden
Kunden sind die wichtigste externe Stakeholdergruppe – ohne sie kein Umsatz. Ihre Zufriedenheit sichert langfristigen Erfolg. Gleichzeitig steigen ihre Ansprüche an Qualität, Service und Transparenz.
Einfluss
Sehr hoch
Typ
Extern
Kommunikation
Kontinuierlich, kundenzentriert, digital
Typische Interessen
Qualität & Preis-Leistungs-Verhältnis
Zuverlässigkeit & Service
Transparenz & Ehrlichkeit
Innovation & Weiterentwicklung
Extern
Lieferanten
Lieferanten sichern die Versorgung mit Rohstoffen, Bauteilen und Dienstleistungen. Eine stabile Lieferbeziehung ist für beide Seiten wertvoll – Vertrauen und langfristige Partnerschaft stehen im Vordergrund.
Einfluss
Mittel bis hoch
Typ
Extern
Kommunikation
Partnerschaftlich, vertragsbasiert
Typische Interessen
Langfristige Lieferverträge
Pünktliche Zahlung
Planungssicherheit
Faire Konditionen
Extern
Staat & Behörden
Staatliche Akteure setzen den regulatorischen Rahmen. Sie haben zwar keinen direkten operativen Einfluss, können aber durch Gesetze, Steuern und Auflagen erhebliche Auswirkungen auf Unternehmen haben.
Einfluss
Hoch
Typ
Extern
Kommunikation
Formell, compliance-orientiert
Typische Interessen
Steuereinnahmen & Wirtschaftswachstum
Einhaltung von Gesetzen & Vorschriften
Beschäftigung & Sozialversicherung
Nachhaltigkeit & Umweltschutz
Extern
Gesellschaft & Medien
Gesellschaftliche Gruppen und Medien formen die öffentliche Wahrnehmung eines Unternehmens. In Zeiten von Social Media kann ihre Wirkung unmittelbar und weitreichend sein – Reputationsmanagement ist daher essenziell.
Einfluss
Mittel bis sehr hoch
Typ
Extern
Kommunikation
Proaktiv, transparent, dialogorientiert
Typische Interessen
Soziale Verantwortung (CSR)
Umwelt- & Klimaschutz
Faire Arbeitsbedingungen
Transparenz & Ethik
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Stakeholder Deutsch

Stakeholder ist ein Begriff aus dem Bereich der Unternehmensführung. Er bezeichnet alle Personen und Gruppen, die von den Entscheidungen und Aktionen eines Unternehmens betroffen sind oder beeinflusst werden können. Stakeholder können ökonomische, soziale oder ethische Interessen haben. Die Zahl der Stakeholder eines Unternehmens ist unterschiedlich hoch und variiert je nach Branche und Geschäftsfeld. [2]

Die Bedeutung von Stakeholdern

Die Bedeutung von Stakeholdern ist unbestritten. Sie sind diejenigen, die das Unternehmen am Leben erhalten und es voranbringen. Die Bedeutung von Stakeholdern liegt somit darin, dass sie den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens maßgeblich beeinflussen können. Sie sind also nicht nur „Betroffene“ des Unternehmens, sondern auch „Akteure“ mit eigenen Interessen, Motiven und Zielen. In der Praxis kann es daher durchaus schwierig sein, die Interessen aller Stakeholder zu berücksichtigen und gleichzeitig erfolgreich zu sein. Es gilt also, einen Balanceakt zu vollziehen: Zum einen müssen die Interessen der Stakeholder berücksichtigt werden, zum anderen darf das Unternehmen seine eigenen Ziele nicht aus den Augen verlieren. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Diskussion um den Klimaschutz. Viele Unternehmen sehen sich hier inzwischen mit dem Druck konfrontiert, ihre Produkte und Dienstleistungen klimafreundlicher zu gestalten oder gar klimaneutral zu produzieren. Gleichzeitig stehen sie aber auch unter finanziellem Druck, da klimafreundliche Produktion oft teurer ist als herkömmliche Produktion. In diesem Spannungsfeld befinden sich also sowohl die Unternehmen selbst als auch ihre Stakeholder – und es gilt, einen Kompromiss zu finden. Stakeholder sind entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens. Sie beeinflussen maßgeblich, wie erfolgreich das Unternehmen agiert und welche Richtung es einschlägt. Gleichzeitig stellen sie aber auch eine Herausforderung dar, da ihre Interessen oft komplex und widersprüchlich sind. Es gilt also, einen Balanceakt zwischen den Interessen der Stakeholder und den eigenen Zielen des Unternehmens zu finden. [3]

Stakeholder Definition

Ein Stakeholder ist ein*e Interessensvertreter*in einer Organisation oder eines Projekts. Diese Person kann direkt oder indirekt von der Entwicklung betroffen sein. Ein direkter Stakeholder ist eine Person, die direkt von einer Entscheidung oder Aktion betroffen ist. Ein indirekter Stakeholder hingegen hat keinen direkten Einfluss auf die Entscheidung oder Aktion, aber dennoch betroffen sein kann. Stakeholder sind Personen, Gruppen oder Organisationen, die ein direktes Interesse an einem Projekt oder einer Organisation haben. Sie können durch die Ergebnisse des Projekts als direkte oder indirekte Weise profitieren oder davon betroffen sein. Es gibt viele Arten von Stakeholdern und es ist wichtig zu verstehen, wer sie sind und was ihre Bedürfnisse sein können.

Stakeholder werden typischerweise in interne Stakeholder (im Unternehmen oder Projekt mitarbeitende Personen) und externe Stakeholder (außerhalb des Unternehmens stehende Anspruchsgruppen, z. B. Investoren) kategorisiert. Intern sind Stakeholder, die Teil der Unternehmenseinheit, des Teams oder der Abteilung sind, in der das Projekt stattfindet. Zu den externen Stakeholdern gehören Kunden, Lieferanten und andere Parteien außerhalb des Unternehmens. [4]

Was ist die Aufgabe des Stakeholdermanagement?

Ein wichtiger Bestandteil der Stakeholdermanagement-Strategie besteht darin, Verantwortlichkeiten zu vergeben und zu verteilen. Dazu gehört auch eine klare Kommunikation mit allen Beteiligten sowie eine geeignete Kontrolle über alle Aktionen im Zusammenhang mit dem Projekt. Es ist wichtig für jedes Unternehmen, regelmäßige Meetings abzuhalten, um alle interessierten Parteien über die Fortschritte des Projekts auf dem Laufenden zu halten und Feedback einzuholen. Auf diese Weise kann das Unternehmen auch effizient auf mögliche Änderungsanforderungen reagieren und seine Pläne entsprechend anpassen. Es ist wichtig zu verstehen, dass jeder Stakeholder andere Anliegen hat und daher muss man versuchen, die Interessenskonflikte zwischen den verschiedensten Parteien zu lösen, damit alle Beteiligten mit dem finalisierten Ergebnis zufrieden sind. Ein erfolgreiches Stakeholdermanagement ermöglicht es Unternehmen auch, positives Feedback von Kunden oder anderen Interessengruppierungen systematisch einzuholen und den Ruf des Unternehmens in der Öffentlichkeit positiv zu beeinflussen. [5]

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Wie werden Stakeholder kategorisiert?

Stakeholder können in verschiedene Kategorien unterteilt werden, je nachdem, welche Art von Beziehung sie zu einer Organisation oder einem Projekt haben. Einige der an den häufigsten verwendeten Kategorien sind:

  1. Primäre Stakeholder: Diese Gruppe besteht aus denjenigen, die direkt vom Erfolg eines Unternehmens oder Projekts profitieren. Dazu gehören Investoren, Kunden und Mitarbeiter. Diese Stakeholder können auch als intern bezeichnet werden, da sie direkt mit dem Unternehmen verbunden sind.
  2. Sekundäre Stakeholder: Diese Gruppe umfasst diejenigen, die indirekt vom Erfolg des Unternehmens oder Projekts profitieren. Ein Beispiel hierfür sind Nachbarn oder Gemeinschaften, die von den Entwicklungsmöglichkeiten des Unternehmens profitieren können. In dieser Kategorie finden sich auch Lobbyisten und Nichtregierungsorganisationen (NGOs).

Es ist wichtig zu beachten, dass es nicht nur zwei Kategorien von Stakeholdern gibt. Viele Organisationen machen eine dritte Kategorie aus – zukünftige Stakeholder – und stellen somit eine breite Palette an Interessengruppen zur Verfügung, die für das Unternehmen wichtig sein könnten. Zukünftige Stakeholder könnten Lieferanten und Geschäftspartner sein sowie bestimmte Branchenvertreter oder politische Akteure. Es ist entscheidend für jedes Unternehmen oder Projekt, gut über alle relevanten Gruppierungen informiert zu sein und deren Bedürfnisse zu verstehen, um erfolgreich sein zu können. Nur so kann man effektive Strategien entwickeln und umsetzen, die sowohl den primären als auch den sekundären Interessengruppierungen gerecht werden, um langfristige Wirkung zu erzielen und gleichzeitig alles Notwendige für den Erfolg des Unternehmens erledigen zu können. [6]

Die Rolle der Stakeholder in Unternehmen

Die Rolle der Stakeholder in Unternehmen ist ein wichtiger Faktor, um den Erfolg eines Unternehmens zu bestimmen. Die Meinung und die Interessen der Stakeholder beeinflussen die strategischen Entscheidungen des Unternehmens und spiegeln die sozialen und ökonomischen Realitäten wider, in denen das Unternehmen operiert. Die Rolle der Stakeholder kann unterschiedlich sein, abhängig von der Branche und dem Produkt des Unternehmens.

In Unternehmen spielen Stakeholder eine wichtige Rolle. Sie sind das Bindeglied zwischen Unternehmen und ihren Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern, Investoren und anderen Interessengruppen. Durch die Einbindung all dieser Gruppen in ein Unternehmen können diejenigen, die mit dem Unternehmen verbunden sind, einen wertvollen Beitrag zu seinem Erfolg leisten. Stakeholder können auf unterschiedliche Weise an der Entwicklung des Unternehmens beteiligt sein. Sie können etwa neue Produkte vorschlagen oder an der Optimierung bestehender Produkte mitarbeiten. Sie können auch neue Ideen vorschlagen und überlegen, wie man Probleme lösen kann. Ebenso haben Stakeholder oft auch Einfluss darauf, wie das Unternehmen seine Ressourcen verwendet und wo es investiert. Eine der größten Herausforderungen für Unternehmen ist es, dass alle Stakeholder zufriedenzustellen. Daher ist es wichtig, dass die Interessengruppen angemessen beteiligt werden und ihre Bedürfnisse ernst genommen werden. Auch sollten Verhandlungsprozesse fair sein und jede Seite gleichermaßen respektvoll behandelt werden. Es ist daher ratsam, einen guten Kompromiss zu finden, der alle Parteien glücklich machen kann. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Stakeholder eine essenzielle Rolle bei der Entwicklung und dem Erfolg eines Unternehmens spielen. Es ist daher wichtig, dass sich alle Beteiligten an den Entscheidungsfindungsprozessen beteiligen und gemeinsame Lösungswege finden. Nur so kann ein Unternehmen erfolgreich sein und langfristig bestehen bleiben. [7]

Stakeholder-Analyse: Einfluss und Interessen systematisch erfassen

Die Stakeholder-Analyse ist ein zentrales Instrument des strategischen Managements. Ziel ist es, alle relevanten Anspruchsgruppen zu identifizieren, ihren Einfluss auf das Unternehmen zu bewerten und ihre Interessen zu verstehen – um daraus gezielte Kommunikations- und Managementstrategien abzuleiten.

Das gebräuchlichste Werkzeug ist die Power/Interest-Matrix, die auf Arbeiten von Mendelow (1991) zurückgeht. Sie ordnet Stakeholder entlang zweier Dimensionen: ihrem Einfluss (Power) auf Unternehmensentscheidungen und ihrem Interesse an der Unternehmensentwicklung. Je nach Position in der Matrix ergibt sich eine andere Handlungsempfehlung:

  • Eng einbinden (hoher Einfluss, hohes Interesse): Diese Stakeholder müssen aktiv in Entscheidungsprozesse einbezogen werden – etwa Investoren, Kunden oder das Management.
  • Zufriedenstellen (hoher Einfluss, geringes Interesse): Stakeholder wie Behörden oder der Aufsichtsrat haben großen Einfluss, verfolgen aber das Tagesgeschäft weniger aktiv. Regelmäßige, strukturierte Kommunikation ist entscheidend.
  • Informieren (geringer Einfluss, hohes Interesse): Mitarbeiter*innen und Lieferanten interessieren sich stark für die Unternehmensentwicklung, haben aber formell weniger Entscheidungsgewicht. Transparenz ist hier der Schlüssel.
  • Beobachten (geringer Einfluss, geringes Interesse): Gesellschaftliche Gruppen oder Medien können schnell an Bedeutung gewinnen – ein kontinuierliches Monitoring ist daher ratsam.

Die interaktive Matrix unten zeigt, wie typische Stakeholder-Gruppen eingeordnet werden können. Klicke auf einen Stakeholder für die passende Strategie-Empfehlung.

Stakeholder Matrix
Power / Interest · Analyse & Strategie
Die Power/Interest-Matrix ordnet Stakeholder nach ihrem Einfluss (Power) und Interesse. Je nach Position ergibt sich eine andere Kommunikations- und Managementstrategie.
↑ Einfluss (Power) ↑
Zufriedenstellen
Hoher Einfluss · Geringes Interesse
Eng einbinden
Hoher Einfluss · Hohes Interesse
Beobachten
Geringer Einfluss · Geringes Interesse
Informieren
Geringer Einfluss · Hohes Interesse
→ Interesse (Interest) →
▶  Stakeholder anklicken für Strategie-Empfehlung und Kommunikationsmaßnahmen
Zufriedenstellen
Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat hat hohen formellen Einfluss – zeigt aber im operativen Tagesgeschäft wenig aktives Interesse. Er muss regelmäßig informiert und in strategischen Fragen eingebunden werden, ohne operative Details zu überhäufen.
Strategie
Keep Satisfied
Regelmäßige, strukturierte Berichte. Frühzeitige Einbindung bei strategischen Entscheidungen. Keine unnötigen Details.
Quartalsberichte & formelle Meetings
Frühzeitige Eskalation bei Risiken
Klare, prägnante Kommunikation
Zufriedenstellen
Staat & Behörden
Staatliche Akteure haben großen regulativen Einfluss, sind aber nicht aktiv am Tagesgeschäft interessiert. Compliance und Transparenz sind entscheidend, um Konflikte zu vermeiden.
Strategie
Keep Satisfied
Vollständige Compliance sicherstellen. Proaktive Kommunikation bei relevanten Themen. Gesetzesänderungen frühzeitig monitoren.
Fristgerechtes Reporting & Meldewesen
Steuerliche & rechtliche Compliance
Lobbying bei relevanten Gesetzgebungen
Eng einbinden
Eigentümer & Investoren
Eigentümer und Investoren kombinieren hohen Einfluss mit hohem Interesse an Unternehmensentwicklung und Rendite. Sie müssen aktiv eingebunden, regelmäßig informiert und in wichtige Entscheidungen einbezogen werden.
Strategie
Manage Closely
Höchste Priorität. Intensive, regelmäßige Kommunikation. Frühzeitige Einbindung in strategische Entscheidungen.
Regelmäßige Investor-Relations-Berichte
Persönliche Meetings bei wichtigen Entscheidungen
Klare Kommunikation von Risiken & Chancen
Eng einbinden
Management
Das Management ist sowohl Stakeholder als auch Entscheider. Hoher Einfluss und hohes Eigeninteresse machen eine enge Abstimmung und klare Zieldefinition essenziell.
Strategie
Manage Closely
Höchste Priorität. Direkte Einbindung in alle strategischen Prozesse. Klare Verantwortlichkeiten und Ziele.
Wöchentliche Abstimmungs-Meetings
Transparenz bei Unternehmenszielen
Anreize & Leistungsbewertung
Eng einbinden
Kunden
Kunden sind die Existenzgrundlage. Ihr Interesse am Produkt ist hoch – und durch Kaufentscheidungen und Bewertungen haben sie enormen Einfluss auf den Geschäftserfolg.
Strategie
Manage Closely
Höchste Priorität. Kontinuierliche Kundenkommunikation. Feedback aktiv einholen und umsetzen.
Regelmäßige Kundenbefragungen & NPS
Proaktiver Kundenservice
Personalisierte Kommunikation
Beobachten
Gesellschaft & Medien
Gesellschaftliche Gruppen und Medien haben oft geringen direkten Einfluss – können aber durch Reputationsdruck und Social-Media-Dynamiken schnell an Bedeutung gewinnen. Monitoring ist essenziell.
Strategie
Monitor
Geringste Priorität – aber nicht ignorieren. Regelmäßiges Monitoring. Bei Eskalation sofort reagieren.
Social-Media- & Medienmonitoring
CSR-Berichte & Nachhaltigkeitskommunikation
Krisenplan für Reputationsrisiken
Informieren
Mitarbeiter*innen
Mitarbeiter*innen haben hohes Eigeninteresse an Unternehmensentwicklung, aber im Vergleich zu Investoren geringeren formellen Einfluss auf strategische Entscheidungen. Regelmäßige, offene Kommunikation ist entscheidend für Motivation und Bindung.
Strategie
Keep Informed
Hohe Priorität. Transparente Kommunikation. Regelmäßige Updates zu Unternehmenszielen und -entwicklung.
Team-Meetings & All-Hands-Sessions
Internes Newsletter & Intranet
Mitarbeitergespräche & Feedback-Kultur
Informieren
Lieferanten
Lieferanten haben direktes Interesse an stabilen Geschäftsbeziehungen, aber meist begrenzten strategischen Einfluss. Klare Kommunikation über Anforderungen und Planungen sichert die Lieferkette.
Strategie
Keep Informed
Mittlere Priorität. Klare Kommunikation von Bedarfen und Planungsänderungen. Partnerschaftlicher Umgang.
Regelmäßige Lieferantengespräche
Frühzeitige Information über Mengenänderungen
Klare Qualitäts- & Lieferbedingungen

Was ist der Unterschied zwischen Stakeholdern und Shareholdern?

Stakeholder und Shareholder sind zwei Gruppen, die von den Aktivitäten eines Unternehmens betroffen sein können. Stakeholder sind Einzelpersonen oder Gruppen, die in irgendeiner Weise mit einer Organisation verbunden sind und deren Entscheidungen beeinflussen oder von diesen beeinflusst werden – sowohl positiv als auch negativ. Dazu gehören beispielsweise Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Anwohner, Nichtregierungsorganisationen oder Wettbewerber.

Shareholder (auch Aktionäre genannt) sind eine spezifische Untergruppe der Stakeholder. Sie sind Anteilseigner eines Unternehmens und besitzen damit Eigentumsrechte. Ihr zentrales Interesse liegt üblicherweise in der finanziellen Rendite, etwa durch Dividenden oder Kurssteigerungen. Allerdings gibt es auch Shareholder, die neben finanziellen Zielen Wert auf soziale oder ökologische Aspekte legen, wie etwa Impact-Investoren oder ESG-orientierte Anleger.

Ein wichtiger Unterschied zwischen beiden Gruppen liegt in ihren Einflussmöglichkeiten: Shareholder haben gesetzlich verankerte Mitspracherechte, beispielsweise durch Stimmrechte auf Hauptversammlungen. Stakeholder ohne Anteilseignerschaft haben hingegen keine formellen Unternehmensrechte, können aber auf andere Weise Einfluss nehmen, etwa durch öffentliche Meinungsbildung, Verhandlungen mit dem Management oder regulatorischen Druck.

Damit ein Unternehmen langfristig erfolgreich ist, sollte es sowohl die Interessen der Shareholder als auch die der Stakeholder berücksichtigen. Ein ganzheitliches Managementansatz (z. B. Stakeholder-Management) kann dazu beitragen, nachhaltige Unternehmensstrategien zu entwickeln, die finanzielle Ziele mit sozialen und ökologischen Verantwortlichkeiten in Einklang bringen. [8] In vielen Unternehmensstrukturen agiert der Prokurist als gesetzlicher Vertreter mit begrenzten Vollmachten – im Unterschied zum Geschäftsführer mit uneingeschränkter Handlungsbefugnis.

 

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Hinweis zur Lesbarkeit und Gehaltsangaben: Um die Lesbarkeit zu verbessern, verwenden wir in ausgewählten Beitrag das generische Maskulinum. Diese Entscheidung dient lediglich der sprachlichen Vereinfachung. Selbstverständlich sind alle Personenbezeichnungen in diesen Text geschlechtsneutral zu verstehen und gelten gleichermaßen für alle Geschlechter. Falls Gehaltsspannen angegeben werden, beziehen sich diese auf Deutschland.

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig

[1] Oxford Handbook of Business and Society – Freeman et al., 2018, (Kap. Stakeholder Perspective).

[2] Gabler Wirtschaftslexikon – Stichwort „Stakeholder“, neueste Auflage (Print-Ausg. 2013, ISBN 978-3834905261)

[3] A Stakeholder Framework for Analyzing & Evaluating Corporate Social Performance – Clarkson, 1995, Acad. of Management Review 20(1), S.106.

[4] Technikum Wien Academy – „Was ist ein Stakeholder?“ (2021)

[5] Harvard Business Review (Online): “How to Manage Stakeholder Engagement”, 2019

[6] Interne vs. Externe Stakeholder – z.B. Lexware.de (Ratgeber) oder Technikum Wien Academy (2021)

[7] OECD Principles of Corporate Governance (2015)

[8] European Financial Review (2020): “Shareholder vs Stakeholder capitalism”