Produktebene · Grundgröße
Stückdeckungsbeitrag (db)
db = Verkaufspreis − variable Stückkosten
Der Deckungsbeitrag pro verkaufter Einheit – die fundamentalste Kenngröße. Er zeigt, wie viel jedes einzelne Stück zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Solange db > 0, lohnt sich die Produktion kurzfristig, selbst wenn das Produkt nach Vollkosten noch Verlust macht.
Beispiel: 50 € Verkaufspreis − 30 € variable Kosten = 20 € db. Jedes verkaufte Stück steuert 20 € zur Fixkostendeckung bei.
Kurzfristige Preisuntergrenze: Der Mindestpreis, bei dem db = 0 ist – also 30 € im Beispiel.
Produktebene · Gesamtsicht
Gesamtdeckungsbeitrag (DB)
DB = Stückdeckungsbeitrag × Absatzmenge
Die Summe aller Stückdeckungsbeiträge für ein Produkt oder eine Produktlinie – zeigt die Gesamtrentabilität. Anders als der Stück-DB berücksichtigt er die tatsächlich abgesetzte Menge und ist damit die Basis für die Erfolgsrechnung.
Beispiel: 20 € db × 1.000 Stück = 20.000 € DB. Dieser Betrag steht zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung.
Alternativ direkt: Umsatz (50.000 €) − variable Gesamtkosten (30.000 €) = 20.000 € DB.
Produktebene · Vergleichsgröße
Deckungsbeitragsquote (DB-Quote)
DB-Quote = Deckungsbeitrag ÷ Umsatzerlöse × 100
Der prozentuale Anteil des Deckungsbeitrags am Umsatz – macht Produkte mit unterschiedlichen Preislagen direkt vergleichbar. Eine hohe DB-Quote signalisiert, dass ein großer Teil jedes Umsatz-Euros nicht durch variable Kosten absorbiert wird.
Beispiel: 20.000 € ÷ 50.000 € × 100 = 40 % DB-Quote. Von jedem Umsatz-Euro bleiben 40 Cent zur Fixkostendeckung.
Auch auf Stückebene: 20 € ÷ 50 € × 100 = 40 % – das Ergebnis ist identisch.
Methode · Kostenrechnung
Direct Costing
Grundsatz: nur variable Kosten → Produkt, Fixkosten → Periode
Keine eigene Kennzahl, sondern ein Kostenrechnungsprinzip: Im Direct Costing werden nur variable Kosten auf Produkte verrechnet, während Fixkosten der Periode als Ganzes zugeordnet werden. Das erleichtert kurzfristige Entscheidungen erheblich – Preisuntergrenzen, Sortimentsoptimierung und Make-or-Buy lassen sich so ohne Willkür bei der Fixkostenschlüsselung beurteilen.
Vorteil im Beispiel: Du siehst sofort: Produkt A (db = 20 €) lohnt kurzfristig, Produkt B (db = −5 €) vernichtet selbst bei Minimalpreisen Wert.
Gegenteil: Vollkostenrechnung – dort werden Fixkosten auf Produkte umgelegt, was Entscheidungen verzerren kann.
System · Einfachstufe
Einstufige Deckungsbeitragsrechnung (DB1)
Betriebsergebnis = DB − fixe Kosten gesamt
Die einfachste Form: Ein einziger Schritt trennt variable von fixen Kosten. Der Gesamtdeckungsbeitrag aller Produkte wird berechnet, dann werden die Fixkosten als Block abgezogen. Schnell und übersichtlich – ideal für Unternehmen mit überschaubarer Kostenstruktur oder für kurzfristige Entscheidungen.
Beispiel: DB 20.000 € − Fixkosten 12.000 € = 8.000 € Betriebsergebnis.
Limitation: Fixkosten gelten pauschal für alle Produkte – keine Differenzierung zwischen produkt- und unternehmensbezogenen Fixkosten.
System · Mehrstufe
Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung (DB1 – DB3)
DB1 − Produktfixkosten = DB2 · DB2 − Bereichsfixkosten = DB3
Die präzisere Variante: Fixkosten werden in Schichten zugeordnet. DB1 (= Umsatz − variable Kosten) deckt die produktspezifischen Fixkosten → DB2. DB2 deckt die Bereichsfixkosten (z. B. für eine Produktgruppe) → DB3. DB3 deckt die Unternehmensfixkosten → Betriebsergebnis.
Vorteil: Man sieht genau, auf welcher Ebene ein Produkt oder Bereich profitable ist – und kann fundiert entscheiden, was abgestoßen oder ausgebaut wird.
Standard in der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung (MSDBR) und Grundlage der Profit-Center-Rechnung.
Gruppenebene · Portfolio
Produktgruppen-Deckungsbeitrag
Produktgruppen-DB = Σ DB aller Produkte der Gruppe
Aggregiert die Einzeldeckungsbeiträge verwandter Produkte zu einem Gruppenwert. Sinnvoll, wenn Produkte einer Linie gemeinsame Ressourcen oder Fixkosten teilen – dann lässt sich die Rentabilität der Gruppe als Ganzes beurteilen, auch wenn einzelne Produkte negative DB aufweisen.
Beispiel: Produkt A (DB 20.000 €) + Produkt B (DB −3.000 €) + Produkt C (DB 8.000 €) = 25.000 € Produktgruppen-DB. Die Gruppe ist profitabel, auch wenn B allein Verlust macht.
Grundlage für Portfolio-Entscheidungen: Wann lohnt es, ein Verlustprodukt im Sortiment zu behalten?
Bereichsebene · Controlling
Bereichsdeckungsbeitrag
Bereichs-DB = Gesamtdeckungsbeitrag − Bereichsfixkosten
Bewertet die Rentabilität eines Geschäftsbereichs, einer Abteilung oder eines Profit Centers. Vom Gesamtdeckungsbeitrag des Bereichs werden die Fixkosten abgezogen, die dem Bereich direkt zugerechnet werden können – ohne die Unternehmensfixkosten, die global anfallen.
Beispiel: Bereich Marketing-Produkte: DB 20.000 € − Bereichsfixkosten 8.000 € = 12.000 € Bereichs-DB.
Steuerungsgröße im Profit-Center-Controlling: Der Bereichsleiter verantwortet genau diesen Wert.
Darstellungsform · Betrag
Absoluter Deckungsbeitrag
Absoluter DB = Umsatzerlöse − variable Kosten (in €)
Der Deckungsbeitrag in Euro – im Gegensatz zur prozentualen DB-Quote. Der absolute DB gibt den konkreten Geldbestand an, der zur Deckung der Fixkosten verfügbar ist. Stärke: zeigt das tatsächliche Volumen; Schwäche: lässt sich ohne Umsatzbezug nicht gut mit anderen Produkten vergleichen.
Beispiel: Produkt X erzielt einen absoluten DB von 20.000 €; Produkt Y einen DB von 5.000 € – obwohl Y eine höhere DB-Quote haben könnte, wenn sein Umsatz geringer ist.
Für Budgetentscheidungen zählt der absolute DB: Welches Produkt bringt mehr Geld in die Fixkostendeckung?
Darstellungsform · Effizienz
Relativer Deckungsbeitrag
Rel. DB = Absoluter DB ÷ Engpassgröße (z. B. Maschinenstunden)
Setzt den Deckungsbeitrag ins Verhältnis zu einer knappen Ressource (Engpass) – z. B. Maschinenstunden, Lagerplatz oder Arbeitskräfte. Bei Engpässen ist der relative DB die entscheidende Kennzahl für die Produktionsprogramm-Optimierung: Produziere das, was pro Engpasseinheit den höchsten Deckungsbeitrag bringt.
Beispiel: Produkt A: DB 20 € / 2 Maschinenstunden = 10 €/h. Produkt B: DB 15 € / 1 Maschinenstunde = 15 €/h. Trotz niedrigerem absolutem DB ist B bei Engpass profitabler.
Grundlage der linearen Programmierung und der Engpassrechnung (Theory of Constraints).