Wirtschaftsethik – Anspruch und Wirklichkeit (Teil 2)

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Die aktuelle Situation

Weiter von: Teil 1: Die Wertedebatte in der BWL

Mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 sowie der darauffolgenden Auflösung der Sowjetunion entstand eine völlig neue, noch nie dagewesene Weltwirtschaftssituation. Statt zweier konkurrierender Wirtschaftssysteme (Planwirtschaft versus Marktwirtschaft) steht das Bekenntnis zur Marktwirtschaft in einer globalisierten Welt.

Der dramatische Boom und Crash der New Economy in den 1990er Jahren stürzte die internationalen Finanz- und Kapitalmärkte in ein erstes Chaos. Das Auf und Ab der Börsen war und ist rational nicht mehr nachvollziehbar.

Parallel zur politischen Revolution verlief der ebenfalls revolutionäre technische Fortschritt auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie. Praktisch ist jede Nachfrage und jedes Angebot weltweit transparent und verfügbar, jede Sekunde des Jahres.

Neben das Internet tritt nun zusätzlich das Internet der Dinge.[1]

Weder die Bankenkrise mit Beginn in 2007, noch alle anderen Fehlentwicklungen sind wissenschaftlich aufgearbeitet, ebenso wenig wie die letztendlichen Konsequenzen heute absehbar sind.[2]

Somit unterscheidet sich die Gegenwart der Wertediskussion (gerade auch in der BWL) von der historischen insbesondere dadurch, dass Dimension und „Qualität“ der Verwerfungen zwischen existenten Wertesystemen bzw. -vorstellungen und praktizierter Werteorientierung ein dramatisches Ausmaß angenommen haben.

Im gesellschaftlichen Wandel werden althergebrachte Werte wieder modern, da es an Orientierung in der Gesellschaft fehlt:

  • Milliardenpakete werden wie Freibier verteilt
  • die weltweite Wirtschaftsentwicklung bereitet nicht nur Politikern und Großunternehmern schlaflose Nächte
  • Verantwortliche wurden gesucht und auch schnell gefunden: Die (Bank-)Manager
  • Die Manager sind jedoch lediglich die Speerspitze einer Gesellschaft, die es, provokant formuliert, genau so gewollt und damit auch nicht anders verdient hat
  • Die voranschreitende Globalisierung bringt jenen Vorteile, die sie egoistisch als Kunde nutzen; die nach sorgfältiger Auswahl nur dort zuschlagen, wo es für sie am billigsten, schnellsten und bequemsten ist, ohne über die negativen Konsequenzen nachzudenken. Sie geißeln also einerseits die Globalisierung und kosten andererseits ihre Früchte voll aus
  • Sozialneid und sinkende Bereitschaft, selbst etwas anzupacken, sind Symptome einer übersättigten Gesellschaft
  • Wo sind die Anreize für diejenigen, die tatsächlich bereit sind, an der auf bewährten oder neuen Werten aufgebauten, sozialen Markwirtschaft mitzuarbeiten?
  • Wo finden wir richtungweisende Betrachtungen für eine neue Werteorientierung?[3]

Die Wertediskussion wird uns deshalb gerade auch in Unternehmen die nächsten Jahrzehnte beschäftigen müssen. Viele Untersuchungen belegen[4], dass erfolgreiche Unternehmen eine auffallend hohe Korrelation in ihren Wertekulturen aufweisen und bestätigen damit den betriebswirtschaftlichen Mehrwert einer praktizierten Werteorientierung.

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Legitimität bedeutet nicht immer auch Legalität

Die Grundeinheit aller sozialen Systeme ist das „Individuum als Handelnder“. Im Prozess seines Handelns, dem Erreichen oder Nichterreichen von Zielen, werden soziale Normen übernommen. So entwickelt sich individuell eine Struktur von normativen Mustern, die in der Interaktion mit anderen Individuen oder sozialen Systemen definiert, welches das richtige oder falsche Verhalten unter den gegebenen Umständen ist. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Legitimität nicht immer auch Legalität (und vice versa) bedeutet. Vielen Bürgern scheint es z.B. legitim, Steuern zu verkürzen bzw. zu hinterziehen, weil sie mit der Verwendung der Steuermittel nicht einverstanden sind. Unternehmen korrumpieren, weil sie ansonsten notwendige Aufträge nicht erhalten und ihre Existenz nicht gefährden wollen, obwohl solches Handeln definitiv illegal ist.[5]

Ein Dilemma ist nicht schwerlich auszumachen, wenn wir z.B. in Deutschland mit ca. 2.260 Milliarden Euro verschuldet sind, aber ein außenpolitisches Rettungspaket dem anderen folgt, anscheinend ausreichend Geld vorhanden ist, insbesondere aber die arbeitende Bevölkerung an Realeinkommen verliert; die Finanzinstitute verdienen wieder überdurchschnittlich, die Sozialsysteme hingegen sind angeblich nicht mehr finanzierbar; die Bundestagsabgeordneten erhöhen sich die Diäten und die Pensionsansprüche jeweils um das Doppelte im Vergleich dazu, was zwischen den Tarifpartnern ausgehandelt wurde; die Managereinkommen sind von 2009 auf 2010 um durchschnittlich 26 Prozent angestiegen, die im Frühjahr 2011 neu gewählte grün-rote Regierung in Baden-Württemberg hat 22 neue Stellen in der Besoldungsgruppe B3 (Grundgehalt ca. 7.000 €/ Monat) eingerichtet etc.

Selbst dort, wo heute Unternehmen wie selbstverständlich in ihrer Business Mission ein klares Bekenntnis zur gesellschaftlichen Verantwortung kommunizieren, ist verbreitet Fehlverhalten zu konstatieren.[6]

Abkehr vom Prinzip der Gewinnmaximierung

Verantwortungsvolle Unternehmensführung heißt Abkehr vom Prinzip der Gewinnmaximierung, ohne auf Gewinnerzielung verzichten zu können. Ethikdeklarationen setzen damit eine kritische Sicht der Art und Weise der Ertragssteigerung voraus.[7] Da diese kritische Sicht nicht selbstverständlich ist, muss eine Gesellschaft immer wieder gesetzliche und moralische Regeln entwickeln.

Moralische Regeln enthalten dann Aussagen wie:

  • welche Verhaltensweisen werden erwartet, um anderen in ihrer Lebensgestaltung nicht zu schaden bzw. sie zu fördern
  • welchen Grenzen müssen individuelle Handlungen im Interesse des Zusammenlebens aller unterliegen
  • welche Wertvorstellungen werden verfolgt

Über den Inhalt solcher Regeln bestehen jedoch oft sehr unterschiedliche Vorstellungen innerhalb einer Gesellschaft, z.B.:

  • Höhe von Managergehältern und/ oder Boni
  • Klimaschutz
  • Schutz des geistigen Eigentums
  • Tierversuche
  • in verschiedenen Kulturen: Polygamie
  • zu verschiedenen Zeiten: Folter, Sklaverei

Regeln, die verbindlich für alle sein sollen, müssen begründet werden können (z.B. sachliche Gründe, Wertehierarchie, moralische Grundsätze). Die bloße Berufung auf Traditionen, die Meinung der Mehrzahl oder das eigene Empfinden genügen aus ethischer Sicht nicht.

Schon Rawls hat betont, dass Regeln vorab gemeinsam vereinbart werden müssen, nicht erst dann, wenn klar ist, wer begünstigt oder benachteiligt sein wird.

Als einige wesentliche Kardinalfragen ergeben sind folglich:

  • Warum werden wider besseres Wissen immer wieder die Wirkungsverbunde außer Acht gelassen, so etwa die Wirkung von Produktionsprozessen auf die Arbeitszufriedenheit oder die Umwelt, Wirkungen von Güterkäufen und Güterverwendung auf menschliche Wertvorstellungen und Normen?
  • Warum sind die das bessere Wissen manifestierenden Methoden, Richtlinien bzw. Regelungen, und last but not least die bestehenden Gesetze nicht zufriedenstellend wirksam?
  • Warum verhält sich der Mensch so, wie er sich verhält. Ist dies genetisch und/ oder sozialisierungsbedingt, und wie kann die BWL in Forschung und insbesondere Lehre darauf positiv gestaltend einwirken?

Da jeder Wirkung (ob positiv oder negativ) eine (meist) menschliche Handlung (Entscheidung) vorausgeht, muss logischerweise von der Hypothese ausgegangen werden, dass der Mensch (Manager, Mitarbeiter, Anteilseigner, Kunde, Lieferant, Politiker etc.) bzw. dessen Handlung/ Unterlassen (Entscheidung) letztendlich ursächlich ist.[8]

„Was können wir tun, um unsere politischen Institutionen [Unternehmen, A.d.V.] so zu gestalten, dass schlechte oder untüchtige Herrscher [Manager, A.d.V.] (die wir natürlich zu vermeiden suchen, aber trotzdem nur allzu leicht bekommen können) möglichst geringen Schaden anrichten können?(…)Die Demokratie erlaubt uns, schlechte oder untüchtige oder tyrannische Herrscher [Manager, A.d.V.] ohne Blutvergießen loszuwerden.“[9]

Kants Prinzip der Autonomie beinhaltet, dass Autorität (Vorgesetzter, Manager, Aufsichtsrat, Politiker etc.) alleine nie als Grundlage der Ethik anzuerkennen ist. Anweisung hin oder her, es steht immer bei uns, kritisch zu urteilen, ob es moralisch zulässig ist, einem Befehl zu gehorchen. Oft ist allerdings der Einzelne machtlos gegenüber der Autorität, kann nur unter hohem persönlichen Risiko (z.B. auf Kosten des Arbeitsplatzes) Widerstand leisten. Ist es uns aber physisch möglich, unsere Handlungsweise zu bestimmen, tragen wir auch die letzte Verantwortung dafür.[10]

„Subkulturen“ (hier z.B. econsense, Attac, Public Eye Award) als Antwort auf gegenwärtiges Wirtschaftsgebaren (hier: Neoliberalismus, Steuerverkürzung, Ausbeutung, Korruption etc.) sind deshalb so wichtig, weil sie eigene Wertesysteme und Codes schaffen. Sie setzen so zumindest wichtige Denkprozesse in Gang, wie einmal die Partei der Grünen oder Greenpeace, Transparency International und Amnesty International.

Gefragt sind nicht nur Verhaltensänderungen auf individueller, sondern insbesondere auf unternehmerischer und politischer Ebene, die auch noch aufeinander abgestimmt sind[11]. Da individuelle Verhaltensänderungen, insbesondere moralisch erwünschte Marktergebnisse, aufgrund der Überforderung des Einzelnen nicht von diesem allein, sondern nur kollektiv herbeigeführt werden können, ist es notwendig (z.B. über staatliche Eingriffe zur Individualisierung des Sozialnutzens), die Interessenkonflikte zu verhindern, indem für alle Konkurrenten Standards an Werten verbindlich festgelegt werden (Zwangseingriffe, z.B. Corporate Governance Kodex) oder durch im Wesentlichen kollektives Handeln (z.B. Fair Trade).

Erst wenn diese Werte über den Sozialnutzen hinweg im Grundnutzen oder Zusatznutzen des Einzelnen verankert werden können (individuelle Struktur normativer Muster), schaffen sie im Zuge der Interaktion individuelle Anreize zu normenkonformem Verhalten[12].

An die Selbstheilungskräfte des Marktes glaubt kaum jemand

„An die Selbstheilungskräfte des Marktes glaubt kaum jemand“[13], und Verantwortung ist nur durch Regeln und nicht durch moralische Appelle zu erreichen (Blessing), ebenso wie gute Corporate Governance in Zukunft eher vom Staat als nur von den freiwilligen Selbstkontrollen der Wirtschaft erreicht werden kann.[14]

„Die Moral hat [hatte, A.d.V.] zudem den Vorteil, dass Grenzen für den Wettbewerb und Regeln für den freien Markt den auch ökonomisch langfristigeren Nutzen beweisen konnten. Grob gesagt: Am besten fährt der Kapitalismus mit Demokratie und Rechtstaatlichkeit. Und die Menschen am besten mit einer Marktwirtschaft, der auf die Finger gesehen wird. Die gesellschaftlichen Prozesse, die dazu nötig sind, nennt man [richtige, A.d.V.] Politik. Anders als die frühen Industriellen wussten die Finanzjongleure über die möglichen Folgen ihres Tuns. Sie haben die Weltwirtschaft ja ‚vergiftet‘, weil sie wussten, dass ihre zu hohen Risiken in faulen Schuldtiteln versteckt werden mussten. Und es waren Politiker, die in den letzten zwanzig Jahren gar nicht genug dafür tun konnten, die Märkte zu deregulieren.“[15]

„Verständlich ist das allenfalls psychologisch: Thatcher, Blair, Schröder, Merkel, Bush, Putin etc. haben in der internationalen Konkurrenz der Finanzmärkte ‚ihren eigenen‘ vehement verteidigt.“[16]

Wirtschaft, Natur und Zukunft müssen wieder an einen Tisch gesetzt werden. Und das geht nur mit einer institutionellen Autorität, die über den Märkten steht.[17] Es ist die „Wisdom of the Crowds“, die Weisheit der Vielen: Wissenschaftler, neue soziale Bewegungen, demokratische Öffentlichkeiten haben aus den Grenzen des Wachstums mittlerweile richtige Schlüsse gezogen. Aber nur durch eine global abgestimmte politische Regulation kann die internationale Finanz- und Wirtschaftswelt davon abgehalten werden, die Staaten und ihre Bürger ein weiteres Mal in ihre Geiselhaft zu nehmen. Politik muss es wieder wollen: der Wirtschaft Grenzen setzen.[18]

„Schwer zu machen? Allerdings. Man kann die Welt vielleicht tatsächlich nicht verändern. Aber man muss es doch wenigstens versuchen! Wer heute Politik als Beruf ergreift, muss sich als Weltverbesserer verstehen. Es ist nämlich höchste Zeit, dass die Welt das Geld regiert.“[19][20]

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Hier ist deshalb auch anzumerken, dass eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Ergebnissen von Konsumentenbefragungen hinsichtlich der Relevanz von Wertvorstellungen im Rahmen von Kaufentscheidungen und dem tatsächlichen Kaufverhalten besteht. „Most consumer research is highly dubious, because there is a gap between what people say and what they do.“[21] Die Diskrepanz besteht hauptsächlich darin, dass die Mehrheit zwar ethische Erfordernisse wie humane Arbeitsbedingungen, Umwelt-verträglichkeit oder Schutz des geistigen Eigentums als essentiell für eine Gesellschaft hält, für sich persönlich aber nicht prioritär. „Indeed, they often stated that someone other than the individual consumer should be responsible: the law (‚the government should protect the environment‘), the competitive market (‚it’s too bad, but all sneaker companies do this‘), the companies themselves (‚advertising should let us know about this‘), or the overall system (‚I cannot do anything, so why bother thinking about it?‘).“[22]

Anscheinend gibt es auch keine stichhaltigen Belege dafür, dass die vorgenannte Einstellung für spezifische Kundensegmente (Nationalität, Bildung, Geschlecht, Einkommensverhältnisse etc.) gilt. Allerdings besteht die begründete Hoffnung, dass ähnlich wie bei der Marktpenetration des Internet, innerhalb der nächsten Generation von Konsumenten es mehr und mehr selbstverständlich wird, „gewohnheitsmäßig“ nach ethischen Gesichtspunkten einzukaufen.

Einklang herzustellen zwischen Individualethik, Unternehmensethik und Rahmen-, Ordnungs- bzw. Institutionenethik hinsichtlich der jeweiligen Nutzenerwartung ist dezidierte Aufgabe der Wirtschaftsethik.

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[1] Vgl. ITU Internet Reports 2005: The Internet of Things, 2005, 7th edition, www.itu.int/internetofthings
[2] „Die durch die Finanzkrise ausgelöste schwere Rezession wird Deutschland nach Experten-Ein-schätzung bis Ende kommenden Jahres rund eine Viertel Billion Euro an Wohlstandsverlusten kosten. Je Bundesbürger wäre das ein Schaden von etwa 3000 Euro, hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) für den Berliner ‚Tagesspiegel‘ geschätzt.“ http://magazine.web.de/de/themen/finanzen/wirtschaft/8899674-Finanzkrise-kostet-jeden-Buerger-3000-Euro.html; 12.09.2009
[3] o.V., Über den Tellerrand, http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/488420; 08.03.2010
[4] Vgl. Hilb, M., Oertig, M., HR Governance, Wirksame Führung und Aufsicht des Board- und Personalmanagements, Köln, 1. Auflage 2010
[5] Vgl. Parsons, T., Beiträge zu einer soziologischen Theorie, hrsg. v. Dietrich Rüschemeyer. Neuwied/ Berlin 1964, daraus: „Systematische Theorie in der Soziologie. Gegenwärtiger Stand und Ausblick“, S. 31-40, 52-64 („Wesen und Funktionen einer systematischen Theorie“, „Grundzüge einer strukturell-funktionalen Theorie sozialer Systeme“); http://www.ifs.tu-darmstadt.de/fileadmin/soziologie/Schmiede_Lehre/Textbesprechung/Wowes-Textbesprechung-Parsons_060131.pdf; 19.11.2009
[6] Vgl. Galuska, J. (Hrsg.), Pioniere für einen neuen Geist in Beruf und Business. Die spirituelle Dimension im wirtschaftlichen Handeln, 2004
„Große Aktiengesellschaften belasten das Sozialsystem und damit die Allgemeinheit, indem sie Mitarbeiter entlassen, obwohl sie Gewinne erwirtschaften. Nur durch den Staat konnte im Jahr 2009 das Bankensystem in Deutschland gerettet werden. Dieses Rettungspaket kostet den deutschen Steuerzahler im schlimmsten Fall 480 Mrd. Euro. In der Praxis stellt man allerdings fest, dass die Nachfrage nach einer werteorientierten Unternehmensführung, Ethik und Spiritualität vor allem bei den nachhaltig erfolgreichen und vorausschauenden Unternehmen spürbar ansteigt. Die Metropolregion Nürnberg z.B. ist derzeit dabei, sich als führende familienfreundlichste Wirtschaftsregion zu positionieren. Dabei wird mit der Initiative ‚mehr Zeit für Ethik‘ auch für das wertschätzende Miteinander sensibilisiert.“
[7] Vgl. Bruckner, R., a.a.O.
[8] „Wo es um menschliches Handeln und Entscheiden geht und wo andere Menschen oder Lebewesen von diesem Handeln betroffen sind, entstehen moralisch relevante Fragestellungen.“ Kleinfeld, A., Persona Oeconomica, Heidelberg 1998
[9] Popper, K., Auf der Suche nach einer besseren Welt, Vorträge und Aufsätze aus dreißig Jahren, München 1984, S. 57f
[10] ebd., S. 59f
[11] Hopfenbeck, W., a.a.O., S. 977
[12] Vgl. http://www.spieltheorie.de/Spieltheorie_Grundlagen/gefangenendilemma.htm
„Das Gefangenendilemma ist vermutlich das bekannteste Spiel, das die Spieltheorie jemals hervorgebracht hat. „Das Gefangenendilemma ist ein Dilemma nicht des (Singular), sondern der Gefangenen (Plural), nicht ein prisoner’s dilemma, sondern ein prisoners‘ dilemma, eine soziale Anreizfalle. Aus der kann man sich nicht individuell durch eine geänderte Strategie befreien, sondern nur kollektiv durch eine geänderte Strategiekombination. Auch die anderen müssen mitmachen, sie müssen – aufgrund im Meta-Spiel veränderter Anreize – mitmachen wollen, so dass alle Akteure ein Handlungsinteresse haben, sich ihrem Regelinteresse gemäß zu verhalten. Wird dies nicht systematisch beachtet, gerät Ethik in die Gefahr, den einzelnen Akteur zu überfordern, weil ihm aufgebürdet wird, was eigentlich nur eine bindende Institution zu leisten vermag: Anreize zu setzen, die einen Wechsel der Strategiekombination für jeden einzelnen Akteur individuell vorteilhaft machen.“
Vgl. auch Pies, I., Methodologischer Hobbesianismus und das Theorieprogramm einer interessen-basierten Moralbegründung; WiWi-Online.de, Hamburg, Deutschland, 2006; http://www.wiwi-online.de/start.php?a_title=531&ar=319
[13] Sanjo, J., 63. Dt. Betriebswirtschafter-Tag 2009
[14] ebd.
[15] o.V., Wer regiert das Geld?, http://www.zeit.de/wirtschaft/2009-09/finanzgipfel-geld-krise; 22.09.2009
[16] ebd.
[17] ebd.
[18] ebd.
[19] ebd.
[20] Winkler, H.A., Geschichte des Westens 1, 2009
„Freilich, und eben das macht ein herausragendes Charakteristikum des Westens aus, die Überwindung dieser Missetaten geschah meistens von innen heraus durch die Völker selbst. Geschehenes ließ sich nicht mehr rückgängig machen, aber der Widerstand dagegen wuchs in den westlichen Ländern selbst bis zur schließlichen Einstellung dieser Untaten.“
[21] Devinney, T., Auger, P., Eckhardt, G.M., Values vs. Value, in: strategy+business magazine, Issue 62, 2011
[22] ebd.

 

Quellen:

  • Brinkmann, J., Pies, I., Diskussionspapier Nr. 05-1 Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik: Corporate Citizenship: Raison d’etre korporativer Akteure aus Sicht der ökonomischen Ethik
  • Bruckner, R., „Gewinnmaximierung ist nicht rechtfertigungsfähig“, http://derstandard.at/1271374644444/Wirtschaftsethiker-im-Interview-Gewinnmaximierung-ist-nicht-rechtfertigungsfaehig; 21.04.2010
  • Devinney, T., Auger, P., Eckhardt, G.M., Values vs. Value, in: strategy+business magazine, Issue 62, 2011
  • Gärtner, E.L., Wirtschaftsnobelpreis 2009 an Elinor Ostrom und Oliver Williamson: Eine Ohrfeige für den „Klimaschutz“, http://ef-magazin.de/2009/10/15/1565-wirtschaftsnobelpreis-2009-an-elinor-ostrom-und-oliver-williamson-eine-ohrfeige-fuer-den-klimaschutz; 03.03.2010
  • Galuska, J. (Hrsg.), Pioniere für einen neuen Geist in Beruf und Business. Die spirituelle Dimension im wirtschaftlichen Handeln, 2004
  • Grochla, E., Hrsg., Betriebswirtschaftslehre Teil 1: Grundlagen, Stuttgart 1978
  • Hardin, G., The Tragedy of the Commons. In: Science. 162/1968. S. 1243-1248 (deutsch in: Michael Lohmann (Hrsg.): Gefährdete Zukunft. Hanser, München 1970, S. 30-48 und dtv Bd. 920, München 1973, S. 29-46)
  • Hilb, M., Oertig, M., HR Governance, Wirksame Führung und Aufsicht des Board- und Personalmanagements, Köln, 1. Auflage 2010
  • Hopfenbeck, W., Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Managementlehre, 14. Aufl., München 2002
  • Kleinfeld, A., Persona Oeconomica, Heidelberg 1998
  • Ostrom, E., Governing the Commons: The Evolution of Institutions for Collective Action. Cambridge University Press, Cambridge 1990, ISBN 0-521-40599-8, deutsch: Die Verfassung der Allmende. Mohr, Tübingen 1999, ISBN 3-161-46916-X
  • o.V., ITU Internet Reports 2005: The Internet of Things, 2005, 7th edition, www.itu.int/internetofthings
  • o.V., Über den Tellerrand, http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/488420, 08.03.2010
  • Parsons, T., Beiträge zu einer soziologischen Theorie, hrsg. v. Dietrich Rüschemeyer. Neuwied/ Berlin 1964, daraus: „Systematische Theorie in der Soziologie. Gegenwärtiger Stand und Ausblick“, S. 31-40, 52-64 („Wesen und Funktionen einer systematischen Theorie“, „Grundzüge einer strukturell-funktionalen Theorie sozialer Systeme“); http://www.ifs.tu-darmstadt.de/fileadmin/soziologie/Schmiede_Lehre/Textbesprechung/Wowes-Textbesprechung-Parsons_060131.pdf; 19.11.2009
  • Pies, I., Nachhaltigkeit: eine semantische Innovation von welthistorischer Bedeutung; WiWi-Online.de, Hamburg, Deutschland, 2007; online im Internet unter http://www.wiwi-online.de/start.php?a_title=531&ar=328
  • Pies, I., Methodologischer Hobbesianismus und das Theorieprogramm einer interessen-basierten Moralbegründung; WiWi-Online.de, Hamburg, Deutschland, 2006
  • Thielemann, U., Die Macht des Kapitals und die Ohnmacht der Moral, http://www.nzz.ch/blogs/nzz_votum/nzzvotum_wirtschaft_ethik/die_macht_des_kapitals_und_die_ohnmacht_der_moral_1.5339875.html; 31.03.2010
  • Winkler, H.A., Geschichte des Westens 1, 2009
  • Wöhe, G., Döring, U., Einführung in die allgemeine Betriebswirtschaftslehre 20., neubearb. Aufl., München 2000
  • Zirus, W., Schmidkonz, C., Impact Investing oder der Wunsch nach „Doing Good while Doing Well“ (Teil 1), http://www.munich-business-school.de/insights/2016/08/impact-investing-2/, 26.08.2016
Prof. Dr. Gottfried J. Schäffner
Über Prof. Dr. Gottfried J. Schäffner 8 Artikel
Prof. Dr. Gottfried J. Schäffner, Dipl.-Kfm., studierte BWL an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, war wiss. Assistent und nach der Promotion zum Dr.rer.pol. Akad. Rat am Lehrstuhl f. Industriebetriebslehre. Er ist Gründungsmitglied der Unternehmensberatung tms institut für markt&technik strategien und hatte leitende kaufmännische Funktionen in mittelständischen Unternehmen inne. Prof. Dr. Schäffner ist seit 2003 Dozent an der MBS, mit den Schwerpunkten Allgemeine BWL und Wirtschaftsethik. Dozentenprofil und Veröffentlichungen