Ich bin Maryam, Masterstudentin in Finance an der Munich Business School. Im Rahmen meines Masterstudiums habe ich kürzlich an einem Beratungsprojekt gearbeitet, in dem untersucht wurde, wie KI und Automatisierung die Welt der Geldanlage verändern.
Eines wurde schnell klar: Boutique-Vermögensverwalter stehen unter erheblichem Druck. Bedrängt durch schrumpfende Margen, steigende Betriebskosten und das unaufhaltsame Wachstum des passiven Investierens, insbesondere bei der Generation Z, fällt es diesen Unternehmen immer schwerer, im Wettbewerb zu bestehen.
Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, hat unser Team gemeinsam mit Exactimo, einem auf KI-Schulungen und -Implementierung spezialisierten Unternehmen, die Herausforderungen analysiert, denen Boutique-Fonds im Vertrieb gegenüberstehen. Wir haben uns dabei insbesondere darauf konzentriert, wie jüngere, digital geprägte Anleger ihre Entscheidungen treffen und wo KI und Automatisierung diesen Unternehmen helfen könnten, Anleger effektiver zu gewinnen und zu binden.
Die interessanteste Erkenntnis war paradox: Obwohl jüngere Anleger Digital Natives sind, sehnen sie sich dennoch nach menschlichem Input – sei es, dass sie den Empfehlungen von Familie und Freunden vertrauen, oder dass sie die Ansichten und Überzeugungen der Portfoliomanager hinter aktiven Fonds verstehen wollen.

Dies ist eine echte Chance für Boutiquen: KI und Automatisierung im Vertrieb und Marketing können dazu beitragen, diese menschliche Überzeugungskraft zu verstärken, und so schlanke Vertriebsteams dabei unterstützen, mehr Menschen zu erreichen (unsere Erkenntnisse dazu finden Sie in dieser Zusammenstellung von Fallstudien zur Geschäftsautomatisierung).
Auch wenn wir uns auf jüngere Anleger konzentriert haben, war die allgemeine Botschaft eindeutig: Obwohl die Technologie die Investmentbranche grundlegend verändert, spielen Vertrauen, Überzeugung und zwischenmenschliche Beziehungen bei finanziellen Entscheidungen nach wie vor eine zentrale Rolle. Unternehmen, denen es gelingt, KI mit authentischem menschlichem Engagement zu verbinden, sind am besten aufgestellt, um die nächste Generation von Anlegern anzusprechen.
Frederic, Gründer von Exactimo, reflektierte über das Projekt: „Es war eine wunderbare Erfahrung, gemeinsam mit Bhoomika Moganna, Liang Wanyu, Maryam Seyfi und Shakti Singh zu untersuchen, wie KI und Automatisierung kleineren Investmentfonds helfen können, ihre typischen Vertriebsherausforderungen zu meistern. Ich kann eine Zusammenarbeit mit der Munich Business School bei Beratungsprojekten wärmstens empfehlen – tatsächlich plane ich bereits ein zweites Projekt für den Herbst.“
Er erwähnt auch, wie reibungslos der Ablauf war: „Ich habe mit Béatrice Mellinghoff, Leiterin des Career Center & Corporate Relations, zusammengearbeitet, die in enger Abstimmung mit dem zuständigen Fachbereich (in unserem Fall Prof. Dr. Eva Stumpfegger, Professorin für Finanzwesen) ein Team motivierter Studierender zusammengestellt hat, um spezifische betriebswirtschaftliche Fragen mit neuen Perspektiven und gut strukturierten Analysen zu beantworten.“
Frederic führte weiter aus, dass Unternehmen heutzutage die Verantwortung hätten, Nachwuchstalente einzustellen oder zu gewinnen – in einer Welt, in der sich „die Organisationsstruktur aufgrund von KI und Automatisierung von Dreiecken zu Rauten wandelt, wodurch sich der ‚Trainingsplatz‘ für junge Köpfe verringert, auf dem sie die Erfahrung und das Selbstvertrauen sammeln können, die sie benötigen, um im heutigen Arbeitsleben voranzukommen“.
Es sei außerdem darauf hingewiesen, dass studentische Beratungsprojekte an der Munich Business School für Unternehmen keine Kosten verursachen (abgesehen von ein wenig Zeitaufwand). Wenn Ihr Unternehmen auf der Suche nach neuen Perspektiven und frischen Ideen ist, können Sie hier Ihr Interesse bekunden.