Wie die Munich Business School mit dem Coronavirus umgeht

Coronavirus

Das Coronavirus breitet sich weiter aus und bestimmt die weltweiten Schlagzeilen. In manchen Regionen Deutschlands und der Welt ist das öffentliche Leben extrem eingeschränkt: Großveranstaltungen werden abgesagt, Schulen und Hochschulen bleiben geschlossen bzw. verlegen den Semesterstart, um eine weitere Verbreitung des Virus zu vermeiden. Im Interview berichtet die Hochschulleitung, Dekan Prof. Dr. Stefan Baldi und Kanzlerin Nathalie von Seyfried, wie die Munich Business School mit der Situation umgeht und welche Vorkehrungen die Hochschule trifft.

Wie sieht die Situation aktuell an der Munich Business School aus?
Nathalie von Seyfried: Die positive und beruhigende Nachricht vorab: An der MBS gibt es zum aktuellen Zeitpunkt nach wie vor keinen nachgewiesenen Fall von COVID-19. Der Betrieb läuft mit wenigen Einschränkungen wie gewohnt und wir als Hochschulleitung sehen kein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Natürlich behalten wir die tagesaktuellen Entwicklungen im Auge und haben für den Fall der Fälle auch einen mehrstufigen Notfallplan ausgearbeitet. Darüber hinaus haben wir einen Krisenstab bestehend aus der Hochschulleitung und Vertretern der Professoren-, Studierenden- sowie Mitarbeiterschaft eingerichtet, um auf Situationsveränderungen schnell und zielgerichtet reagieren zu können.

Wie reagieren und verhalten sich die Studierenden?
Prof. Dr. Stefan Baldi: Die Reaktionen der Studierenden auf die gesundheitliche Situation in Deutschland und der Welt fallen sehr unterschiedlich aus: Es gibt Studierende, die dem Ganzen mit Fassung und relativer Gelassenheit begegnen, zum anderen erreichen uns aufgrund der hohen Mobilität und Internationalität unserer Studierenden aber auch vermehrt Anfragen von Studierenden und teils deren Eltern, in denen ihre Ängste und Besorgnisse zum Ausdruck kommen. Eltern aus dem Ausland kontaktieren uns teilweise und möchten ihr Kind nachhause holen, weil sie fürchten, dass ihr Kind aufgrund der Infiziertenzahl in Deutschland zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr ins Heimatland einreisen darf. Deutschland oder Bayern ist zwar kein erklärtes Risikogebiet, aber auf die Berichterstattung im Ausland haben wir keinen Einfluss. Um den Sorgen auf Augenhöhe und mit Respekt zu begegnen und um zu vermeiden, dass uns Studierende aus Angst verlassen und die Professorinnen und Professoren vor leeren Unterrichtsräumen stehen, haben wir beschlossen, den Unterricht ab Montag, den 16. März, auf den Online-Betrieb umzustellen. Ich möchte betonen, dass es sich hierbei um eine reine Vorsichtsmaßnahme entsprechend der Richtlinien des Bayrischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst handelt. Es bedeutet nicht, dass die MBS offiziell geschlossen ist – der Verwaltungs- und Forschungsbetrieb läuft ganz normal weiter und alle, die möchten, nicht krank sind und in den vergangenen 14 Tagen kein Risikogebiet besucht haben, können die Hochschule weiterhin aufsuchen.

Was bedeutet die Umstellung auf Online-Vorlesungen konkret für die Studierenden?
Prof. Dr. Stefan Baldi: Die Online-Veranstaltungen werden über die Software Microsoft Teams durchgeführt, die allen Studierenden, Dozierenden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MBS zur Verfügung steht. In den vergangenen Tagen haben wir dafür gesorgt, dass alle Beteiligten wissen, wie diese Software funktioniert und zu bedienen ist. Auf diese Weise ist es allen Studierenden möglich, regulär an den Lehrveranstaltungen der MBS teilzunehmen – von einem Ort aus, an dem sie sich sicher fühlen. Auch im Onlinebetrieb ist uns als Hochschule daran gelegen, die hohe Interaktivität unserer Kurse zu bewahren. Deshalb finden die Veranstaltungen auch online in kleinen Gruppen statt, sodass die Studierenden zu Wort kommen und virtuelle Diskussionen geführt werden können. Die Umstellung auf den Online-Betrieb hat natürlich auch Auswirkungen auf die Prüfungen, hier sind wir aktuell daran, die Details zu klären. Die Wiederaufnahme des Vorlesungsbetriebs mit Präsenzveranstaltungen ist aktuell für den 20. April 2020 geplant.

Welche weiteren Maßnahmen ergreift die MBS in Bezug auf das Coronavirus?
Nathalie von Seyfried: Schon zu Beginn der Ausbreitung des Coronavirus haben wir unser sanitäres Angebot aufgestockt: Alle Toilettenräume sind mit Desinfektionsspendern und ausführlichen Informationen zum richtigen Händewaschen ausgestattet. Darüber hinaus setzen wir auf eine No-Handshake-Policy und begegnen Studierenden, Mitarbeitern und externen Gästen stattdessen mit einem freundlichen Lächeln. Größere Veranstaltungen wie beispielweise unsere Gala und Zeugnisverleihung haben wir vorsorglich auf einen späteren, noch unbestimmten Zeitpunkt verschoben. In Kürze werden wir auch auf unserer Website Informationen zum Coronavirus und zur aktuellen Lage an der MBS zur Verfügung stellen.