Mit über 3500 Hochschuleinrichtungen in öffentlicher und privater Hand präsentiert sich Frankreichs Hochschullandschaft sehr facettenreich. Sie wird von einer Vielzahl verschiedener Hochschultypen geprägt. Die drei wichtigsten sind die Universités (Universitäten), Instituts Universitaires de Technologie (IUT) und die Grandes Écoles / Écoles Supérieures.
Die knapp 80 französischen Universitäten verfügen über ein breites Fächerangebot und sind ohne große Zulassungsbeschränkungen frei zugänglich. An die Universitäten formal angeschlossen, in ihrem Handeln aber weitestgehend eigenständig sind die Instituts Universitaires de Technologie (IUT). Sie bieten zweijährige Kurzstudiengänge (filières courtes) im Dienstleistungs- und Industriesektor an, die aufgrund ihrer Praxisnähe und Unternehmensanbindung der deutschen Ausbildung ähneln. Den Universitäten gegenüber stehen die Grandes Écoles – Frankreichs Kaderschmieden für zukünftige Führungskräfte, die den hohen Stellenwert der Eliteförderung in Frankreich verdeutlichen. Sie beschränken sich auf eine bis zwei Fachrichtungen und bieten eine erstklassige praxisorientierte und international ausgerichtete Ausbildung. Möchtest du an einer Grande École in Frankreich studieren, musst du ein strenges Auswahlverfahren (Concours) durchlaufen. Neben diesen drei Hochschultypen findest du beim Studieren in Frankreich spezialisierte Hochschulen für Fächer wie Medizin oder Kunst (Écoles spécialisées), praxisorientierte Instituts Universitaires Professionalisés (ähnlich deutschen FHs), Business Schools sowie zahlreiche private und kirchliche Einrichtungen.
2024 haben in Frankreich ca. 3 Millionen Menschen studiert, wovon mehr als 43.000 (14%) aus dem Ausland kamen – ein überaus hoher Wert. Aufgrund der sprachlichen Nähe ist Studieren in Frankreich vor allem bei Studierenden aus Marokko, Algerien, Italien, dem Senegal, aber auch aus China beliebt. In Frankreich kannst du aber nicht nur auf Französisch, sondern auch auf Englisch studieren. Besonders interessant für deutschsprachige Studierende sind zudem die fast 200 deutsch-französischen Studiengänge, die zu gefragten Doppel- oder Dreifachabschlüssen führen.