Verantwortungsvolle Managementausbildung in der Praxis (Teil 1)

MBS PRME

Die MBS unterstützt die Principles for Responsible Management Education (PRME)

Als eine der ersten deutschen Wirtschaftshochschulen hat sich die Munich Business School bereits 2013 zu den Prinzipien der verantwortungsvollen Managementausbildung (Principles for Responsible Management Education, PRME) bekannt. Ziel der von den Vereinten Nationen gegründeten Initiative ist es, nachhaltige Persönlichkeitsbildung an Wirtschaftshochschulen weltweit zu verankern – basierend auf den Sustainable Development Goals der UN. Die Mitglieder der Initiative dokumentieren ihre Fortschritte regelmäßig öffentlich. So schaffen sie eine gemeinsame „learning community“ für Hochschulen auf der ganzen Welt. Im aktuell veröffentlichten SIP Report (Sharing Information on Progress) dokumentiert die Munich Business School ihre vielfältigen Aktivitäten auf diesem Gebiet.

„Tue Gutes und rede darüber“ ist nicht mehr genug

In einem Blog-Beitrag hat MBS Professor Dr. Christian Schmidkonz veranschaulicht, warum „Conscious Business“ – Unternehmertum zum Wohle von „people, planet, and profit“ – die Zukunft gehören muss. MBS Professorin und Social-Entrepreneurship-Expertin Dr. Barbara Scheck hat sich in ähnlicher Weise mit dem Thema auseinandergesetzt.

MBS Social Innovation
© patpitchaya – iStock.com

Und tatsächlich: Vor allem seit der weltweiten Finanzkrise 2007 hat die Forderung nach sozialem und verantwortungsbewusstem Unternehmertum in der öffentlichen Wahrnehmung eine noch stärkere Aufmerksamkeit erhalten. Zahlreiche weitere unternehmerische Verstöße gegen Ethik und Moral wie beispielsweise die Dieselgate-Affäre um Volkswagen und weitere Automobilhersteller oder die jüngsten Sexismus-Skandale in den Innovationsschmieden des Silicon Valley zeigen: Es ist höchste Zeit für einen Wandel hin zu sozialem und verantwortungsvollem unternehmerischen Handeln.

Lange Zeit war es für Unternehmen noch ausreichend, ihre soziale Verantwortung durch mehr oder weniger intrinsisch motivierte Corporate-Social-Responsibility-Aktivitäten zu „beweisen“. Die Glaubwürdigkeit dieses oft als reines „Greenwashing“ betriebenen Gebarens – ganz im Sinne des viel zitierten PR-Credos „Tue Gutes und rede darüber“ – schwindet jedoch zunehmend.

MBS Bachelor-Absolvent Ahmad Khudir hat sich in seiner Abschlussarbeit mit der Frage beschäftigt, wie CSR die Kaufentscheidung von Kunden beeinflusst: Der Verbraucher des 21. Jahrhunderts ist, unter anderem durch den Austausch in den sozialen Medien und hohe Medientransparenz, aufgeklärt und gut informiert. Er legt Wert auf ethisch korrektes Verhalten von Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen er kauft. Schließlich werden Unternehmen heute als wichtige Teilhaber am gesellschaftlichen Leben begriffen, was sich auch im Konzept des „Corporate Citizenships“, des Unternehmens als Bürger, ausdrückt. Das erfordert ein neues Denken bei Unternehmern und neue Management-Modelle.

Die Unternehmer von morgen setzen schon heute auf Nachhaltigkeit

Moderne Unternehmer haben diese Entwicklung erkannt und verstanden. Sie gründen sogenannte „Social Businesses“, Unternehmen, die die Lösung sozialer und/oder ökologischer Probleme in gleicher Weise anstreben wie den kommerziellen Erfolg.

Als Beispiel sei das Unternehmen Fairphone genannt, das Mobiltelefone unter fairen Arbeits- und Umweltbedingungen und aus fair gehandelten und konfliktfreien Rohstoffen herstellt. Man erinnere sich in diesem Zusammenhang an den Foxconn-Skandal, der Apple im Jahr 2010 in Erklärungsnöte brachte. Unternehmen wie Fairphone zeigen, dass solche Vorkommnisse vermeidbar sind, wenn man sie denn vermeiden will.

Weitere Beispiele für die zunehmende Orientierung in Richtung unternehmerische Nachhaltigkeit und Verantwortung sind „Socially Responsible Investing“ (SRI) und „Impact Investing“ (IMPIN). Diese Investitionsstrategien bauen auf Investments in solche Unternehmen, die über eine gute Balance zwischen Unternehmensführung und Responsibility-Faktoren verfügen (die MBS Professoren Dr. Christian Schmidkonz und Dr. Wolfgang Zirus haben sich in einer Blogserie näher mit Impact Investing beschäftigt).

Auch die sogenannten „Social Banks“ gewinnen an Popularität: Sie vergeben Kredite transparent und ausschließlich an Organisationen, deren unternehmerische Tätigkeit auf Nachhaltigkeit basiert. In Zeiten sinkenden Vertrauens in die Geldinstitute (und deren Akteure) ein wichtiges Kriterium für viele Verbraucher.

Wir engagieren uns für die Prinzipien verantwortungsvollen Unternehmertums

Für uns als moderne Wirtschaftshochschule bedeutet das: Es darf nicht alleine unsere Aufgabe sein, unseren Studierenden betriebswirtschaftliches Fachwissen zu vermitteln und ihnen Methoden mit auf den Weg zu geben, dieses Wissen in der Praxis erfolgreich anzuwenden; mindestens genauso wichtig ist es, unsere Studierenden in ihrer Entwicklung hin zu verantwortungsvollen (Unternehmer-)Persönlichkeiten zu unterstützen und sie bereits während ihrer Ausbildung für Themen wie Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung zu sensibilisieren. Nur so werden sie in ihrem späteren Berufsleben – ob als Manager oder Gründer – erfolgreich sein und vor allem: ihren Beitrag zu einer besseren Welt leisten können.

MBS Werte

Folgerichtig ist das verantwortliche unternehmerische Handeln eine der tragenden Säulen der akademischen Ausbildung an der Munich Business School. Es ist Teil unseres Claims („Innovativ – Verantwortungsbewusst – Weltoffen“) und unserer Vision, Mission und Werte (mehr dazu im Blog-Beitrag „Wofür wir stehen, wohin wir gehen: Die neue Vision, Mission und Werte der Munich Business School“).

Teil 2: Unternehmerische Verantwortung in der Forschung, den Curricula und den außercurricularen Aktivitäten der MBS

Prof. Dr. Stefan Baldi
Über Prof. Dr. Stefan Baldi 16 Artikel
Prof. Stefan Baldi ist Dekan der Munich Business School seit März 2002. 1984 bis 1990 Studium der Informatik an der TU Clausthal und dem Karlsruher Institut für Technologie (Diplom-Informatiker), 1996 Promotion zum Dr. rer. pol. in Betriebswirtschaftslehre an der TU Ilmenau. Von 1990 bis 2002 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Oestrich-Winkel sowie selbständiger Berater und Trainer im Bereich Informationssysteme.