Neue Anforderungen an die Customer Experience des europäischen Bekleidungshandels während COVID-19

Was wir von dieser Abschlussarbeit lernen können

Anna Liuzzos Beitrag bietet einige wichtige Ansatzpunkte für Praxis und Forschung im europäischen Bekleidungshandel:

  1. Die Relevanz alternativer Perspektiven in einer empirischen Analyse
    Die Durchführung von Interviews mit unterschiedlichen Marktteilnehmer*innen ermöglicht es, Kunden- und Unternehmensperspektive direkt gegenüber zu stellen. Das Gegenüberstellen der verschiedenen Perspektiven deckt Lücken und Herausforderungen auf, die es weiter zu erforschen gilt, und liefert Ideen unterschiedlicher Sichtweisen, was die Denkweise öffnet und die Lernreise anregt.
  2. Kundenperspektive zuerst erfassen
    Wird die Kundenperspektive zuerst ermittelt, können Interviews mit den Unternehmen dadurch angereichert werden, dass aktuelle und bisher nicht identifizierte Kundenanforderungen direkt thematisiert werden.
  3. Zukunftsfähige digitale Technologien identifizieren
    Von zentraler Bedeutung ist das Verständnis für zukunftsfähige digitale Technologien. Mit welchen digitalen Lösungen lassen sich künftige Anwendungen realisieren, welchen Nutzen schaffen diese und welche Kund*innen werden diese nutzen? Das Spektrum der in dieser Arbeit betrachteten digitalen Lösungen schafft zahlreiche Optionen für digitale Customer Touchpoints.
  4. Empirische Analyse erfordert einen strukturierten Plan
    Um sicherzustellen, dass der empirische Teil der Forschung durchdacht und in Bezug auf das Forschungsziel geplant ist, ist es einfacher, die gesammelten Ergebnisse später zu analysieren. Jeder Teil der empirischen Forschung muss unmittelbar mit den Forschungsfragen verknüpft sein. Außerdem hilft eine gut geplante Methodik, sich bei der Durchführung der qualitativen oder quantitativen Forschung sicherer zu fühlen.
  5. Eigene empirische Befunde mit State of the Art der Forschung vergleichen
    Werden die eigenen empirischen Befunde mit dem aktuellen Stand der Forschung kontrastiert, lassen sich weitere Leitfragen zielführend beantworten: Was stimmt überein und was nicht? Erst das Verbinden von Theorie und Praxis macht es möglich, die eigene Studie ganzheitlich zu betrachten.
  6. Jedes Gespräch und jede Beobachtung zählt
    Nur wer seine oder ihre Perspektive erweitert, wächst über sich hinaus: Aktuelle Nachrichten über das Forschungsthema lesen, RSS-Feeds und Blogbeiträge nutzen, mit möglichst vielen Menschen über das Thema reden sowie die eigene Umgebung mit einbeziehen und neu betrachten. Wer über das Kernthema der Forschung hinaus denkt, kann sinnvollere Verbindungen zum Forschungsgegenstand herstellen.

Quellen:
Gassmann, Michae (2020): Nur das Weihnachtsgeschäft kann den Handel noch retten. In: Welt, 15.07.2020. (Abrufdatum: 26. Januar 2021)
White, Sharon (2020): COVID speeds up digital transformation by 5 years. (Abrufdatum: 26. Januar 2021)

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Über Anna Liuzzo 2 Artikel
Anna Liuzzo absolvierte von 2017 bis 2021 ihren Bachelor in International Business an der Munich Business School. Sie arbeitet freiberuflich bei der Boutique-Agentur Magari International in den Bereichen Marketing, PR und Social Media.
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Über Prof. Dr. Hans H. Jung 50 Artikel
Hans H. Jung ist seit 2012 Professor für das Lehrgebiet Marketing an der Munich Business School. Nach seiner Promotion war Jung mehrere Jahre als Manager und Berater für Premium-Automobilhersteller im In- und Ausland tätig. Seit 2011 arbeitet er als Senior Manager bei der Managementberatung UNITY AG.
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Über Prof. Dr. Alexander Suhm 4 Artikel
Prof. Dr.-Ing. Alexander Suhm studierte Allgemeiner Maschinenbau an der Technischen Hochschule in Karlsruhe und promovierte 1993 zu neuen Produktentwicklungsmethoden. Er wechselte als Managementberater für die Automobilindustrie und den Maschinen- und Anlagenbau zur Softlab GmbH (BMW Group) und verantwortete dort den Bereich Automotive Management. Von 2001 bis 2007 war er Geschäftsführer der Managementberatungsgesellschaft Nexolab GmbH (BMW Group). 2007 wechselte er dann als Partner im Bereich Automotive zur UNITY AG. Bis 2017 war er neben seiner Verantwortung als Niederlassungsleiter in München in der Geschäftsführung der österreichischen und chinesischen Landesniederlassung tätig. Heute arbeitet er in Aufsichtsrats- und Beiratsmandaten, coacht Start-ups und lehrt als Dozent an der Munich Business School.