Auf den ersten Blick mutet die Hochschullandschaft Kanadas ähnlich bunt an wie die Bevölkerung des Landes. Das liegt in erster Linie daran, dass es kein übergeordnetes staatliches Bildungsministerium gibt. Stattdessen liegt die Zuständigkeit für Ausbildung und Studium bei den Provinzen und Territorien bzw. bei den Hochschulen selbst. Dennoch gibt es keine enorm großen Qualitätsunterschiede zwischen den Hochschulen. Dadurch dass sich die verschiedenen Institutionen als Dienstleistungsunternehmen verstehen und im Wettbewerb miteinander stehen, investieren sie viel Geld in qualitativ hochwertige Studienprogramme mit starkem Praxisbezug. Die Association of Universities and Colleges of Canada (AUCC) fungiert als Kontrollinstanz und prüft regelmäßig die Lehrqualität.
Wenn du in Kanada studieren möchtest, hast du die Wahl zwischen 155 englischsprachigen, französischsprachigen oder zweisprachigen Universitäten sowie über 200 Colleges. Die verschiedenen Hochschultypen unterschieden sich durch die Abschlüsse, die sie vergeben. Universities bieten die ganze Bandbreite an akademischen Graden an, d. h. dort kannst du sowohl im Bachelor als auch im Master studieren und sogar promovieren. Colleges sind im Gegensatz zu den kanadischen Universitäten stärker praxisorientiert. Sie bieten überwiegend berufsvorbereitende Programme mit einer Studiendauer von ein bis zwei Jahren an, deren Abschlüsse (Diplomas und Certificates) außerhalb des Landes meist nicht anerkannt werden. In mehreren Provinzen Kanadas dürfen Colleges mittlerweile auch Bachelorabschlüsse vergeben. Dabei handelt es sich in der Regel um Applied Bachelor Degrees – ein vollwertiger Bachelor, allerdings mit einem klar praxisnahem Profil. Sonderformen der Colleges sind die Community Colleges mit einem starken lokalen Bezug und die Institutes of Technology mit einem Fokus auf Technik, Ingenieurwesen sowie angewandte Wissenschaften.
Die meisten Hochschulen in Kanada sind Campushochschulen. Beim Studieren in Kanada wird die Universität zum Lebensmittelpunkt – nicht nur in akademischer, sondern auch in sozialer Hinsicht. Hier trifft man sich, lernt, isst gemeinsam und feiert. Von Bibliotheken über Studierendenunterkünften hin zu Cafés, Supermärkten, Sportanlagen und sogar Kinos oder Theatern musst du an einer kanadischen Hochschule nichts missen. Insbesondere für Studierende aus Deutschland und anderen europäischen Ländern ist dieses ausgeprägte Campusleben eine völlig neue Erfahrung – und mit ein Grund, in Kanada zu studieren. Worauf wartest du also noch? Kanada versteht sich als multikulturelles Einwanderungsland und empfängt internationale Studierende mit offenen Armen – jährlich sind es rund eine Million Studierende aus aller Welt.