Weiterbildung und lebenslanges Lernen aus Sicht von MBA-Student Sergey Semenov

Sergey Semenov Portrait

Nach jahrelanger Berufserfahrung nochmal raus aus dem Chefsessel und zurück an die Uni? Sicherlich kein leichter Schritt, aber in einer sich immer schneller drehenden Welt mitunter notwendig. Sergey Semenov hat genau diesen Schritt gewagt und absolviert seit März 2021 ein MBA-Studium an der Munich Business School. Zusätzlich hat er sich in den Lehrgang Digital Business Management eingeschrieben. Im Interview berichtet er von seinen Erfahrungen und seinem Verständnis von lebenslangem Lernen.


MBS Insights: Lieber Sergey, erzähl uns doch ein bisschen von dir und deinem bisherigen Lebensweg: Was hast du vor deinem MBA-Studium gemacht und warum hast du dich nach 20 Jahren Berufserfahrung in der Geschäftsführung dazu entschlossen, noch einmal zu studieren?

Sergey Semenov: Ich bin Besitzer und ehemaliger Geschäftsführer einer russischen Softwarefirma mit 20-jähriger Erfahrung. Die Arbeit in der IT-Branche finde ich sehr spannend, weil es immer viele Veränderungen gibt. Zum Beispiel erlebt mein Geschäft aktuell einen Umbruch, der aus der Digitalisierung und dem damit verbundenen Geschäftsmodellwandel resultiert. Wegen dieses Umbruchs habe ich ganz deutlich gespürt, dass ich neue Ideen und Herangehensweisen brauche, die der modernen Welt entsprechen. Im Endeffekt habe ich mich für ein MBA-Studium entschieden, weil ich es als Sprungbrett betrachte, das mein Leben – im positiven Sinne – stark verändern kann.

MBS Insights: Warum hast du dich hinsichtlich deiner Weiterbildung für die Munich Business School entschieden? Was waren deine Beweggründe?

Sergey Semenov: Es gab mehrere Gründe, warum ich mich genau für die MBS entschieden habe. Zunächst schien mir ein Businessstudium in Russland keine vernünftige Option, da ich von 2004-2006 schon in Russland studiert hatte. Ich habe lange Zeit in der lokalen Wirtschaft gearbeitet, aber ich wollte immer etwas Neues ausprobieren, über den eigenen Tellerrand schauen. Deutschland ist ein europäisches Land mit einer starken Wirtschaft und München hat mir immer sehr gut gefallen. Vor meiner endgültigen Entscheidung habe ich eine kleine Untersuchung durchgeführt. Ich fand einige Leute, die schon ein Studium an der MBS absolviert hatten, und ich habe sie nach ihrer Meinung gefragt. Sie gaben mir äußerst positives Feedback, sodass ich keine Zweifel mehr hatte, wo ich studieren würde.

MBS Insights: Du studierst den MBA General Management in Vollzeit. Was zeichnet deiner Meinung nach das MBA-Programm an der Munich Business School aus? Was waren bisher die größten Erkenntnisse, die du aus dem Studium ziehen konntest, und welche Bestandteile machen dir am meisten Spaß?

Sergey Semenov: Zuerst möchte ich sagen, dass das Studium an der MBS meine Erwartungen überschreitet. Da ich schon einmal ein MBA-Studium an der Staatlichen Universität Moskau gemacht habe, kann ich beide Studienprogramme miteinander vergleichen. In Russland setzt man vor allem auf die Erwerbung theoretischer Kenntnisse. Im Gegensatz dazu legt man an der MBS großen Wert auf praxisorientierte Fertigkeiten und Soft Skills. Das gefällt mir, weil mir genau das fehlte. Dass wir hier deutlich mehr Gruppenarbeit als in Russland machen, ist ein anderer positiver Unterschied. Interkulturelle Kommunikation spielt für mich auch eine wichtige Rolle. Darüber hinaus schätze ich es, dass die Studierenden neben den Hauptkursen die Möglichkeit haben, an zahlreichen Vorlesungen von Gastdozierenden teilzunehmen. Das erweitert meinen Horizont sehr stark.  

MBS Insights: Neben deinem MBA-Studium absolviert zurzeit auch den Lehrgang Digital Business Management an der MBS. Wie kam es dazu und was erhoffst du dir durch die Lehrgangsteilnahme?

Sergey Semenov: Dieser Kurs spielt für mich eine sehr wichtige Rolle. Eine durchdachte Digitalstrategie ist genau das, was meine Firma derzeit braucht. Wir haben immer schon ein digitales Produkt – eine Software – verkauft, aber das ist jetzt nicht mehr genug. Wie ich schon herausgefunden habe, müssen wir nicht nur unsere Geschäftsprozesse digitalisieren, sondern auch in der neuen digitalen Welt für unsere Firma einen neuen Platz finden, weil alte, einst sehr profitable Businessmodelle bald nicht mehr existieren werden.

MBS Insights: Wie ist dein Eindruck nach den ersten Modulen? Kannst du uns kurz erzählen, wie der Kurs aufgebaut ist und was die wichtigsten Kursziele sind? Wem würdest du eine Lehrgangsteilnahme empfehlen?

Sergey Semenov: Mir gefällt es, dass der Kurs mit echter deutscher Gründlichkeit aufgebaut wurde. Er umfasst alle Aspekte der Digitalisierung von der Kundenzentrierung als Voraussetzung zur Digitalisierung bis zur Umsetzung der digitalen Initiativen. Kennen Sie eine Branche, die die Digitalisierung nichts angeht? Ich nicht! Deshalb kann ich diesen Lehrgang allen empfehlen, die in Zukunft ein profitables Geschäft führen möchten. Für mich persönlich ist dieser Kurs wohl der wichtigste in meinem Studium.

MBS Insights: Und zum Abschluss: Was bedeutet für dich persönlich lebenslanges Lernen und welche Bedeutung misst du diesem in der Arbeitswelt der Zukunft bei?

Sergey Semenov: Für mich ist es ganz klar: Schon jetzt ist lebenslanges Lernen die einzige Möglichkeit, konkurrenzfähig zu bleiben und sich persönlich weiterzuentwickeln. Ich bin fest davon überzeugt, dass man ohne lebenslanges Lernen derzeit nicht auskommen kann. Insbesondere in der IT-Branche verändert sich die Geschäftsumgebung so schnell, dass man es sich einfach nicht leisten kann, nicht an Weiterbildung zu denken. Und ohne Zweifel wird Weiterbildung in der Zukunft noch wichtiger werden.